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Standpunkt 519, 9. April 2021

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2 | Standpunkt der Wirtschaft CORONAVIRUS 9. April 2021 SOCIAL-MEDIA-POST DER WOCHE MASSENTESTPROGRAMM – Die Jenzer Fleisch + Feinkost AG und der Gasthof «Ochsen» in Arlesheim mit ihren rund 100 Mitarbeitenden in zwölf Abteilungen beteiligen sich seit Mitte März an den Baselbieter Massentests für Unternehmen. Die Erfahrungen sind durchwegs positiv. «Sind froh um die Möglichkeit» NEWS AUS DEM LANDRAT Am 25. März hat der Baselbieter Landrat folgende KMU-relevanten Geschäfte behandelt: 1. Vorlage: 9. Genereller Leistungsauftrag (GLA) im Bereich des öffentlichen Verkehrs für die Jahre 2022–2025 [Traktandum Nr. 9] In der Eintretensdebatte wurde die Beschaffung des neuen Rollmaterials begrüsst sowie die Erschliessung der Entwicklungsgebiete des Kantons gutgeheissen. Auch das Angebot wurde positiv beurteilt. Der Landrat stimmte daher mit 75:0 Stimmen der Vorlage zum 9. GLA zu. 2. Postulat: Aufstockung Corona-Erwerbsersatzentschädigung [Nr. 10] Dringlich gefordert wurde, dass die Corona-EO bei Einzelfällen auf 100 Prozent des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens aufgestockt werden kann. Auch wegen der Bundeszuständigkeit wurde das Postulat mit 59:16 Stimmen bei 8 Enthaltungen abgeschrieben. 3. Interpellation: Wie steht es um die Kantonsfinanzen und wo fehlt das Geld in Zukunft? [Nr. 44] Ein als dringlich eingereichter Vorstoss erhitzte die Gemüter rund 90 Minuten lang, als sich alle bürgerlichen Fraktionen gemeinsam nach dem Stand der Kantonsfinanzen und die Auswirkungen der Coronakrise auf den Aufgabenund Finanzplan des Kantons erkundigten. Leiden schaftlich wurde über Steuersenkungen oder -erhöhungen diskutiert sowie die Verschuldung und zukünftige Handlungsfähigkeit des Kantons Basel-Landschaft analysiert. 4. Postulat: Temporäre Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h [Nr. 24] Aufgrund der Antwort der Regierung und den bereits hinlänglich geführten Diskussionen über Vor- und Nachteile von Tempo 30 auf Kantonsund Hauptstrassen wurde das Postulat trotz allem knapp mit 46:31 Stimmen überwiesen und stillschweigend abgeschrieben. Der Landrat trifft sich wieder am 22. April. VERKEHRSPOLITIK Komitee «Ja zur Tramverlängerung 14» gegründet Am kommenden 13. Juni stimmt das Baselbieter Stimmvolk über die Tramverlängerung 14 von Pratteln nach Augst ab. Konkret geht es um die Genehmigung der Projektierungskosten und den vorgezogenen Landerwerb. Im Zentrum steht die Erschliessung von Salina Raurica, das als Wohn-, Arbeits- und Gewerbegebiet im Osten von Pratteln entsteht. Die Verlängerung des Trams 14 in das Einkaufsgebiet Grüssen und bis zu einem neuen Busterminal in Augst, aber auch der direkte Anschluss an den Bahnhof SBB Pratteln wird seit langem gewünscht. Das 14er-Trämli erfreut sich schon heute allgemeiner Beliebtheit – durch die Verlängerung wird es noch einfacher sein, vom Zug aufs Tram oder auf den Bus umzusteigen. Um dem vom Landrat genehmigten Beschluss auch an der Urne zum Durchbruch zu verhelfen, hat sich in Rekordzeit ein breit abgestütztes Komitee gebildet, welches als «Überparteiliches Komitee Ja zur Tramverlängerung 14» Persönlichkeiten aus dem gesamten Parteienspektrum und darüber hinaus vereint. Im Co-Präsidium sind auch die beiden Gemeindepräsidenten von Pratteln und Augst vertreten. Birgit Kron Weitere Informationen und Beitrittserklärung auf der Website: www.tram14-ja.ch/komitee «Die Massentests sind für alle Beteiligten ein riesiger