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Standpunkt 531, 19. November 2021

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Standpunkt 531, 19. November

SCHWEIZERISCHE 19. November 2021 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 531 | 24. Jahrgang AZA 4133 Pratteln Post CH AG DIE MEINUNG Erkenntnisse für die Zukunft SWISS INNOVATION CHALLENGE – Am kommenden 25. November wird bekannt, wer die Swiss Innovation Challenge gewonnen hat. Nach dem Final Pitch kommen noch drei Teilnehmende infrage. Drei dürfen noch hoffen Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland Unternehmen sind es von jeher gewohnt, sich an Marktverhältnisse anzupassen, flexibel zu sein, ihr Angebot stetig zu überprüfen und auf unerwartete Situationen reagieren zu können. Dies beweisen sie aktuell gerade wieder unter herausfordernden Umständen wie der Coronakrise, den Lieferengpässen und dem Fachkräftemangel in einzelnen Branchen. Doch diese Transformationsprozesse beschleunigen sich immer stärker. Der Klimawandel, Energie- und Nachhaltigkeitsthemen wie die Elektrifizierung der Mobilität, die Digitalisierung, E-Commerce und vieles mehr stellen uns vor globale Herausforderungen. Mit dem Wandel wandeln sich auch die Menschen. Sie haben neue Bedürfnisse und Lebenseinstellungen, ihr Konsumverhalten verändert sich. Das alles stellt hohe Ansprüche an die Beweglichkeit, die Veränderungsbereitschaft und die Kundenorientierung der Unternehmen. Als Professor Manfred Bruhn von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel – ich empfehle Ihnen sein Interview auf Seite 3 – mir die Idee einer Studie zum Themenkomplex «Transformation und Kundenzentrierung bei Unternehmen in der Region» präsentierte, war mir sofort bewusst, dass wir hier als Wirtschaftsregion die Gelegenheit haben, wichtige Daten zu Transformationstreibern, Herausforderungen, Kundenwissen und Lösungsansätzen gezielt zu erfassen und die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen. Nächste Woche wird Ihnen der Fragebogen zur Studie zugestellt. Sie können mit Ihrem wertvollen Mitwirken, das nur wenig Zeit in Anspruch nimmt, dazu beitragen, dass wir eine qualitativ starke Grundlage schaffen. Ich freue mich schon heute auf die ersten Ergebnisse, die im Rahmen des Neujahrsapéros der Wirtschaftskammer präsentiert werden. Nach dem Final Pitch vom vergangenen 4. und 5. November steht fest, wer die ersten drei Plätze der diesjährigen Swiss Innovation Challenge belegen wird. Um zu erfahren, ob sie das achtmonatige Innovationsförderprogramm auch gewonnen haben, müssen sich die drei Erstplatzierten condenZero, MYLEG und Oxara noch etwas gedulden. Der Sieger oder die Siegerin der Swiss Innovation Challenge 2021 wird erst am 25. November an der «Online Award Winning Ceremony» bekanntgegeben. Wegen Corona wird der Anlass als Live-Stream- Anlass ohne Publikum durchgeführt. Melden Sie sich jetzt an ! swissinnovationchallenge.ch/anmeldung Online aus dem HDW Austragungsort der «Online Award Wining Ceremony» ist Pratteln. Das Tagungs- und Eventcenter (TEC) mit seinem Auditorium im Haus der Wirtschaft (HDW) verfügt über die ideale technische Ausstattung, um Live-Stream-Events durchzuführen. Das Siegerprojekt wird an der Preisverleihung von Beat Röthlisberger, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmens kunden beratung bei der BLKB, Arie Verkuil, Leiter des Instituts für Unternehmensführung bei der FHNW, und Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Basel land, gekürt. In den Bereichen «Life Sciences» und «Bau» wird zudem je ein Sonderpreis vergeben. Die drei Erstplatzierten der Swiss Innovation Challenge sind in den Ein Vertreter von MYLEG beim Final Pitch im Auditorium des Tagungs- und Eventcenters (TEC) im Haus der Wirtschaft in Pratteln. Bild: zVg unterschiedlichsten Branchen tätig. condenZero, ein Spin-off der Universität Zürich, hat Probenhalter für Elektronenmikroskope entwickelt, die nahe dem absoluten Nullpunkt bei ca. –270° C arbeiten. MYLEG ist ein Gerät, das sensorische Informationen über