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Standpunkt 526, 3. September 2021

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4 | Standpunkt der Wirtschaft PUBLIREPORTAGE 3. September 2021 In Nachhaltigkeit investieren Diesen Sommer hat die Asga eine verpflichtende Klimapolitik für die Kapitalanlagen eingeführt. Ein wichtiger Schritt: Unsere Klimapolitik ermöglicht es, unsere treuhänderische Pflicht zur Berücksichtigung aller Risiken im Anlageprozess wahrzunehmen. Und so leisten wir einen aktiven Beitrag an die von der Schweiz langfristig angestrebten Klimaziele zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens - hin zu einer nachhaltigen, CO 2 -freien Wirtschaft. Unsere Klimapolitik basiert auf drei Säulen: Klimarisiko Klimawirkung Aktives Aktionariat Wieso drei Säulen? Die Aufteilung ist nicht nur aus regulatorischer Sicht wichtig, sondern lässt auch eine bewusste Auseinandersetzung mit genau umrissenen Massnahmen in den einzelnen Säulen zu. Doch der Reihe nach: In der ersten Säule anerkennen wir die Risiken im Zusammenhang mit der Klimaveränderung als Teil unserer treuhänderischen Pflicht. Hier überwachen wir die Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben und binden sie in unser allgemeines Risikomanagement mit ein. Eine weitsichtige Massnahme aus diesen Überlegungen: Wir schliessen aus Risikogründen zum Beispiel Kohleunternehmen aus. Dies aufgrund der Klimastrategien verschiedener Staaten: Diese legen Pläne offen, dass gewisse fossile Energien wie z. B. Kohle zu den sogenannten «Stranded Assets» zählen, die bereits im Jahr 2030 in vielen entwickelten Ländern vor dem Aus stehen. In der zweiten Säule tragen wir dem Klimaübereinkommen von Paris Rechnung, welches die Schweiz im Oktober 2017 ratifiziert hat. Das Übereinkommen von Paris will nicht nur die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad halten, Sergio Bortolin, Geschäftsführer Asga Pensionskasse. sondern auch die Finanzflüsse klimaverträglich ausrichten. Die Asga bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen: Das bedeutet, dass wir uns auf einen Absenkungspfad begeben und CO 2 - Emissionen reduzieren. Firmen sollen nachhaltig wirtschaften Das aktive Aktionariat, welches die dritte Säule umschliesst, ist insbesondere wichtig, um langfristig die Unternehmen dazu zu bewegen, aus einer Klima- aber auch gesamtheitlichen ESG- Sicht nachhaltig zu wirtschaften. Unser Klimaengagement erfolgt über unsere Mitgliedschaft beim Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Der SVVK beteiligt sich aktiv am Dialog mit nationalen und internationalen Firmen. Zusätzlich zur aktuellen Stimmrechtspolitik üben wir die Stimmrechte auch dort aus, wo wir Klimaengagement betreiben und bei allen «Climate Action 100+»-Unternehmen. Mit der Klimapolitik vervollständigen wir unsere im letzten Jahr eingeführte Nachhaltigkeitspolitik und treffen verbindliche Massnahmen im Umgang mit fossilen Energien. Die Umsetzung der Klimapolitik erfolgt natürlich immer unter der Wahrung unserer Verpflichtung gegenüber unseren Versicherten. Es ist weiterhin zentral, eine marktgerechte Rendite zu angemessenen Kosten und Risiken zu erzielen, damit wir unsere Leistungsversprechungen finanzieren können. «Nachhaltigkeit ist die Basis unternehmerischen Handelns, denn nur so ist auch langfristiger ökonomischer Erfolg möglich. Entwicklung und Fortschritt bieten neue Chancen für Menschen, Umwelt und Unternehmen. Darum kommen unternehmerischen Lösungen bei der Bewältigung der ökologischen und sozialen Herausforderungen eine entscheidende Bedeutung zu.» Asga Pensionskasse Rosenbergstrasse 16, 9001 St. Gallen Telefon für Versicherte: +41 71 228 50 22 Telefon Zentrale: +41 71 228 52 52 www.asga.ch ANZEIGE Gute Geschäfte in … Malawi AB CHF 70.– PRO STUNDE Tagungs- und Eventcenter Kontakte Haus der Wirtschaft Tagungs- und Eventcenter (TEC) Hardstrasse 1 CH-4133 Pratteln www.hdw.ch/tec tec@hdw.ch +41 61 927 64 55 zur Buchungsplattform portal.hdw.ch Foto: Themenraum «Malawi» Das Tagungs- und Eventcenter (TEC) im Haus der Wirtschaft in Pratteln setzt auf 2000 m 2 neue Massstäbe für Ihre individuellen Meetingansprüche. In direkter Nähe zur Autobahn A2/A3 und dem Bahnhof SBB stehen 12 modernste Veranstaltungsräume und ein einzigartiges Auditorium zur Verfügung. In den stilvollen Themenräumen «Panama», «Casablanca», «Amazonas», «Malawi», «Camargue», «Mumbai», «Malibu» lässt sich mit innovativen Ideen die Welt erobern. Mitglieder der Wirtschaftskammer profitieren von attraktiven Vorzugskonditionen.