Gewinn», sagt Barbara Jenzer, die den traditionellen Arlesheimer Familienbetrieb gemeinsam mit ihrem Mann Christoph in vierter Generation führt. Die Jenzer Fleisch + Feinkost AG bildet einen vielseitigen Betrieb mit einem Produktionsbetrieb und dem Restaurant «Ochsen» in Arlesheim sowie drei Metzgereien am Hauptstandort sowie in Muttenz und Reinach. Insgesamt stehen über 100 Personen auf der Mitarbeitendenliste, die – nimmt man den derzeit geöffneten Hotelbetrieb mit dazu – einen 7-Tage- Betrieb von früh bis spät gewährleisten. Die Firma Jenzer hatte sich sehr früh aktiv um eine Teilnahme am Baselbieter Massentestprogramm bemüht, seit dem 19. März wird das wöchentliche Testen im Betrieb nun umgesetzt. Da die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden teilweise stark variieren, werden die individuell vorgenommenen Speicheltests jeweils zweimal wöchentlich eingesammelt, am Dienstag- und Freitagmorgen fahren die Eltern von Christoph Jenzer ab 8.45 Uhr die Filialen ab und bringen die Röhrchen jeweils bis 10 Uhr ins kantonale Testzentrum nach Muttenz. Dort werden nach dem Zufallsprinzip die entsprechenden Pools à 10 Proben gebildet. «Die Mitarbeitenden haben dann gleichentags zwischen 14 und 15.30 Uhr das Testergebnis ihrer Pools erhalten, bislang waren sie alle negativ», sagt Barbara Jenzer. Der glückliche Metzger Die Beteiligung innerhalb der Firma ist erfreulich geschlossen. Es habe zwar viel Informations- und Aufklärungsarbeit gebraucht, um alle Fragen der Mitarbeitenden zu beantworten, doch dieser Aufwand habe sich gelohnt. Die Mitarbeitenden selbst schätzen die Gewissheit, die sie durch die wöchentliche Testung erhalten. Metzger Michael Habermacher, zweifacher Vater von Kindern, die im Kindergarten- und Schulalter sind, gibt seine Spuckprobe jeweils am frühen Morgen zu Hause ins Röhrchen und am Arbeitsplatz an der Sammelstelle ab. Bis zum Vorliegen des Pooltest-Resultats sei es ein etwas mulmiges Gefühl, das negative Ergebnis gebe dann aber Sicherheit. «Ich weiss, dass ich weiterarbeiten und niemanden anstecken kann.» Diese Sicherheit ist umso wichtiger, als dass auch die Kinder in ihren Klassen viele Kontakte haben. Für Habermacher ist sein Mitwirken ein kleiner Beitrag dazu, dass «wir irgendwann in dieser Pandemie und in unserem Leben wieder auf einen grünen Zweig kommen können». Positive Kundenreaktionen Doch nicht nur intern sind die Reaktionen auf das Programm positiv, auch extern erhalten die Jenzers von Metzgereikunden und Hotelgästen gute Rückmeldungen. «Es gibt den Leuten zusätzliche Sicherheit, wenn sie wissen, dass unsere Mitarbeitenden regelmässig getestet werden», so Barbara Jenzer. Sie sieht noch einen weiteren Aspekt im Massentestprogramm, der wichtig werden könnte. Wenn wir unser Restaurant hoffentlich wieder öffnen dürfen, sind wir bereit und müssen nicht befürchten, dass wir gleich mit drei, vier Coronafällen negative Konsequenzen tragen müssen. Die Mitarbeitenden im Restaurant stehen derzeit auf Kurzarbeit, für die Jenzers ist es jedoch wichtig, dass auch diese Personen immer wieder in anderen Betriebssparten beschäftigt werden, damit sie die Bindung zum Team und zum Betrieb erhalten können. Keine Nachteile erkennbar Sollte in den nächsten Wochen ein Pool aus dem Betrieb positiv sein, ist bereits vorgesorgt. Diese Mitarbeitenden sollten am besten noch am gleichen Tag ihren obligatorischen Einzeltest machen können – dafür stellt die Jenzer AG auch Arbeitszeit zur Verfügung. Die zufällige Zusammenstellung der Pools hilft dabei, dass nicht ganze Abteilungen auf einmal zum Einzeltest