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Standpunkt 551, 9. Dezember 2022

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Standpunkt 551, 9. Dezember

SCHWEIZERISCHE 9. Dezember 2022 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 551 | 25. Jahrgang AZA 4133 Pratteln Post CH AG DIE MEINUNG Gute Voraussetzungen fürs neue Jahr VERKEHRSPOLITIK – Die Verkehrssituation in der Region blieb auch 2022 ein Ärgernis – trotzdem läuft bei den grossen Zukunftsprojekten, die eigentlich auf dem Tisch liegen, so einiges schief. Man wird den Eindruck nicht los, dass die Verzögerungstaktik System hat. Was läuft verkehrt im Verkehr? Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland Als wir während der Corona-Pandemie immer wieder von der Rückkehr in die Normalität gesprochen haben, hätten wir uns wohl kaum ein Jahr wie 2022 vorgestellt. Die Pandemie ist mittler weile glücklicherweise aus dem Mittelpunkt des Denkens und Handelns verschwunden, doch der im Februar ausgelöste Krieg in der Ukraine hat die Statik in Europa reichlich durcheinandergebracht – politisch, wirtschaftlich und energietechnisch. Am Ende dieses Jahres bleibt mir die Erkenntnis, dass sich die Schweizer Wirtschaft den Widerwärtigkeiten in positiver Weise entgegengestellt hat. Das Schreckensszenario einer Energiemangellage, das noch im Sommer gezeichnet worden war, wich einem pragmatischeren Umgang mit der Situation, die rasch eingeleiteten Massnahmen haben ihre Wirkung nicht verfehlt und sollten deshalb unsere Wirtschaft vor gröberen Einschnitten verschonen. Dennoch darf das Alarmzeichen, das ich auch als Weckruf für eine verfehlte Energiepolitik in den vergangenen Jahren interpretiere, nicht überhört werden. Es gilt nun, dringlich die nötigen Kapazitäten zu schaffen, um die Energieversorgung bei steigender Nachfrage in der Zukunft technologieneutral sicherstellen zu können. Auch für die Wirtschaftskammer Baselland war 2022 ein bewegtes Jahr. Mit Roman Mayer erhielten wir im vergangenen Frühjahr einen neuen Präsidenten, der sich in den ersten Monaten seines Wirkens bestens eingelebt hat. Wir haben uns in der Berufsbildung in der Person von Marc Scherrer komplett neu aufgestellt, um den Herausforderungen in diesem Bereich auch im Kontext mit dem sich verschärfenden Fachkräftemangel mit innovativen Ideen und Projekten gerecht zu werden. Höchst erfreulich ist auch, dass die Wirtschaftskammer in den verschiedenen Gerichtsverfahren in diesem Jahr vollumfänglich rehabilitiert worden ist. Das sind gute Voraussetzungen, um 2023 weiter vorwärts zu machen. Wir haben einiges vor und wollen ein aktiver, fortschrittlicher und verlässlicher Partner in der Wirtschaftsregion und für unsere Mitglieder bleiben. Zunächst aber wünsche ich Ihnen nun eine erholsame Adventszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. LETZTER STANDPUNKT 2022 Dies ist der letzte Standpunkt der Wirtschaft des Jahres 2022. Das Standpunkt-Team wünscht Ihnen schon jetzt frohe Festtage, einen guten Rutsch und beste Gesundheit im 2023. Die Nachricht war nur auf den ersten Blick eine gute. Esther Keller, die grünliberale Baudirektorin des Kantons Basel-Stadt, kündigte Ende November an, dass ihr Kanton nicht gedenke, sich gegen die Realisierung des Rheintunnels, der neuen unterirdischen Transitautobahn vom Anschluss Birsfelden zur deutschen Grenze, zu stellen. Sie stemmte sich damit gegen die rot-grünen Illusionisten, die eine Realisierung dieses unabdingbaren Jahrhundertbauwerks mit aller Kraft gänzlich verhindern wollen. Ein Eingeständnis Kellers folgte indes auf dem Fuss – der Rheintunnel sei ein Verlagerungsprojekt und kein Kapazitätsausbau. Es sei für sie deshalb klar, dass die heutige Strecken führung der Autobahn über die Osttangente «teilweise zurückgebaut» werden müsse. Welche Haltung hat Baselland? Was dabei vergessen geht: der Rheintunnel bildet eine Achse, die nahezu ausschliesslich dem internationalen Transitverkehr dienen soll. Doch wie soll künftig der weit wichtigere lokale Gewerbe-, Pendel- und Privatverkehr zur Stadt Basel funktionieren, wenn die Leistung der heutigen Osttangente markant zurückgefahren werden soll? Und wie stellt sich eigentlich der Kanton Basel-Landschaft zu dieser Grundhaltung, dessen in der Stadt arbeitendes Volk und das dorthin liefernde Gewerbe zwingend auf effiziente und gut ausgebaute Verkehrswege angewiesen ist? Von Baudirektor Isaac Reber ist in dieser Hinsicht nichts zu hören. Dafür meldete er sich kürzlich zu Wort, dass nun