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Standpunkt 512, 20. November 2020

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4 | Standpunkt der Wirtschaft CORONAVIRUS 20. November 2020 Tanzen mit Maske RCB GMBH – Für das Cateringunternehmen RCB GmbH in Bubendorf besteht derzeit keine Planungssicherheit. Die Situation verändere sich ständig, sagen die Inhaber Marcel und Theres Rutschmann. «Wir mussten Ware entsorgen» Vivian Bauen, Inhaberin «Studio1.dance without limits» in Niederdorf. Während der coronabedingten Schliessung im Frühling bot das «Studio1.dance without limits» Trainingsvideos und Life-Kurse via Zoom an. Doch diese Online-Angebote wurden laut Geschäftsinhaberin Vivian Bauen nur spärlich genutzt. «Meine Kundinnen und Kunden wollen den physischen Unterricht im Studio. Fitnessoder Tanzkurse mit Zoom oder anderen Live- Tools finden sie unpraktisch.» Vivian Bauen und ihre 16 Teilzeit-Mitarbeitenden bieten vielfältige Fitness- und Tanzlektionen für Jung und Alt an. «Tanzen kennt keine Grenzen», sagt Bauen. Das Studio wurde 2006 in Oberdorf ins Leben gerufen und ist seit wenigen Jahren in Niederdorf beheimatet. Die Vermieterin zeigte sich grosszügig Vivian Bauen ist nach wie vor dankbar, dass während des Lockdowns die Kurzarbeit-Regelung auch für Mitarbeitende im Stundenlohn galt. Sie nahm auch den Covid-19-Kredit in Anspruch. «Dieser Kredit wurde mir superschnell zur Verfügung gestellt», sagt sie. Zudem kam die Studio-Vermieterin ihr sehr grosszügig entgegen: «Das hilft mir, zu überleben.» Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen hat Bauen 40 Prozent weniger Kunden. Derzeit dürfen an den Lektionen nicht mehr als 15 Personen teilnehmen, und es besteht Maskenpflicht. Viele Teilnehmende wollen während des Tanzens oder den Fitnessübungen keine Masken tragen und bleiben den Kursen fern.Marcel W. Buess Kein Personalabbau Marcel und Theres Rutschmann vor einem Lieferwagen der RCB GmbH. Seit vielen Jahren bietet die in Bubendorf domizilierte RCB GmbH einen Fullservice von A bis Z in den Bereichen Catering und Event. Für die Geschäftsinhaber Marcel und Theres Rutschmann und ihr 20-köpfiges Team stehen stets die Bedürfnisse ihrer Auftraggeber im Mittelpunkt. In einem normalen Jahr betreut die RCB rund 400 Anlässe. Dazu gehören Grossveranstaltungen, Firmen- und Vereinsanlässe, Hochzeiten, Apéros und vieles mehr. Im Verpflegungsbereich werden – wieder um in Nicht- Coronazeiten – für Schul- und Firmenkantinen täglich rund 800 Menüs gekocht. Der Lockdown hat alles verändert Seit dem Lockdown ist alles anders. Es finden nur noch vereinzelt kleinere Anlässe statt. «In der letzten Woche durften wir einen Event mit 15 Teilnehmenden ausrichten», sagt Marcel Rutschmann. «In normalen Zeiten richten wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen nur Events mit mindestens 25 Personen aus. Bei langjährigen Kunden machen wir auch einmal eine Ausnahme.» Aufgrund der aktuellen Verschärfung der Coronasituation haben Betriebe ihre Kantinen vor übergehend geschlossen, zumal viele Mitarbeitende im Home office arbeiten. So werden gegenwärtig täglich nur noch rund 300 Menüs in der RCB- Küche gekocht und ausgeliefert. Damit die RCB ihre Aufträge erfüllen kann, muss der Betrieb stets auf grosse Lager bestände von Lebensmitteln zurückgreifen können. Im Zuge der Coronapandemie mussten Lebensmittel vor dem Ablaufdatum verkauft werden. Zum Teil musste