LEHRSTELLENMARKT – Die Berufsbildung hat sich 2020/2021 als krisenresistent erwiesen. Zahlreiche Lehrbetriebe befinden sich jedoch nach wie vor in einer unsicheren wirtschaftlichen Situation. Intakte Lehrstellensituation in beiden Basel Michael Habermacher und Barbara Jenzer mit den Utensilien für den Speicheltest Zur längerfristigen Stärkung des regionalen Lehrstellenangebots haben die Baselbieter Bildungs-, Kulturund Sportdirektion (BKSD) und das Erziehungsdepartement Basel-Stadt (ED) ein Projekt initiiert, welches vom Bund im Rahmen des «Förderschwerpunkts Lehrstellen Covid-19» finanziell unterstützt wird. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, darunter mit der Wirtschaftskammer Baselland, werden im Rahmen dieses Projekts Umfragen zur Lehrstellensituation und Beratungen für Lehrbetriebe durchgeführt. Für den Lehrbeginn im Sommer 2021 soll so ein ausreichendes Lehrstellenangebot gesichert werden. Eine erste Befragung wurde bei den Lehrbetrieben in beiden Basel im Oktober 2020 vorgenommen. Nun liegen die Ergebnisse der zweiten Durchführung vom März 2021 vor, an der 1106 Betriebe teilgenommen haben. 79 Prozent mit gleich viel Stellen Über alle Branchen hinweg wollen 79 Prozent der Betriebe für das kommende Lehrjahr gleich viele Lehrstellen anbieten wie bisher, 14 Prozent werden zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, und 7 Prozent werden weniger Lehrstellen besetzen können. Seit Oktober 2020 hat der Anteil an Betrieben, die künftig weniger Lehrstellen anbieten werden, abgenommen. Zudem haben sich mehr Unternehmen dazu entschieden, ihr Lehrstellenangebot auszubauen. «Das ist sehr erfreulich, denn es ist für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts von zentraler Bedeutung, dass wir trotz der Coronakrise das Angebot und die Qualitätsstandards in der Berufsbildung aufrechterhalten. Wir stehen gegenüber unseren jungen Leuten in der Pflicht», sagt Urs Berger, Leiter Berufsbildung bei der Wirtschaftskammer Baselland. Bild: Schaub antraben müssen. Dass sich die Jenzer Fleisch + Feinkost AG in der Lebensmittelbranche in einem sensiblen hygienischen Bereich bewegt, hat auf den Ablauf des Massentestprogramms keine zusätzlichen Auswirkungen. «Wir achten ohnehin schon im Normalbetrieb sehr stark auf die Hygiene. Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden auch mit den Massentests die Vorgaben des Schutzkonzeptes weiterhin konsequent umsetzen», sagt Barbara Jenzer. Abschliessend stellt sie dem Baselbieter Massentestprogramm ein blankes Zeugnis aus: «Wir sind sehr froh, dass wir in unserem Kanton die Möglichkeit für diese kostenlosen Tests haben. Und ich sehe wirklich keine Nachteile, die das Programm auf die Betriebe und die Mitarbeitenden haben sollte.» Daniel Schaub www.bl.ch/massentest Die wirtschaftliche Perspektive hat einen markanten Einfluss auf die Anzahl der angebotenen Lehrstellen. So gibt in den Branchen «Gastgewerbe & Beherbergung» sowie «Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» (Coiffeur u.a.) eine Mehrheit der Betriebe an, für 2021 weniger oder keine Lehrstellen anzubieten. Die bikantonale Zusammenarbeit bei der Lehrstellenförderung soll den regionalen Wirtschaftsraum stärken, Vertrauen in das krisenresistente und zukunftsweisende duale Bildungssystem schaffen und einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs auch nach Corona leisten. Daniel Schaub

