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Standpunkt 541, 3. Juni 2022

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Standpunkt 541, 3. Juni

SCHWEIZERISCHE 3. Juni 2022 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 541 | 25. Jahrgang AZA 4133 Pratteln Post CH AG DIE MEINUNG Vorangehen und mitziehen EVENT BERUFSBILDUNG – Wie finden Unternehmen passende Lernende, die das Anforderungsprofil erfüllen können? Dieser zentralen Frage widmete sich eine gemeinsame Berufsbildungs-Veranstaltung im Haus der Wirtschaft in Pratteln. Gute Wege in der Berufsbildung Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland In diesen Tagen werden wiederum Tausende von jungen Menschen in der Schweiz ihre Berufslehre abschliessen und ihre Prüfung zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) ablegen. Es ist eine Generation von Lernenden, die sehr stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen war, die ihre Lehrzeit mitprägte. Ich ziehe den Hut vor dem Durchhaltewillen dieser jungen Menschen, aber auch vor allen Ausbildungsbetrieben, die diese Widerstände überwinden konnten und ihre Lernenden zu einem hoffentlich erfolgreichen Abschluss führen konnten. Die Anforderungen an die Rekrutierung geeigneter Lernender sind in den vergangenen Jahren grösser geworden – und sie werden gerade im Umfeld von wichtigen Transformationsprozessen in naher Zukunft weiter steigen. Es ist deshalb wichtig, dass wir die Herausforderungen annehmen und in der Berufsbildung die richtigen Weichen stellen. Wir konnten in der vergangenen Woche an einem gemeinsamen Event mit der Haupt abteilung Berufsbildung und dem Amt für Volksschulen des Kantons Basel-Landschaft wichtiges Wissen und Tipps für die erfolgreiche Lernendensuche vermitteln. Solche Events sind wichtig, um alle Beteiligten auf dem selben Wissensstand zu halten, Impulse zu geben und aufzuzeigen, dass gemeinsame Anstrengungen nötig sind, um das Erfolgsmodell Berufsbildung in der Schweiz für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Die Unternehmen sind gefordert, mit Kreativität, hohem Einsatz und attraktiver Ausgestaltung ihrer Berufsfelder auf dem Lehrlingsmarkt aktiv zu agieren. Der Aufwand zur Betreuung der Lernenden wird eher steigen, aber der Einsatz lohnt sich. Mehrere Dutzend Berufsbildungs- Verantwortliche aus der Region folgten der Einladung der Hauptabteilung Berufsbildung und des Amts für Volksschulen des Kantons Basel- Landschaft und der Wirtschaftskammer Baselland zu einer Informationsveranstaltung, die sich mit der Rekrutierung von Lernenden auseinandersetzte. Diese hat sich in den vergangenen Jahren in einzelnen Berufsfeldern mit mehr Schwierigkeiten konfrontiert gesehen wie in früheren Jahren. Christoph Buser, der als Gastgeber im Haus der Wirtschaft begrüsste und am Ende ein Fazit zog, nahm die Unternehmen in die Pflicht, ihre Anstrengungen zu verstärken. Der Anlass zeigte einige hilfreiche Wege auf, um besser an geeignete Jugendliche heranzukommen, die dem Profil der jeweiligen Ausbildungen entsprechen. Wesentlich ist die Erkenntnis, dass es vermehrt an den Lehrbetrieben liegt, Lernende zu finden und die Unternehmen neue Methoden entwickeln oder verstärkt nutzen müssen, um an geeignete Kandidatinnen und Kandidaten überhaupt heranzukommen. Soziale Medien sind dabei ein effizientes Hilfsmittel für die erste Kontaktaufnahme, Videos sind ein gutes Tool, um die Vorzüge eines Berufsfeldes hervorzuheben. Aussagekräftige Checks Auf schulischer Ebene stehen die verschiedenen Checks auf der Primar- und Sekundarstufe zur Verfügung, die die Kompetenzen und Entwicklungen der Jugendlichen anhand von Online-Tests regelmässig überprüfen und so einen Abgleich Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, begrüsst im Auditorium des HDW zahlreiche Berufsbildungs-Verantwortliche zur Veranstaltung. Bild: Marco Pendt mit den Anforderungsprofilen verschiedener Lernberufe ermöglichen. Caroline Schlacher, zuständig für den Bereich Laufbahn im Amt für Volksschulen, und Thomas von Felten, seit 1. Juni interimistischer Leiter der Hauptabteilung Berufsbildung beim Kanton, stellten das System der Checks im Bildungsraum Nordwestschweiz anhand von anschaulichen Beispielen dar. Für die Berufswahl wesentlich sind die beiden Checks S2 und S3 in der Sekundarschulzeit, die die Kompetenzen in den Bereichen Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen sowie Natur und Technik ermitteln. Die Tests verlaufen adaptiv, das heisst, der Schwierigkeitsgrad der Fragen passt sich den Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler an. Am Ende ergibt sich einerseits eine Punktzahl, aber auch ein Profil, das