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Standpunkt 519, 9. April 2021

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6 | Standpunkt der Wirtschaft PUBLIREPORTAGE 9. April 2021 Baumann & Cie, Banquiers, Ihr Partner für neue Perspektiven Im Zeitalter der Digitalisierung und der zunehmenden Automatisierung nimmt der persönliche und individuelle Kontakt zwischen Bank und Kunde laufend ab. Baumann & Cie folgt diesem Trend ganz bewusst nicht. Als Vertrauenspartner ihrer Kunden in allen Lebensabschnitten erkennt Baumann & Cie die Chancen dieser Entwicklung und berät ihre Kunden umfassend und persönlich. Mit dem Wissenshaus Baumann werden die Kunden persönlich und individuell in allen finanziellen Angelegenheiten über Generationen begleitet. Als verlässlicher und kompetenter Sparringspartner werden die entscheidenden Fragen gestellt, um die persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zu verstehen und daraus eine gesamtheitliche Strategie zu formulieren. Deshalb bietet Baumann & Cie als Ergänzung zu ihrem Kerngeschäft – der Vermögensverwaltung und Anlageberatung – auch folgende Dienstleistungen an: Finanzund Vorsorgeplanung, Erbschafts-, Nachfolgeund Steuerberatungen. Durch diese umfassenden Dienstleistungen erleichtert Baumann & Cie ihren Kunden das Leben und steht ihnen auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zur Seite. Mit unternehmerischem Denken und höchster Sorgfalt werden die konkreten Ziele und Massnahmen umgesetzt. Dabei werden alle notwendigen Vorkehrungen gemeinsam mit dem Kunden getroffen, um das Kundenportfolio in eine gesicherte Zukunft zu steuern. Von Unternehmern für Unternehmer «Meine Unternehmung ist meine Altersvorsorge.» Immer wieder hört man diese Aussage von Firmeninhabern. Als teilhabergeführtes KMU kann Baumann & Cie diese Aussage nachvollziehen. Doch was ist, wenn zum Beispiel der erwartete Verkaufspreis am Markt nicht realisiert werden kann oder kein Unternehmensnachfolger gefunden wird? Wurde in diesem Kontext die eigene Altersvorsorge vernachlässigt, so kann dies zu finanziellen Schwierigkeiten für den dritten Lebensabschnitt des Unternehmers führen. Mit einer guten privaten Altersvorsorge hingegen kann ein grösserer Handlungsspielraum für die Übergabe der eigenen Unternehmung geschaffen werden. Sie als Unternehmer können mit der richtigen Pensionskassen-Lösung Ihre Vorsorgesituation entscheidend beeinflussen. Auch für Arbeitnehmer werden Sie durch eine gute Vorsorgelösung am Arbeitsmarkt an Attraktivität gewinnen. Obwohl die Altersvorsorge seit Jahren die grösste Sorge der Schweizerinnen und Schweizer ist, werden die notwendigen Massnahmen oft zu spät eingeleitet. Im Vordergrund steht, die Vorsorge in die Gesamtsituation der Unternehmer einzubetten, da die Optimierung der Alters vorsorge individuell ist. Die Möglichkeiten reichen vom privaten Sparen, über zusätzliche Einkäufe in die Pensionskasse bis hin zur Erhöhung der Sparbeiträge durch den Unternehmer. Neben den daraus entstehenden Steuerersparnissen ist auch die Wahl der Anlagestrategie für das Ersparte von grosser Bedeutung. Denn anhand dieser kann langfristig das Vermögen geschützt und die finanzielle Unabhängigkeit erreicht werden. Investieren wie Privatbanquiers Baumann & Cie setzt in ihrer Anlagephilosophie bewusst den Fokus auf die Identifizierung der wesentlichen strukturellen Trends und der sich daraus ergebenden Investitionsmöglichkeiten. Es sind Trends, welche unvorhersehbare Ereignisse wie eine Pandemie über dauern und auch nach einer Rückkehr zu einem Leben ohne Abstandsregeln und Gesichtsmasken unsere Wirtschaft und Gesellschaft prägen werden. Mit diesem Ansatz lassen sich nachhaltige Wachstumsfelder identifizieren und im Endeffekt langfristig positive Renditen erzielen. Für die Titelauswahl innerhalb der entsprechenden Wachstumsfelder orientiert sich Baumann & Cie an ihren bewährten Baumann Werten. Das