Bilder: zvg/mwb Ware sogar entsorgt werden. Ein Umstand, welcher das Inhaberpaar Marcel und Theres Rutschmann besonders schmerzt. Momentan bestehe überhaupt keine Planungssicherheit. Die Situation verändere sich ständig. «Während unsere Küche bereits am Vorkochen war, teilte uns ein Betrieb mit, dass alle Mitarbeitenden in Quarantäne sind und sich die Lieferung der Menüs deshalb erübrigt», sagt Marcel Rutschmann. Rutschmanns blicken mit Sorge in die Zukunft. Im Moment fehlen konkrete Perspektiven. Marcel W. Buess Thomas Heimberg, Geschäftsführer Coop Tagungszentrum in Muttenz. Das Coop Tagungszentrum in Muttenz steht nicht nur der Coop-Gruppe als Hotel oder Veranstaltungsort zur Verfügung. Geschäftsführer Thomas Heimberg betont, dass die Angebote jedermann zur Verfügung stehen. So nutzen auch Firmen und Verbände die Angebote des Tagungszentrums, das Mitglied des Gewerbevereins KMU Muttenz ist. In normalen Zeiten wird der Betrieb zu einem Drittel für Coop-interne Kurse genutzt, zu zwei Dritteln von Externen. «Mit der Verhängung des Lockdowns verwalteten wir von einem auf den anderen Tag nicht mehr Buchungen sondern Stornierungen», erinnert sich Heimberg an den Lockdown. Von April bis Mitte Juni belegte das Militär die Hotelzimmer. «In dieser Zeit waren wir eine kleine Kaserne», sagt Heimberg. Ab Juni fanden wieder Coop-Ausbildungen statt. Alle Mitarbeitenden sind auf Kurzarbeit Seit dem Lockdown ist der gesamte Betrieb mit seinen rund 30 Mitarbeitenden auf Kurzarbeit gesetzt. Dank der Einbettung in die Coop-Gruppe musste kein Covid-19-Kredit in Anspruch genommen werden und es werde auch kein Personalabbau stattfinden, sagt Heimberg. Aufgrund der Verschärfung der Corona-Situation läuft der Betrieb aktuell wieder auf Sparflamme. «Wie im Frühling können wir unsere Mitarbeitende innerhalb der Coop-Gruppe wieder anderweitig einsetzen. Thomas Heimberg rechnet in diesem Jahr mit einer Umsatzeinbusse von rund 50 Prozent. Marcel W. Buess KERN KONDITOREI-CAFÉ GMBH – Am meisten leidet der Cateringbereich unter den Coronamassnahmen. So viele Osterhasen wie noch nie Christoph Kern, Geschäftsführer Kern Konditorei- Café GmbH in Laufen. Die Kern Konditorei-Café GmbH in Laufen gliedert sich in drei Bereiche: Café/Restaurant; Bäckerei, Confiserie und Konditorei sowie Catering und Apéro. Sie beschäftigt insgesamt 20 Mitarbeitende, die 14 Vollzeitstellen entsprechen. Mit der Verhängung des Lockdowns im Frühling 2020 wurde der gesamte Betrieb auf Kurzarbeit gesetzt. Bislang sei es nicht nötig gewesen, einen Covid-19-Kredit zu beantragen, sagt Geschäftsführer Christoph Kern. Auch wenn das Ladengeschäft immer offen war, entwickelte sich der Umsatz im Confiserie/Konditorei-Bereich rückläufig. Die Leute hätten weniger Besuche gemacht und so hätte es auch weniger süsse Mitbringsel gebraucht. «Trotzdem haben wir noch nie so viele Osterhasen produziert wie in diesem Jahr», sagt Kern. Die Corona-Auswirkungen seien vor allem im Catering- und Apéro- Bereich zu spüren. Seit März sei dieses zwar nicht so entscheidende Standbein um gut 70 Prozent eingebrochen. In diesem Jahr musste Kern zum Beispiel noch keinen Hochzeitsapéro ausrichten. Normaler weise seien es pro Jahr zwischen sechs und zehn. Gutes Sommergeschäft Der fehlende Restaurantumsatz in den Lockdown-Monaten konnte mit einem ausserordentlich schönen und vor allem langen Sommer ein Stück weit wettgemacht werden. «Das diesjährige Sommergeschäft