erkennen lässt, wo noch Potenzial liegt. Die Checks münden in Teilzertifikaten, die wiederum im Bewerbungsprozess eingesetzt werden können. «Die Checks beziehen sich auf das schulische Wissen und geben keinen Aufschluss über soziale Kompetenzen oder die Motivation eines Lernenden. Deshalb ist der Profilabgleich nur eines von vielen Elementen in der Berufswahl», sagte Thomas von Felten. Ein Hoch auf die Berufsmatur Dr. Monika Wilhelm, Verantwortliche für das Berufsbildungs-Marketing bei der Wirtschaftskammer Baselland, ging in ihrem Referat auf die Vorzüge der Berufsmatur ein. Sie erlaubt einen späteren Zugang zu den Fachhochschulen, kann ein Anziehungspunkt für schulisch bessere Lernende sein und fördert auch das Image eines Unternehmens in der Berufsbildung. Die Berufsmaturität kann begleitend während (BM1) oder dann nach der Lehre (BM2) absolviert werden. Im Jahr 2020 schlossen 539 Lernende im Kanton Basel- Landschaft ihre Berufsmaturität ab, die meisten davon als BM2 nach der eigentlichen Lehrzeit. Die Zahl der Auszubildenden mit Berufsmaturität ist in der Schweiz seit einigen Jahren stagnierend. Sabrina Haeber und Yanis Di Vincenzo vom KMU-Lehrbetriebsverbund zeigten mit einigen Beispielen, wie Lernende über soziale Medienplattformen wie TikTok oder Instagram angesprochen werden können und was Jugendliche heute von einer Lehrstelle und ihrem Lehrbetrieb erwarten. Daniel Schaub Seite 2 Bei der Wirtschaftskammer steht die Berufsbildung ganz oben auf der Agenda. Ich bin sehr froh, dass wir mit Landrat Marc Scherrer einen guten Mann für die Leitung dieser Abteilung gewinnen konnten. Er hat den richtigen Drive, um die Zukunft zu gestalten, neue Wege zu gehen und jene Ideen zu entwickeln, mit denen wir die KMU noch wirkungsvoller unterstützen können. Bereits planen wir für die Berufsschau 2023 als wichtigste Plattform für die Lehrstellenwahl einige wichtige und attraktive Veränderungen. Als Wirtschaftsverband ist es essenziell, dass wir uns an vorderster Front um die Zukunft der Berufsbildung und damit um die zukünftigen Fachkräfte für unsere vielfältige Unternehmenslandschaft kümmern. Wir sind bereit, mit grossem Engagement voranzugehen – und freuen uns, dass Sie alle mitziehen. HEUTE IM STANDPUNKT 3 | INTERVIEW Beim ersten «Digital Day» im HDW wird Kim Koszuszeck, Client Solutions Manager von Meta, sprechen. REPORT – Die Ergebnisse der Studie Transformation und Kundenzentrierung wurden im Rahmen eines Events im Haus der Wirtschaft im April präsentiert. Nun ist der Studienreport in digitaler Form verfügbar. Ein Report mit wichtigen Ergebnissen Die Prof. Bruhn & Partner AG hat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Ende letzten Jahres bei Unternehmen in der Region eine Studie zu Transformationsthemen und zur Einbindung von Kundenwissen in künftige Strategieprozesse durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am 4. April 2022 im Haus der Wirtschaft präsentiert. Nun ist auch der Studienreport in digitaler Form verfügbar, der anschaulich und mit Grafiken unterlegt, die Ergebnisse analysiert und kommentiert. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: – Nahezu alle Unternehmen der Region sehen sich im Wandel und vielfältigen Herausforderungen gegenübergestellt, glauben aber, diese meistern zu können. – Kundenwissen ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche strategische Entwicklung. – Die Potenziale einer systematischen Erhebung von Kundenwissen werden vielfach nicht ausgeschöpft oder Kundenwissen fliesst nicht in die Organisation zurück. – Viele Barrieren in diesem Bereich sind hausgemacht, insbesondere durch zeitliche Engpässe oder fehlende fachliche Kompetenzen. An der Studie haben sich knapp 300 Unternehmen aus der Region beteiligt und dazu einen umfassenden Online-Fragebogen ausgefüllt. Die Unternehmen bilden die ganze Bandbreite an Unternehmensgrössen, Branchen und Führungsstrukturen ab. Der Studienreport wurde von einem Autorenteam mit Professor Manfred Bruhn, Dr. Mareike Ahlers und Benjamin Biesinger von bruhnpartner zusammengestellt. Die Prof. Bruhn & Partner AG wird in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Baselland ab Herbst 2022 eine Workshop-Serie zu den Themen Strategieentwicklung und Transformation für KMU lancieren. Ab 2023 folgen dann themenspezifische Angebote zu bestimmten Transformationsbereichen wie zum Beispiel der Digitalisierung. Diese Module sollen helfen, die Ergebnisse aus der Studie für die Praxis aufzunehmen und Umsetzungshilfen zu vermitteln. Daniel Schaub K0MPLETTE STUDIE Die Studie kann via folgenden QR-Code angeschaut werden:

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