wichtigste Kriterium innerhalb der Baumann Werte ist die Exzellenz. Als exzellent gelten dabei Unternehmen, welche über eine dominante Marktstellung, hohe Eintrittsbarrieren, gesunde Finanzen und ein nachhaltiges Geschäftsmodell verfügen. Diese Unternehmen erwirtschaften Kapitalrenditen, welche über den Kapital kosten liegen, schaffen damit Aktionärsmehrwert und sind in der Konsequenz langfristig erfolgreich. Zu guter Letzt ist es für Baumann & Cie selbstverständlich, dass den Kunden nur jene Anlagen empfohlen werden, in die Baumann & Cie auch selber mit Überzeugung investiert. Daniel Burkhardt, Teilhaber bei Baumann & Cie, Banquiers. Baumann & Cie, Banquiers St. Jakobs-Strasse 46 4002 Basel Telefon: +41 61 279 41 41 E-Mail: info@baumann-banquiers.ch www.baumann-banquiers.ch KMU-NACHRICHTEN ENERGIEPAKET – Das Energiepaket unterstützt die Beratungen von «erneuerbar heizen». Sie informieren Wohneigentümerinnen und -eigentümer mit fossilen Heizungen über das Heizen mit erneuerbaren Energien. Das Programm «erneuerbar heizen» kommt gut an Das Programm «erneuerbar heizen» erfreut sich im Kanton Basel-Landschaft einer hohen Beliebtheit. Seit rund einem Jahr unterstützt das Baselbieter Energiepaket die sogenannten Impulsberatungen. Mit den Beratungen werden die kantonalen Wohneigentümerinnen und -eigentümer mit fossilen Heizungen über die Chancen und Anforderungen von Heizungen mit erneuerbaren Energien informiert. In den Gesprächen wird so etwa aufgezeigt, wie bei einer Umstellung auf erneuerbare Energieträger vorzugehen ist, und wie viele CO 2 -Emissionen eingespart werden können. Die Beratungsgespräche sind in der Regel kostenlos. Gemäss dem Energieexperten Stefan Haas, Teamleiter Gebäudeenergie bei der IWF AG, ist die Beanspruchung einer Impulsberatung absolut zu empfehlen. So könne ein Heizungs wechsel die Hauseigentümerinnen und -eigentümer durchaus vor Herausforderungen stellen. Entsprechend seien fossile Heizungen in der Vergangenheit in aller Regel 1:1 ersetzt worden. Beratung schafft Transparenz «Eine Impulsberatung sowie die genaue Definition der nächsten Schritte kann Sicherheit und Transparenz schaffen», sagt Haas. Eine Impulsberatung biete so den neutralen Vergleich der unterschiedlichen Heizsysteme. «Im Rahmen der Beratung werden die technische Machbarkeit vor Ort geprüft und die Kosten der verschiedenen Heizsysteme dargelegt», so Stefan Haas weiter. Unkompliziert und kostenlos Die Impulsberatung «erneuerbar heizen» wird vom Baselbieter Energiepaket mit 350 Franken unterstützt, was in der Regel die gesamten Kosten abdeckt. Alleine im Jahr 2020 wurden im Baselbiet rund 250 Impuls beratungen durchgeführt. Dafür, dass das Programm erst 2020 lanciert wurde, ist dieser Wert äusserst erfreulich. Es besteht jedoch noch Luft nach oben. Im Baselbiet sind aktuell noch rund 48 000 fossile Heizungen in Betrieb und 27 000 davon müssen alters bedingt in den kommenden Jahren ersetzt werden. Eine frühzeitige Impulsberatung vor Ort kann dazu beitragen, dass diese bei einem allfälligen Ersatz – wenn möglich – durch Heizungen ersetzt werden, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wärmepumpen auf Vormarsch Dank dem neuen Baselbieter Energie paket wird der Ersatz von fossilen Heizungen mit stark erhöhten Förder beiträgen unterstützt. Neu wurde zudem auch die Förderung von Luft/Wasser-Wärmepumpen beim Ersatz einer fossilen Heizung in das Programm aufgenommen. Bislang wurden Luft/Wasser-Wärmepumpen nur unterstützt, wenn sie Elektroheizungen ersetzten. Dank dieser neuen Förderung konnten im Vorjahr 649 Wärmepumpen realisiert werden.Simon Dalhäuser Die Förderung von Luft/Wasser-Wärmepumpen beim Ersatz einer fossilen Heizung wurde in das Programm «erneuerbar heizen» aufgenommen. Bild: Archiv Grosswärmeverbund Liestal kommt voran Die EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) investiert insgesamt 72 Millionen Franken, um in Liestal alle