die Rheinstrasse zwischen Bis das Projekt Rheintunnel realisiert ist, dauert es sogar im Optimalfall noch Jahrzehnte. Baubeginn für den Rheintunnel wäre frühestens 2029, die Eröffnung nicht vor 2040. Bild: zVg Augst und Pratteln zurückgebaut werde, da ja die neue Rauricastrasse entlang der A2/A3 eröffnet sei. Dass man damit die längst am Limit stehenden Kapazitäten auf dieser Achse wieder auf den ursprünglichen, offensichtlich ungenügenden Zustand zurücksetzt, wird nicht in Betracht gezogen. Auch dieser Entscheid passt in die Reihe von Fehleinschätzungen über das aktuelle und künftige Verkehrsaufkommen. Beim Zubringer Allschwil hat sich die Regierung für eine Minimalvariante entschieden, bei der schon heute offensichtlich wird, dass die angestrebte Entlastung des wichtigsten Wirtschaftsentwicklungsgebiets der Region nicht im genügenden Umfang erfolgen kann. Lieber scheint man die lokale Bevölkerung und das Gewerbe mit der täglichen Stausituation an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit bringen und nicht wirklich für Entlastung sorgen zu wollen. Schlummernde Projekte Während die SBB ihre Grossbaustelle rund um den Bahnhof Liestal zügig voranbringt und die neue Waldenburgerbahn dieses Wochenende nach zügiger Bauphase bereits wieder fährt, wird bei den Infrastrukturprojekten für den Strassenbau gemütlich weiter getrödelt. Von der Nutzung des Pannenstreifens als zusätzliche Fahrspur auf der A2/A3 oder gar dem finalen Ausbau auf vier Spuren zwischen Liestal und Basel hat man jedenfalls schon länger nichts mehr gehört. Das Projekt schlummert munter in den Schubladen, während man mit der durchgehenden und mehrmonatig geltenden Geschwindigkeitsreduktion auf 80 km/h während der aktuell laufenden Erneuerung der Signalisation auf der A2/A3 ziemlich unzimperlich voranmachte. Lange Vorlaufzeiten Man wird den Eindruck nicht los, dass die Verzögerungstaktik System hat. Das ist umso ärgerlicher, wenn man die ohnehin langen Vorlaufzeiten für Grossprojekte dieser Art in Betracht zieht: beim Rheintunnel etwa sprechen wir von einem frühestmöglichen Baubeginn 2029 und einer Eröffnung im Optimalfall im Jahr 2040. FDP-Landrätin Christine Frey plant, in der kommenden Woche im Landrat einen Vorstoss zur Haltung der Baselbieter Regierung bei den diversen Verkehrsprojekten in der Region einzureichen. Ein weiteres Ärgernis ist, dass jedes neue Strassenprojekt, das zu einer wirksamen Entlastung durch erweiterte Kapazitäten führen könnte, umgehend mit einer Rückbauankündigung verknüpft wird. Baudirektor Isaac Reber jedenfalls scheint für die nähere Zukunft schon vorgesorgt zu haben: jüngst erwarb er den Bootsführerschein, um sich künftig auf den noch weniger belasteten Wasserstrassen der Region staufrei bewegen zu können. Daniel Schaub www.rheintunnel.ch «BL BUSINESS GALA» – Die «Award Winning Ceremony» der Swiss Innovation Challenge war erstmals in die «BL Business Gala» eingebettet. Diese fand im Tagungs- und Eventcenter des Hauses der Wirtschaft statt. Bundesrat Guy Parmelin zu Gast im HDW Am 24. November hatte Bundesrat Guy Parmelin gleich zwei Aufgaben: Die Sieger der Swiss Innovation Challenge 2022 zu ehren und zugleich Ehrengast und Referent an der «BL Business Gala» zu sein. Der Wirtschaftsminister übergab im Prattler Haus der Wirtschaft (HDW) den Siegerpokal an den Hauptgewinner Philippe Ganz von der aiEndoscopic AG. Die aiEndoscopic AG ist zugleich Gewinnerin des von der Hemex AG unterstützten Sonderpreises «Life Sciences». Mit der zweitplatzierten Perovskia Solar AG steht auch die Gewinnerin für den Sonderpreis «Bau» fest. Der dritte Platz geht an das Unternehmen Spirecut AG. Die Preisverleihung wurde live ins Internet übertragen. Der Innovationswettbewerb wird von der Wirtschaftskammer Baselland, der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der BLKB organisiert. Die «Award Winning Ceremony» war erstmals in die «BL Business Gala» eingebettet. Ehrengast Guy Parmelin sprach dort über die aktuelle Energiekrise David Bosshart, Präsident Duttweiler-Stiftung, über Nachhaltigkeit. Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser sagte abschliessend: «Ich habe lau ter zufriedene Gesichter gesehen und bin sehr glücklich mit dem Anlass.» Patrick Herr Seiten 2,3 Bundesrat Guy Parmelin übergibt Philippe Ganz, aiEndoscopic, den Siegerpokal der Swiss Innovation Challenge. Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser applaudiert. Bild: Uta Grüter

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