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Standpunkt 549, 4. November 2022

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Standpunkt 549, 4. November

SCHWEIZERISCHE 4. November 2022 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 549 | 25. Jahrgang AZA 4133 Pratteln Post CH AG DIE MEINUNG Unterstützung für betroffene KMU ENERGIE – Preisentwicklung, mögliche Mangellagen, Energiewende: Es gibt derzeit viele Themen im Bereich Energie, die zu Diskussionen Anlass geben und die ganze emotionale Breite zwischen Anpassung und Entspannung auslösen. Mit viel Energie geladen Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland Das Thema Energie umtreibt uns in diesem Jahr so intensiv wie wohl nie zuvor. Und ich sehe es als unsere Pflicht an, unsere Mitglieder in diesem Bereich solide Informationsgrundlagen zu vermitteln, aber auch dafür zu sorgen, dass für besonders stark betroffene Betriebe Lösungen gefunden und Unterstützung organisiert wird. Am kürzlichen Event «KMU und der aktuelle Energiemarkt» im Haus der Wirtschaft sind mir zwei Dinge besonders aufgefallen: Erstens: Es gibt KMU, die durch die Vervielfachung ihrer Energiekosten an den Rand ihrer Existenz getrieben werden. Sie sind den wilden Bewegungen am Energiemarkt tatenlos ausgeliefert und haben wenig Möglichkeiten, sich aus eigener Kraft in eine bessere Situation zu bringen. Diese KMU gilt es zu unterstützen und ich bin froh, dass wir auf der politischen Ebene entsprechende Vorstösse und Vorschläge auf den Tisch bringen konnten, damit wirkungsvolle Lösungen gefunden werden können. Es gilt auch, Unternehmen, die viel Strom beziehen und sich in den vergangenen Jahren im freien Markt bewegten, neue Modelle anzubieten, sei es mit mehrjährigen, auch längerfristigen Bezugsverträgen zu vertretbaren Konditionen und zur besseren Planbarkeit in der energetischen Zukunft, oder mit einer Zurückversetzung in die Grundversorgung, wo die Preise weniger stark den Launen eines überdrehten Marktes unterstellt sind. Und zweitens: Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass das dunkle Gespenst der Strommangel lage, das über den ganzen Diskussionen schwebt und allerorten als realistisches Szenario dargestellt wird, nicht Tatsache werden wird. Der anerkannte Energieexperte Marc Schürch hat am besagten Event sehr eindrücklich und mit klaren Zahlen unterlegt, dass das Risiko solcher Mangellagen aufgrund der eingeleiteten Massnahmen in der Schweiz sehr gering sei. Dennoch tun wir gerade so, als ob die Mangel lage schon Tatsache ist und stellen Pläne auf, die mit dem Allerschlimmsten rechnen. Ich habe nichts gegen das Energiesparen und guter Vorsorge, beileibe nicht. Aber primär geht es doch jetzt darum, die Versäumnisse der letzten Jahre in der Energiepolitik zu korrigieren, möglichst rasch Infrastruktur im Energiepark Schweiz nachzubauen und internationale Projekte zu lancieren, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. HEUTE IM STANDPUNKT 2 | POLIT-APÉRO Drei bürgerliche Politiker blicken in die Zukunft. 10 | BERUFSBILDUNG Eine Studie zeigt: Weiterbildung lohnt sich. «Energie ist lebenswichtig», sagt Patrik Reiniger, Leiter des kantonalen Führungsstabs Basel-Landschaft. Sein Team bereitet sich derzeit auf mögliche Mangellagen im Energiebereich vor und hat in diesen Tagen zwei Handbücher präsentiert, die den Unternehmen, aber auch Privatpersonen die wichtigsten Vorsorgemassnahmen nahelegen. Der Führungsstab richtet sich nach dem mehrstufigen Plan der Ostral, der Organisation des Bundes für die Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen. Wichtig sei deshalb, in der aktuellen Situation auf freiwilliger Ebene Strom zu sparen: «Jede Kilowattstunde zählt», sagt Reiniger. Mangellage vermeiden Mit dem Massnahmenplan und den Informationen in den Handbüchern soll eine Mangellage vermieden werden und die «Angebotslenkung so lange wie nur möglich