sieben Wärmeverbünde zu einem effizienteren und nachhaltigeren Grosswärmeverbund zusammenzuschliessen. Die erste Bauetappe, die Erneuerung der bestehenden Heizzentrale «Fernwärme Liestal», hat mit der Anlieferung der neuen Holzheizkessel im vergangenen 6. März einen wichtigen Meilenstein erreicht. Zudem seien bereits 50 Prozent der neuen Leitungen zum Anschluss der Wärmeverbünde Burg, Brunnmatt und Hallenbad verlegt, teilt das Unternehmen mit. ra GASAG unter neuer Führung Lukas Küng von Primeo Energie hat Cédric Christmann als Verwaltungsratspräsident der Erdgas AG Laufental-Thierstein (GASAG) abgelöst. Küng wurde an der Generalversammlung der GASAG vom vergangenen 16. März gewählt. Der ebenfalls aus dem Verwaltungsrat zurückgetretene Simon Croll wurde durch Cédric Jeanbourquin aus Laufen ersetzt. Auch bei der Geschäftsführung hat es einen Wechsel gegeben: Linde Meneghin ersetzt Thomas Wälchli. ra Primeo Energie schliesst 2020 mit solidem Ergebnis ab Die Primeo Energie in Münchenstein ist 2020 «weiter gewachsen und hat in einem herausfordernden Umfeld ein solides Ergebnis erzielt», wie Primeo mitteilt. Trotz der Covid-19-Pandemie und Sondereinflüssen fällt der Reingewinn mit 27 Millionen Franken im Bereich des Vorjahres (28 Mio. Fr.) aus. Der Gruppen umsatz ist 2020 um 20 Prozent auf 834 Millionen Franken gestiegen. Sondereinflüsse haben zu einem tieferen Betriebsergebnis (EBIT) von 52 (Vorjahr: 62) Millionen Franken geführt. Der Eigenkapitalanteil bleibt bei robusten 57 Prozent. ra

9. April 2021 INTERVIEW Standpunkt der Wirtschaft | 7 EVENTBRANCHE – Die Coronakrise bringt auch den Eventsommer 2021 ins Wanken. Erik Julliard, Produzent des Basel Tattoo und an Grossevents wie dem Eidgenössischen Jodlerfest 2021 in Basel und dem Esaf 2022 in Pratteln beteiligt, spricht im Interview über die Zukunft der Branche. «Der Mensch ist und soll positiv sein» Standpunkt der Wirtschaft: Herr Julliard, nach der Verlängerung des Gastro- und Event-Lockdowns durch den Bundesrat haben viele Veranstalter ihre Grossanlässe abgesagt. Droht uns ein weiterer eventfreier Sommer? Erik Julliard: Ich glaube nicht, dass es ein komplett eventfreier Sommer wird. Es ist an der Zeit, dass sich die Situation verbessert und wieder Events stattfinden können. Das ist nicht nur aus der Sicht der Veranstalter wichtig, sondern auch für die Gesellschaft. Am voll besetzten Rheinufer sieht man, dass die Jungen, aber auch die Älteren, langsam genug und wieder Lust auf Kontakte und Unterhaltung haben. «ES STIMMT, ICH WERDE VON SEHR VIEL HERZ- BLUT ANGETRIEBEN. DIESES HERZBLUT LÄSST SICH ABER NICHT DURCH CORONA UND SEINE FOLGEN KAPUTT MACHEN – ODER SAGEN WIR MAL: NOCH NICHT.» Auch Ihr Basel Tattoo ist ein Sommerevent, dieses Jahr geplant vom 16. bis 24. Juli. Wie gehen Sie mit der aktuellen Lage im Hinblick auf dieses Festival um? Leider ist es noch nicht möglich, zu sagen, ob das Basel Tattoo 2021 stattfinden kann oder nicht. Sicher ist, dass wir voll in der Planung sind und auf jeden Fall bereit wären. Wir müssen von Monat zu Monat abwarten, ob unser Event möglich sein wird. Das macht die Sache so schwierig: es ist schlimm, keine Planungssicherheit zu haben. Das ist etwas, das wir sonst nicht kennen und normalerweise selbst in der Hand haben. Sie hatten letztes Jahr den letztlich vergeblichen Versuch unternommen, das Basel Tattoo in den Herbst zu verlegen, um es doch noch zu retten. Werden Mut und Zuversicht in diesen Zeiten bitter bestraft? Das ist eine gute Frage. Eigentlich könnte man es fast so sehen. Aber wir denken nicht so. Mein Team und ich sind heute noch extrem stolz, dass wir den Versuch unternommen hatten. Man stelle sich vor, die Situation hätte sich gelockert und wir wären für diesen Event bereit gewesen. Das wäre der Wahnsinn gewesen und die riesige Freude hätten wir mit den vielen tausend Besucherinnen und Besuchern geteilt. Unsere Haltung gilt auch für das Basel Tattoo