3. September 2021 INTERVIEW Standpunkt der Wirtschaft | 5 SCHWEIZER SALINEN – Dr. Urs Ch. Hofmeier ist Geschäftsführer der Schweizer Salinen. Der Standpunkt der Wirtschaft hat mit ihm über seinen Gewürzschrank, Abhängigkeiten und die Konzessionsverlängerung für Baselland gesprochen. Eine «Salzversorgung der kurzen Wege» mache grundsätzlich Sinn, sagt Hofmeier. «Das Salzregal bietet grosse Vorteile» Standpunkt: Herr Hofmeier, Salz ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken, und die Produkte der Schweizer Salinen sind wahrscheinlich in jedem Schweizer Küchenregal zu finden. Wir sind «gwundrig» und würden gerne wissen: Wie viel Salz steht denn in Ihrem Gewürzschrank? Urs Hofmeier: Salz ist ein wunderbares Naturprodukt und ist in meinem Gewürzschrank natürlich prominent vertreten. Es sind dies vor allem «Sel des Alpes», «Fleur des Alpes» und «JuraSel», also die hier hergestellten Produkte der Schweizer Salinen. Als Präsident von EUsalt, dem europäischen Verband der Salzproduzenten, halte ich regen Kontakt mit befreundeten Salinen im Ausland. Im Regal versammeln sich somit auch viele Salzspezialitäten aus der ganzen Welt. Und welches davon ist Ihr Lieblingssalz? Meine Familie und ich geniessen die Grillsaison sehr. Das Rauchsalz von «Fleur des Alpes» passt da besonders gut – sei es auf Fleisch, Fisch oder Gemüse. «Fleur de sel» aus Aigues-Mortes oder Lava-Salz aus Hawaii – Salz ist auch ein Lifestyle-Produkt geworden. Sie bieten in Ihrem Salzladen selber eine eindrückliche Auswahl an. Wie schneidet das Schweizer Salz im internationalen Vergleich ab? Da das Grundprodukt überall das gleiche ist, liegt der besondere Reiz dieser Salzvielfalt in der Veredlung zu Gewürzsalzen. Da sind wir Weltspitze. In der Schweiz haben wir einen wahren Schatz an Gewürzmühlen. Mein aktueller Favorit ist «Fleur des Alpes» mit Bio-Cayennepfeffer. «KEINE BÄCKEREI, KEIN VERARBEITENDER BETRIEB, KEIN CHEMISCH-PHARMA- ZEUTISCHES UNTER- NEHMEN SCHAFFT ARBEITSPLÄTZE OHNE SALZ.» Salz wird seit jeher in der Küche gebraucht, aber auch in der Lebensmittelindustrie oder um Strassen zu enteisen. Man findet es in Waschmitteln, Glas und Medikamenten. Die Schweizer Salinen produzieren rund 600000 Tonnen Salz pro Jahr und versorgen damit die Schweiz. In welchen Bereichen wird Ihr Salz verarbeitet? Salz wird in über 10 000 Produkten und damit in einer ebenso grossen Anzahl von verarbeitenden Betrieben im ganzen Land verarbeitet. Sei es in der Lieblingsbeiz in Liestal, im KMU in Bubendorf oder im Weltkonzern in Allschwil: Keine Bäckerei, kein verarbeitender Betrieb, kein chemischpharmazeutisches Unternehmen schafft Arbeitsplätze ohne Salz. Im Januar dieses Jahres wurde die Rekordmenge von 110 000 Tonnen Auftausalz gestreut, zwölfmal mehr als im Vorjahr. Wie ist der allgemeine Trend beim Salzverbrauch in unserem Land? Dr. Urs Ch. Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen. Wir gehen von einem konstanten Salzbedarf aus, allerdings mit teilweise grossen Schwankungen. Nur ein Jahr zuvor, im Jahr 2020, hatten wir den mildesten Winter seit 20 Jahren. 