mittels der Kontingentierung erfolgen» können. Sollte es tatsächlich zum äussersten Mittel von Abschaltungen kommen, geht der Kanton davon aus, dass jeweils für vier Stunden der Strom in einem Teil des Kantons abgedreht wird, danach im nächsten. Eigene Resilienz stärken Energieexperte Dr. Marc Schürch schätzt in seinem Vortrag am KMU Energieevent im Haus der Wirtschaft das Risiko von Energiemangellagen im kommenden Winter und Frühling als sehr gering ein. Bild: Strähl Im Hinblick auf eine mögliche Energie mangellage wurden im Kanton auch Unternehmen und Organisationen evaluiert, deren Funktionsfähigkeit unmittelbar Leib und Leben der Gesellschaft beeinträchtigt. Darunter fallen zum Beispiel Blaulichtorganisationen oder Spitäler. «Diese dürfen unter keinen Umständen stromlos werden», sagte Reiniger an einem Informationsanlass der Wirtschaftskammer Baselland für die regionalen Unternehmen. «Es ist für jede Unternehmung unabdingbar, die eigene Resilienz im Hinblick auf eine Energiemangellage zu stärken. Im Vordergrund steht dabei das «Business Continuity Management», so Reiniger im Interview mit dem Standpunkt (vgl. Seite 3). Als Leiter des kantonalen Führungsstabes kümmert er sich mit seinem Team im Rahmen der Gefährdungsanalyse des Kantons Basel- Landschaft um insgesamt 28 Referenzszenarien. Eines davon ist zum Beispiel die Trockenheit im Sommer, die Massnahmen des Führungsstabes erfordert. Mehrjährige Bezugsmodelle Beim KMU Energieevent im Haus der Wirtschaft drehten sich die Diskussionen neben möglichen Mangellagen insbesondere um die Preisentwicklung und die Vervielfachung der Energiekosten bei besonders betroffenen KMU. Cédric Christmann, Leiter Energie bei der Primeo AG, und Norbert Bäckert, Leiter Netz bei der Elektra Baselland, stellten flexible, mehrjährige Strombezugsmodelle vor, welche die aktuellen Spitzenpreise im Durchschnitt etwas abfedern können. Für besonders stark betroffene Unternehmen laufen auch Bemühungen auf politischer Ebene, um mögliche Unterstützungen anzubieten. Am Event wiederholte Experte Dr. Marc Schürch seine Einschätzung, dass die vom Bund eingeleiteten Massnahmen sowie die sich auch international durch Laufzeitverlängerungen von Kraftwerken etwas entspannende Lage dazu führen, dass das Risiko von Energiemangellagen im kommenden Winter und Frühling sehr gering sei. Es habe einfach einen Preis im Bereich der Kosten und der Ökologie. Daniel Schaub Seiten 3 und 5 SWISS INNOVATION CHALLENGE – Nach dem Final Pitch ist klar, wer die ersten drei Plätze der Swiss Innovation Challenge 2022 belegt. Die Siegerehrung findet an der «BL Business Gala» statt. Die Podiumsplätze sind vergeben An der Swiss Innovation Challenge können noch drei teilnehmende Unternehmen auf den Gewinn des von der Wirtschaftskammer Baselland, der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der BLKB organisierten Innovationswettbewerbs hoffen. aiEndoscopic, Perovskia Solar und Spirecut haben sich am Final Pitch vom vergangenen 25. und 26. Oktober einen Platz auf dem Podium sichern können. «Award Winning Ceremony» Ein Teilnehmer der Swiss Innovation Challenge 2022 präsentiert sein Innovationsprojekt am Final Pitch. Bild: iwf Wer von den Erstplatzierten die diesjährige Austragung der Swiss Innovation Challenge gewonnen hat, wird an der «Award Winning Ceremony» vom 24. November 2022 bekanntgegeben. Gleichzeitig werden auch die Sonder preise «Bau» und «Life Sciences» vergeben. «BL Business Gala» Die «Award Winning Ceremony» findet im Rahmen der «BL Business Gala» statt. Veranstaltungsort ist das Auditorium des Tagungs- und Eventcenters im Haus der Wirtschaft in Pratteln. Die erstmals ausgetragene «BL Business Gala» ist ein hochkarätiger und exklusiver Anlass mit Bundesrat Guy Parmelin und David Bosshart, Präsident der Duttweiler- Stiftung, als Gastreferenten. ra Seiten 2, 7

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