war sogar besser als im Vorjahr», sagt Kern. Seit der Verschärfung der Pandemie in diesem Herbst sei aber wieder eine zurückhaltende Frequenz festzustellen. Erfreulich für Christoph Kern ist, dass sich seine Kundschaft weitgehend problemlos an die Maskentragpflicht und die weiteren Schutzmassnahmen halte. Notfalls hilft das Verkaufs- und Servicepersonal auch mit Masken aus, sollten diese einmal vergessen worden sein. Für die Geschäftsentwicklung wird nun das Weihnachtsgeschäft entscheidend sein. Im Vergleich mit 2019 rechnet Christoph Kern vorsichtig mit einem Rückgang im niedrigen zweistelligen Bereich. Marcel W. Buess IDRUCK GMBH – Für die Gesellschafter der Druckerei ist keine Kurzarbeit mehr möglich. Von der Politik enttäuscht Kurt Messer, Geschäftsführer iDruck GmbH in Liestal. Die iDruck GmbH beschäftigt insgesamt sechs Mitarbeitende, darunter die drei Gesellschafter. Seit Ende März ist der Betrieb auf Kurzarbeit gesetzt. Bis Ende Juni konnten auch die drei aktiv mitarbeitenden Gesellschafter über Kurzarbeit abgerechnet werden. Seit Anfang Juli unterliegen die drei Gesellschafter nicht mehr der Kurzarbeit. Geschäftsführer Kurt Messer ist enttäuscht von der Politik. «Es gibt sehr viele kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden, wo die Gesellschafter oder Teilhaber Teil der Belegschaft sind und aktiv mitarbeiten. Diese fallen nun wieder durch das Raster. Das ist ungerecht. Hier hätten vor allem unsere bürgerlichen Politiker längst handeln müssen.» Es sei ja schön und gut, wenn immer von der Bedeutung der KMU gesprochen werde. Doch nur mit wohlklingenden Parolen sei den betroffenen Kleinstbetrieben nicht geholfen, sagt Kurt Messer. Während des Lockdowns brach der Umsatz um 50 Prozent ein. «Eigentlich begann der Auftragsrückgang schon mit der Absage der Fasnacht», sagt Messer. Seit Juni hat sich die Situation etwas entspannt. Doch im Vergleich mit dem Vorjahr bleiben nach wie vor Druckaufträge aus. Nachdem praktisch keine Veranstaltungen und im Besonderen keine Vereinsanlässe stattfinden, werden auch keine entsprechenden Drucksachen wie Programmhefte, Festführer, Flyer usw. benötigt. Verzicht auf Weihnachtskarten Hinzu komme, dass viele Kunden sparen und im Zweifelsfall eher auf Geschäftsdrucksachen verzichten würden. Im Vergleich mit dem Vorjahr zeige sich dies beispielsweise beim Druck von Weihnachtskarten. Nicht wenige Firmen würden in diesem Jahr darauf verzichten. «Man befindet sich sozusagen an zweiter oder dritter Stelle in der Lieferkette», Man stehe dieser Entwicklung ohnmächtig gegenüber und lebe mittlerweile von Tag zu Tag. Über das ganze Jahr geschätzt, rechnet Kurt Messer mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Marcel W. Buess

20. November 2020 VERKEHRSPOLITIK Standpunkt der Wirtschaft | 5 RHEINTUNNEL «Endlich wird investiert – im grösseren Stil» LAUFENTAL – Für die Verkehrsprobleme auf den Laufentaler Strassen und Schienen gäbe es konkrete Lösungen und sogar schon ausgearbeitete Pläne. Nur die Verwirklichung lässt auf sich warten – und das schon seit Jahrzehnten. Pläne verstauben in Amtsstuben Landrat Christof Hiltmann, Gemeindepräsident von Birsfelden. Bild: zvg Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom vergangenen 11. November dem Generellen Projekt zum Rheintunnel Basel zugestimmt. Der neue Tunnel entlastet die häufig überlastete A2/A3 zwischen den Verzweigungen Hagnau und Wiese. Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 2,36 Milliarden Franken. Der Baubeginn ist für 2029 geplant. Das freut Landrat Christof Hiltmann. Er hätte sich aber eine weiträumigere Umfahrung gewünscht. Standpunkt: Herr Hiltmann, wie nehmen Sie den Entscheid des Bundesrats auf, den Rheintunnel nun realisieren zu wollen? Christof Hiltmann: Mit gemischten Gefühlen. Wieso? Einerseits freut es mich, dass nach Jahren des Stillstands vom Bund endlich im grösseren Stil in den Ausbau der regionalen Hochleistungsstrassen-Infrastruktur investiert wird. Andererseits bin ich nicht restlos überzeugt vom Nutzen des Projekts. Ich hätte mir eine grossräumigere Umfahrung gewünscht, welche den Verkehr nicht in die weiterhin stark ausgelastete Zone zwischen Hagnau und Ausfahrt Pratteln führt, sondern schon im Bereich der Ausfahrten Augst und Rheinfelden West ansetzt. Aber man könnte doch sagen «besser als nichts»? Ja, das kann man. Aber wenn man schon in Milliarden-Dimensionen plant, hätte ein Thema wie die grossräumige Umfahrung der Stadt Basel und ihrer Vororte auch Teil der Optionen darstellen müssen – auch wenn dies die Einbindung von Deutschland bedingt hätte. Wie dies geht, haben einmal mehr die Zürcher bewiesen. Die Zürcher Westumfahrung verbindet die A1 mit der A3 Richtung Chur und entlastet den Grossraum Zürich immens. Diese Umfahrung ist mit über 10 Kilometern Länge grossräumig und verläuft zu 80 Prozent in Tunneln. Gekostet hat sie bei Fertigstellung 2009 übrigens 2,85 Milliarden Franken. Seit etlichen Jahrzehnten kämpft das Laufental um eine bessere Verkehrsanbindung. Bedingt durch die Zentrums funktion von Laufen, aber auch dank gesteigerter Attraktivität haben der Verkehr und die Mobilitätsbedürfnisse beständig zugenommen. So ist das Laufental ein beliebtes Wohngebiet, dass stadtmüde Familien und Mitarbeitende der angesiedelten Grossunternehmen gleichermassen anzieht. Das Laufental hat sich überdies zu einem äusserst attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt, der eine prosperierende Region des Baselbietes darstellt. Lediglich die Verkehrsverbindungen können mit dem Fortschritt nicht mehr mithalten. Engpässe sind unbestritten Der Gewerbeverein KMU Laufental setzt sich seit Jahren für die Behebung dieser Verkehrsmissstände ein. Eine Zeit lang schien die verkehrliche Infrastrukturentwicklung auf gutem Weg. Dann kam zu Beginn des Jahres 2020 wieder ein Rückschlag: Der Doppelspurausbau der SBB wird sich deutlich verzögern. Nah geglaubte Lösungen in der Verkehrsproblematik rückten erneut in weite Ferne. Dabei ist der dringlichste Brennpunkt (Knoten Angenstein), wie die fehlende Kapazität der gesamten Achse Basel – Jura, unbestritten. Projekte sind realisierungsbereit FDP Landrat Rolf Blatter erhielt am 13. Oktober 2020 Antwort auf sein 2018 eingereichtes Postulat «Verkehrsverbindungen Basel – Jura». Dieses sprach nicht nur den Engpass Angenstein, die fehlende Redundanzfunktion bei den Hochleistungsstrassen und die ungenügende ÖV-Struktur an, sondern darüber hinaus die Zusammenarbeit der beiden Sprach- und Kultur räume. Die Regierung wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass viele Massnahmen im Korridor Basel – Jura bereits soweit realisierungsbereit seien. So wurde das Vorprojekt zur Umfahrung Laufen – Zwingen bereits 2011 abgeschlossen. Für den Muggenbergtunnel, der nebenbei seit den 1950er-Jahren ein Thema zur Entlastung des Engpasses Angenstein