2021 schlug es ins andere Extrem um. Die Schweizer Salinen mussten – und konnten – innert kürzester Zeit Rekordmengen zu unveränderten Preisen in alle Landesteile liefern, um die Verkehrswege für das tägliche Leben und die Wirtschaft offen und sicher zu halten. Die spezielle Herausforderung liegt also darin, sowohl strenge als auch milde Winter zuverlässig und ohne Preisausschläge zu meistern. Das können wir als Unternehmen der Kantone mittels strategischen Mehrjahreslagern für die Allgemeinheit leisten. Mittelfristig erwarten wir, gestützt auf wissenschaftliche Modelle, dass die unvorhersehbaren Schwankungen in beide Richtungen noch zunehmen. Auch MeteoSwiss rechnet trotz Klimaerwärmung für den durchschnittlichen Verbrauch von Auftausalz je nach Modell nur mit geringen Veränderungen gegenüber heute. Das Bevölkerungswachstum wird zudem den Bedarf an Speisesalz und Salz für die Wasserenthärtung antreiben, um nur zwei Beispiele zu nennen. Der Trend ist also in etwa konstant, aber es gibt eine grosse Volatilität aufgrund des Wetters. Die Covid-Pandemie hat gezeigt, dass unser Land in vielen Bereichen vom Ausland abhängig ist. Wie wichtig ist es, dass die Schweiz Salz selber produziert und das Salzregal erhalten bleibt? Die Nachfrage nach Speisesalz stieg im Frühling 2020 um den Faktor acht. Nur dank Sofortmassnahmen in der lokalen Produktion und weil wir vom unterirdischen Rohstoff bis zum Endprodukt alles selbst abdecken können, war es uns möglich, diese Nachfrage ohne Mangellage und bei fixen Preisen zu befriedigen. Da die Situation in ganz Europa gleich war, hätte ohne diese Autonomie schlicht nicht genug Salz bereitgestellt werden können, schon gar nicht mit Importen. Die gleiche umgreifende Knappheit entsteht in einem strengen Winter, der ja in der Regel dann nicht nur die Schweiz betrifft. Wenn wir in dieser Situation das Auftausalz nicht in ausreichender Menge in der Schweiz haben, steht der Verkehr im schlimmsten Fall längere Zeit still, und die Verluste für die Wirtschaft sind enorm. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit macht eine Salzversorgung der kurzen Wege grundsätzlich Sinn: Wir sollten hier nicht zulasten von anderswo konsumieren. Das Salzregal – das kantonale Hoheitsrecht der Salzgewinnung – bietet gerade in unserer globalisierten Gesellschaft grosse Vorteile. Es erlaubt uns, die Salzversorgung auf dem Prinzip der Solidarität abzustützen, und es ist dabei auch noch nachhaltig. Wie viel Salz gibt es in der Schweiz und im Kanton Basel- Landschaft noch abzubauen, und für wie lange reichen diese Vorkommen? In der Nordwestschweiz kennen wir heute Salzlager im Umfang von etwa 35 Millionen Tonnen. Das reicht gut 50 Jahre für die Versorgung unserer Gesellschaft, also bis ans Ende der nächsten Konzessionsperiode, die von 2026 bis 2075 dauern soll. Welche dieser Lager wir im Aargau und im Baselbiet wann erschliessen, klären wir aktuell auf der Basis von geologischen Untersuchungen nach «State of the Art» ab. Ausserhalb der Konzessionsgebiete Aargau und Basel- Landschaft liegen weitere Salzvorräte, mit denen die Schweiz sich noch für viele Hundert Jahre versorgen kann. Bild: zVg An welchen neuen Standorten könnte künftig Salz gewonnen werden? Für die nächste Konzessionsperiode von 2026 bis 2075 stehen die Salzvorkommen der Salinen Riburg (Rheinfelden) und Schweizerhalle (Pratteln) im Vordergrund. «WENN WIR DAS AUFTAUSALZ NICHT IN AUSREICHENDER MENGE IN DER SCHWEIZ HABEN, STEHT DER VERKEHR IM SCHLIMMSTEN FALL LÄNGERE ZEIT STILL.» Dazu kommt die Saline in Bex VD. Für die nächste Konzessionsperiode ab 2075 untersuchen wir Standorte im Kanton Jura, im Mittelland und bei den Juraseen. Die geologischen Abklärungen sind sehr zeitintensiv und auch kostspielig, daher planen wir in diesen grossen Zeiträumen. Ihre