die Berührung und Bewegung einer Prothese 25. November 2021 16.30 bis 17 Uhr Live-Stream-Veranstaltung Online Award Winning Ceremony durch nicht-invasive elektrische Stimulation der verbleibenden Haut des Patienten wiederherstellt. Das ETH-Spin-off Oxara schliesslich hat verschiedene mineralische Additive zur Herstellung nachhaltiger und bezahlbarer Baustoffe entwickelt und patentiert.Reto Anklin Seiten 8, 9 Virtuelle Teilnahme unter Partner Partner Sponsorin LIVESTREAM-EVENT ARBEITSMARKT – Während der Coronakrise ist der Fachkräftemangel in einigen Branchen gesunken, jetzt nimmt er auf breiter Ebene wieder zu. «Fachkräftemangel wird eines der Kernthemen» SIC Online Award Winning Ceremony, 25.11. 2021, 16.30 Uhr Als moderner Wirtschaftsverband gehört es zu unseren Kernaufgaben, Trends, Transformationen und Innovationen rechtzeitig zu erkennen, sie auf attraktive Art zu transportieren und unseren Mitgliedern hilfreiche und zielführende Angebote zu unterbreiten. Für das Jahr 2022 haben wir in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern eine breite Aus- und Weiterbildungspalette im Haus der Wirtschaft etabliert. Am 29. November können Sie sich an einem Informationsabend ein Bild über die Angebote im «Schulhaus HDW» machen. Wer sich heute schon auf die Zukunft vorbereitet, wird sie erfolgreich meistern können. HEUTE IM STANDPUNKT 2 | KUNDENBEDÜRFNISSE Universität Basel und Wirtschaftskammer arbeiten an einer Studie. 5 | ZUBA Allschwil und der Kanton informierten über «Zubringer Bachgraben». Viele Unternehmen haben (wieder) Schwierigkeiten, Stellen mit qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Sowohl bei Grossunternehmen wie auch bei familiengeführten KMU gibt es einen Mangel an Personen mit spezifischem Wissen und Fachkenntnissen. Der Begriff des Fachkräftemangels macht wieder verstärkt die Runde. Dominik Rieder, Geschäftsführer Arbeitgeber Baselland, hält fest: «Das Thema Fachkräftemangel ist bei unseren Mitgliedern ganz oben auf der Sorgenliste. Entsprechend muss es auch im politischen Betrieb ganz oben sein.» Das ist seit Ende Oktober in Bern der Fall. Nationalrat Marcel Dobler hat 2017 die Motion «Wenn die Schweiz teure Spezialisten ausbildet, sollen sie auch hier arbeiten können» eingereicht. In dieser geht es darum, dass in der Schweiz teuer ausgebildete junge Spezialistinnen und Spezialisten das Land verlassen müssen, weil sie aus Drittstaaten Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Bild: Shutterstock kommen und aufgrund von ausgeschöpften Höchstzahlen nicht direkt angestellt werden können. Das Parlament hat diese Motion angenommen und der Bundesrat will diese Hürde nun abbauen. Die «Zulassungserleichterung für Ausländerinnen und Ausländer mit Schweizer Hochschulabschluss» ging am 27. Oktober in die Vernehmlassung. Das ist laut Rieder ein Schritt in die richtige Richtung. Aber der Fachkräftemangel sei auch in Branchen, wo keine Hochschulabschlüsse nachgefragt werden, akut und müsse angegangen werden. Das bestätigt Anna Ritter. Sie ist Geschäftsführerin der Elektro Swin AG in Zunzgen und Bennwil und stellt im Gespräch fest: «Gute Fachkräfte sind einfach eine Rarität. Wir sind mit unserem Problem nicht alleine, viele Branchen sind in derselben Situation. Wir sind stetig auf der Suche nach qualifiziertem Personal, jedoch ist es nicht ganz einfach – obwohl wir alle Hebel in Bewegung setzen.» Patrik Tschanz, Geschäftsführer Tschanz & Partner, hat ähnliche Probleme. Das Informatik-Dienstleistungsunternehmen aus Füllinsdorf benötigt mindestens drei bis fünf Monate, um eine neue Stelle zu besetzen. «Manchmal auch länger», wie Tschanz anfügt. Man sei ein Ausbildungsbetrieb, aber das reiche nicht. Man sei darauf angewiesen, auch im Ausland zu rekrutieren, wo der Markt ebenfalls ausgetrocknet sei und das Lohnniveau steige. «Das Thema Fachkräftemangel», so das Fazit und der Ausblick von Rieder, «wird bei uns im Verband eines der Kernthemen in den kommenden Jahren darstellen.» Patrick Herr Seite 4

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