in diesem Jahr. Irgendwann wird sich die Situation verbessern und alles wieder offen sein. Und dann «gewinnt» derjenige Veranstalter, der bereit ist. Mit Ihrer Firma Julliard Events sind Sie auch in die Organisation des 31. Eidgenössischen Jodlerfestes in Basel eingebunden, das nach der Verschiebung letztes Jahr nun definitv abgesagt ist. Das Eidgenössische Jodlerfest wurde völlig zurecht abgesagt. Es wären enorme Kosten entstanden und es war zum Zeitpunkt der Absage und bis heute nicht klar, ob ein Fest überhaupt stattfinden kann. Selbst bei Erik Julliard gehört zu den grössten Event-Veranstaltern der Nordwestschweiz. Er bleibt trotz aller Probleme mit Corona optimistisch für die Zukunft. Bild: zVg einer möglichen Durchführung unter Auflagen wäre es kein Anlass im Sinne des Brauchtums der Jodler geworden. Niemand will mit viel Abstand singen – und die Einschränkungen zum Singen und Jodeln sind schrecklich. So hätte man am Ziel vorbeigeschossen. Die Idee war es, ein grosses Fest für Basel zu machen. Es hat wohl nicht sein sollen. Wir gehen mittlerweile in den 14. Monat ohne Grossevents. Was bedeutet das für die Veranstalter in wirtschaftlicher Hinsicht? Die Situation ist grundsätzlich desaströs. Hätten wir nicht die Möglichkeit durch Kurzarbeitsentschädigung die Mitarbeitenden zu entlöhnen oder mittels Ausfallentschädigungen gewisse Umsatzeinbussen zu minimieren, wäre die Szene noch schlimmer dran. Und es geht ja nicht bloss um Umsatz und Ticketverkauf, sondern auch um Emotionen und die Unterhaltung. Wir beim Basel Tattoo sehen auch den höheren Auftrag, für die internationale Militärmusik eine wichtige Plattform zu bieten. Das wird durch das Eventverbot verunmöglicht. Ob wir aus wirtschaftlicher Sicht aus diesem Schlamassel herauskommen, wird sich Ende 2021 zeigen, denn das schwierigere Jahr ist definitiv das 2021 und nicht das 2020. Inwiefern können diese Einbussen durch die staatlichen Hilfsprogramme aufgefangen werden? Gott sei dank gibt es diese Hilfen. Die Eruierung des «Schadens» ist für die Behörden extrem schwierig. Die Abteilung Kultur des Kantons Basel-Stadt leistet hervorragende Arbeit und die Betreuung der Eventbranche im Kanton Basel-Stadt ist sensationell. Es bleibt aber dabei, dass man nie und nimmer gleich gut dastehen kann, wie wenn der Event stattgefunden hätte. Leider ist auch nicht in allen Kantonen die Hilfsbereitschaft für die Kultur- und Eventbranche gleich gross wie hier bei uns. Die Menschen und Arbeitsplätze sind mit der Eventbranche oft leidenschaftlich verbunden. Wie kommen diese Leute über die Runden? Es wird sicherlich eine Zeit sein, die in die Geschichte bei uns eingeht. Ich habe persönlich Glück, dass ich ein enorm tolles Team habe. Alle sind extrem traurig. Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinen Freunden aus dem Organisationskomitee und auch mit den Helfenden, um zu diskutieren, wie schade es ist, dass der Event nicht stattfinden kann und was wir allenfalls alternativ machen könnten. Allein der Gedanke, dass das Basel Tattoo wieder nicht stattfinden könnte, macht wirklich sehr vielen Leuten weh. «MAN KANN DAVON AUSGEHEN, DASS IN DEN NÄCHSTEN ZWEI JAHREN NOCH MEHR VERANSTALTUNGEN ALS VOR DER CORONAZEIT STATTFINDEN WERDEN. ES WIRD EINE ART NACHHOLEFFEKT GEBEN.» Sie selbst leben das Motto: «Wir lieben was wir tun. Mit viel Engagement und Herzblut.» Inwiefern wird diese Liebe angesichts immer wieder neuer Hürden auf die Probe gestellt? Es stimmt, ich werde von sehr viel Herzblut angetrieben. Dieses Herzblut lässt sich aber nicht durch Corona und seine Folgen kaputt machen – oder sagen wir mal: noch nicht. Das heisst, wir werden zwar immer wieder auf die Probe gestellt, aber der innere Antrieb bleibt da. Selbstverständlich ist es brutal enttäuschend, immer wieder diese Rückschläge zu kassieren. Ich bin es mir aber gewohnt seit dem Aufbau des Events. Jetzt haben wir eben eine Zeit, in der wir sehr