Konzession im Kanton Basel-Landschaft läuft 2025 ab. Die Regierung will diese bis 2075 verlängern, der Landrat soll demnächst darüber befinden. ZUR PERSON Dr. Urs Christoph Hofmeier, 58, doktorierte 1993 an der Universität Basel in physikalischer Chemie und hat ein MBA vom IMD in Lausanne. Er ist seit 2012 Geschäftsführer der Schweizer Salinen AG mit 260 Angestellten. Vorher war er bei Novartis, Solvias und Linde Gas Therapeutics international tätig. Seine Affinität für Digitalisierungsthemen Das wird, Stichwort Rütihard Muttenz, für Gesprächsstoff sorgen. Mit welchen Argumenten gehen Sie in diese Diskussion? Die Konzession bewilligt ja keine lokalen Förderprojekte, sondern regelt grundlegend die Rechte und Pflichten über den Salzabbau für die kommenden 50 Jahre. Der Vertrag schafft Planungssicherheit für alle Seiten. Was die Rütihard angeht: Die Salinen haben aufgrund der Diskussionen und der Verunsicherung in Teilen der Bevölkerung das Projekt Rütihard für 20 Jahre sistiert. Damit kann weiteres Wissen erarbeitet werden und die Salinen können zeigen, dass sie in der Lage sind, den Salzabbau ökologisch, bevölkerungsverträglich und für die Fördergebiete wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben. Dies gibt einer nächsten Generation die Möglichkeit, zu entscheiden, ob sie die 4,5 Millionen Tonnen Salz unter der Rütihard nutzen wollen. Die Konzession hält diese Option offen, es ist aber in keinster Weise eine Vorentscheidung. Salz ist der einzige Rohstoff des Kantons und ein lokales Produkt. Also nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein ökologisches Produkt. Das ist richtig und wir gehen mit diesem wertvollen Rohstoff auch sorgfältig um. Nachhaltigkeit ist den Schweizer Salinen schon sehr lange ein zentrales Anliegen. Unsere Produktion nutzt zu 100 Prozent Strom aus Schweizer Wasserkraft. Täglich arbeiten unsere Ingenieure daran, weniger Energie, weniger Wasser und weniger Rohstoffe pro produzierter Tonne Salz zu benötigen. Darüber legen wir in unseren öffentlichen Jahres- und Nachhaltigkeitsberichten Rechenschaft ab. Mit dem Naturfonds «Salzgut» investieren wir ausserdem einen Franken pro Tonne gefördertem Salz in den Naturschutz und die Biodiversität in unseren Förder gebieten. Bis heute haben wir 42 Projekte von kleinen und grossen lokalen Naturschutzorganisationen und Gemeinden unterstützt. Und auf unseren Förderstellen und Firmengeländen fördern wir die Biodiversität mit eigenen Initiativen, für die sich auch unsere Mitarbeitenden engagieren. Salz ist im Alltag omnipräsent, aber eine grosse Unbekannte für viele. Die Salinen bieten diverse Führungen an. Wie sind die Reaktionen der Besucher, nachdem sie beispielsweise den imposanten Salzberg im «Saldome» gesehen haben? Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich folgenden Satz schon gehört habe: «Ich habe gar nicht gewusst, dass wir hier einen der wenigen Rohstoffe der Schweiz abbauen und die ganze Schweiz mit Salz versorgen.» Ich kann es allen nur ans Herz legen: Kommen Sie uns besuchen, es lohnt sich. Interview: Patrick Herr und Veränderungs management sind wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung der Schweizer Salinen hin zu einem agilen, dialogorientierten und digitalisierten Unternehmen. Urs Hofmeier ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in St. Pantaleon SO. www.salz.ch www.saline.ch

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