9. April 2021 HAUS DER WIRTSCHAFT Standpunkt der Wirtschaft | 3 TAGUNGS- UND EVENTCENTER (TEC) – Das Tagungs- und Eventcenter im Haus der Wirtschaft in Pratteln mit seinen insgesamt 13 Tagungsräumen wird im Verlauf dieses Monats eröffnet. Noch vor der offiziellen Eröffnung findet am kommenden 12. April im Auditorium, wenn auch ohne Publikum, der Kick-off-Event für die Swiss Innovation Challenge 2021 statt. Tagungszentrum öffnet bald seine Türen Eigentlich stünden die insgesamt 13 Räume des neuen Tagungs- und Eventcenters (TEC) im Haus der Wirtschaft bereit, um dort Kundenanlässe, Konferenzen, Tagungen sowie kulturelle oder private Anlässe abzuhalten. Die Massnahmen zur Bekämpfung des Corona virus machen aber alles noch einmal spannend. Am kommenden 12. April findet nun erst einmal im Auditorium die Kick-off-Veranstaltung für den Innovationswettbewerb Swiss Innovation Challenge statt. Die offizielle Eröffnung des TEC findet dann im Verlauf dieses Monats statt. Publikum hat es beim Kick-off-Event keines vor Ort, der Anlass wird von IWF Communications per Live stream ins Internet übertragen (live stream.iwf.ch, siehe Beitrag auf Seite 9). Auditorium ist Herzstück Das Auditorium mit Platz für 300 Gäste ist das Herzstück des neuen Tagungs- und Eventcenters. Mit seinem 11 auf 3,5 Meter grossen LED- Screen und einem mit allen technischen Finessen in Akustik und Beleuchtung ausgestatteten Regieraum sucht es seinesgleichen in der Nordwestschweiz. Im 1. Obergeschoss stehen 12 Raumoptionen mit Tageslicht offen. Im «Small Conference» sind Konferenzen für bis zu 100 Personen möglich, in den Themen räumen «Panama», «Casablanca», «Amazonas», «Malawi», «Camargue», «Mumbai» und «Malibu» lässt sich mit innovativen Ideen die Welt erobern. Der klassische «Board room» bietet sich für die Sitzung des Verwaltungsrats oder der Geschäftsleitung an. Die «Baselland Business Factory» oder die beiden Kreativ räume inspirieren zu einzigartigen Plänen. Im Aussenbereich stehen die «Inspiration Terrace» und die «Outdoor Impulse Lounge» bereit. Das Auditorium bietet Platz für 300 Gäste und verfügt über einen 11 auf 3,5 Meter grossen LED-Screen. Bilder: Uta Grütter zVg Attraktives Catering Für Verpflegung und Erfrischung sorgen das Restaurant «BOOST eat & drink» im Erdgeschoss und die «Offthe-record»-Bar im 1. Stock. Die Gastronomie im Haus der Wirtschaft bietet auch attraktive Catering-Optionen. Das Restaurant «BOOST eat & drink» serviert eine breite Palette an Menüs, Snacks und Take-Away-Angeboten, die den Anforderungen an eine gesunde, frische und regional verankerte Küche gerecht werden. Die Umgebung im offenen Parterre mit ihrer Bepflanzung, Möblierung und Optik schafft dazu ein einmaliges Ambiente. Reto Anklin RÄUME BUCHEN In der «Baselland Business Factory» können die Benutzerinnen und Benutzer in die Pedale treten, den grossen Wurf landen und die wichtigen Tore schiessen. Im kleinen, aber feinen Raum «Malibu» branden die Wellen und bieten in entspannter Atmosphäre das Umfeld, um mehr als nur Sandburgen zu bauen. Tagungs- und Eventcenter (TEC) Haus der Wirtschaft Hardstrasse 1 4133 Pratteln Telefon: 061 927 64 55 E-Mail: tec@hdw.ch Besichtigungen sind mit Voranmeldung möglich. Ansprechpartner: Anja Ullmann Leitung Tagungs- und Eventcenter Özge Aydogdu Praktikantin Tagungs- und Eventcenter In diesem Raum treffen sich die Gegensätze Malawis: warmherzige Menschen und mächtige Löwinnen und Löwen. Hier lässt es sich mit Argumenten kämpfen und gleichzeitig neue Freundschaften schliessen. Das Foyer mit dem Restaurant «BOOST eat & drink». Die Food Bar bietet Menüs, Snacks und Take-Away, das den Anforderungen an eine gesunde, frische und regional verankerte Küche gerecht wird.

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