viele Rückschläge hinnehmen müssen. Wir können darauf hoffen, dass es in der Zeit danach besser sein wird. Die Veranstalter sind der eine, wesentlich tiefgreifender betroffene Teil der Problematik. Aber es gibt ja auch die Besucher, die Konzertgänger, die Gäste – was macht dieser Event-Lockdown mit den Menschen, die sich gerne an solchen Anlässen bewegen und sie geniessen? Es ist in der Tat so, dass die Gesellschaft stark durch das Fehlen der Events betroffen ist. Was die Auswirkungen sind, werden wir noch sehen. Wir müssen darauf hoffen, dass die Menschen nach der Pandemie wirklich wieder vermehrt an Events kommen und sich nicht daran gewöhnt haben, ohne Events auszukommen. Das gilt für viele gesellschaftliche Bereiche. Es wird spannend sein, ob alle Clubs und Vereine gleich viel Zulauf haben wie vor Corona und ob wir alle in diese Tätigkeiten gleich viel Zeit investieren wie zuvor. Wir werden es sehen. Durch die jüngsten Absagen wird oft auch über das dauerhafte Verschwinden von Traditionsanlässen und -festivals gesprochen. Wie gross stufen Sie diese Gefahr ein? Dass grundsätzlich dauerhafte Events oder Traditionsanlässe wie die Basler Fasnacht oder das Basel Tattoo verschwinden sollen, ist nur schwierig zu glauben. Allein jetzt schon sind die Feedbacks und die Freude auf das nächste Basel Tattoo enorm gross. Aber es kann sein, dass Anlässe, die die Pandemie nur knapp überlebt haben, nicht mehr angeboten werden. In etwas mehr als 500 Tagen ist in Pratteln das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest terminiert. Müssen wir uns hier auch schon Sorgen machen? Sorgen machen auf keinen Fall, das haben wir ja früher auch nie getan. Wir können jetzt nicht immer sorgenvoll durchs Leben gehen. Jeder Mensch müsste sonst für sich überlegen, ob er den Tag überleben wird und kein Unglück passiert. Der Mensch ist und soll auch weiterhin positiv sein. Wir müssen doch in Zukunft wieder Veranstaltungen ohne die Pandemie planen können. Was nicht geht, ist, dass jede Diskussion zwischen einem Veranstalter und einem Geschäftspartner immer mit dem Wort «wenn» anfängt. Es ist selbstverständlich, dass das Thema jetzt bei uns im Hinter kopf bleibt, aber es muss ja nicht jeden Tag auf den Tisch kommen. Können Sie uns zum Abschluss mit einem verbalen Trommelwirbel etwas Hoffnung auf eine bessere Eventzukunft machen? (lacht) Es ist schwierig, in Worten einen Wirbel hinzubekommen. Aber was zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass nach so vielen Absagen der Hunger der Öffentlichkeit für Events da ist. Auch wissen wir von Veranstaltungsorten wie der Basler St. Jakobshalle oder dem Zürcher Hallenstadion, dass bereits viele internationale Grössen für die Jahre 2022 und 2023 Daten gebucht haben. Man kann also davon ausgehen, dass in den nächsten zwei Jahren eine Art Nachholeffekt einsetzen wird. Auch wir vom Basel Tattoo sind zuversichtlich, dass unser Event, wenn er wieder stattfinden kann, gut besucht ist und eine Riesensensation wird. Übrigens, die nächste Ausgabe gilt als unser 15-Jahr-Jubiläum – und wir freuen uns darauf. Interview: Daniel Schaub ZUR PERSON Erik Julliard, 45, gründete 1991 Top Secret und nahm mit der spektakulären Formation mehrmals am weltberühmten Edinburgh Military Tattoo teil. 2004 lanciert der Basler die Geschichte des Basel Tattoo in der Basler Eishalle, ab 2006 wechselt der Event, der mittlerweile jährlich rund 120 000 Besucherinnen und Besucher anzieht, auf das Kasernenareal. Julliard Events ist auch in die Organisation des Kleinbasler Charivari, des Berlin Tattoo, des Christmas Tattoo, der Swiss Indoors, des CSI Basel, des Eidgenössischen Jodlerfestes 2020/2021 und des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2022 eingebunden. Die Firma gehört damit zu den einflussreichsten Eventorganisatoren in der Region Nordwestschweiz. www.julliardevents.ch

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