ist, liegt eine technische Machbarkeitsstudie vor. Doch mehr als Zwischenergebnisse und Platzierungen in Entwicklungsprogrammen sprangen dabei nie heraus. Kanton verweist auf den Bund Der Kanton Basel-Landschaft verweist hier gerne auf die Bundes-Zuständigkeit. Um etwas zu erreichen, bräuchte es «inhaltliche Argumente», die eine Beschleunigung und mehr Investitionswille in Bern bewirken würden. So sei der Pendlerverkehr auf dem äusseren Korridor nicht schwergewichtig, für die Strecke in die Westschweiz gebe es DAS SAGEN POLITIKER UND UNTERNEHMER AUS DEM LAUFENTAL Engpass Angenstein: Die Doppelspurstrecke für die Eisenbahn und die Verwirklichung des Muggenbergtunnels – wo die Zufahrt zum geplanten Portal in Verlängerung der A18 auf dem Bild (rechts von der Mitte) bereits zu erkennen ist – lassen weiter auf sich warten. Bild: Archiv gleichwertige Routen und die Regionalentwicklung zeige keinen dringenden Bedarf bei den Verkehrsmengen auf, heisst es in der Antwort auf Rolf Blatters Postulat. Der Leidensdruck ist immens Dass der Leidensdruck der Bevölkerung jedoch immens ist, zeigt die Abstimmung vom vergangenen 27. September, als die Volksinitiative «zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes» (kurz HLS-Initiative) im Laufental mit deutlichen 69 Prozent, in manchen Gemeinden sogar mit weit über 70 Prozent Ja-Stimmen, angenommen wurde. Die Initiative forderte genau dies: bessere Vernetzung, Engpassbeseitigung und vehementere Interessensvertretung in Bern. Um dem Volkswillen zu entsprechen, sollte die Regierung nun Taten folgen lassen und die dringlichen Verkehrsprojekte im Laufental, allen voran den Muggenbergtunnel, vorantreiben. Der Engpass Angenstein muss beseitigt werden, dies fordern auch kantonale und nationale Politikerinnen und Politiker, Gewerbetreibende, Unternehmen und Anwohnerschaften. Der Verkehr auf Strasse und Schiene, gut vernetzte Wege mit verschiedenen Verkehrsmitteln, Redundanzen und Umfahrungen sind gefragt. Vor allem aber, dass es endlich zur Realisierung der Projekte kommt. Dass im letzten Abschnitt der Postulats-Beantwortung durch die Regierung darauf hingewiesen wird, dass man es doch positiv sehen sollte, da am Ende ohnehin nur eine unerwünschte Transformation des heute ländlich geprägten Raumes drohe, ist sicherlich nur ein kleiner Trost für die täglich staugeplagten Laufentaler. Birgit Kron Ist die Lösung in Zürich mit der Situation bei uns vergleichbar? Ja, das ist sie. Ich würde sogar behaupten, dass «unsere» A2 mit ihrer zusätzlichen Funktion als internationale Haupttransitroute noch einiges wichtiger ist als die Westtangente Zürich. Diese bedient neben dem regionalen nur untergeordneten Transitverkehr. Was sagen Sie als Birsfelder zum Projekt? Auch da hat die Medaille zwei Seiten. Einerseits erhoffen wir uns durch den Tunnel etwas Entlastung für unsere Hauptstrasse, andererseits führt mit dem Projekt ein zusätzliches Autobahnteilstück an unserer Gemeinde und an Muttenz vorbei. Damit sind wir praktisch zu einem Drittel unseres Banns von Autobahnen umschlossen. Das ist natürlich nicht sehr attraktiv. Werden Sie den Tunnel sogar bekämpfen? Nein, das macht keinen Sinn. Die Entscheidung scheint gefallen. Nun gilt es dafür zu sorgen, dass sich die neue Autobahnstrecke insgesamt nicht negativ, sondern positiv auf die direkt betroffenen Gemeinden Birsfelden und Muttenz auswirkt. Dabei geht es vor allem um Über deckungen, Gestaltungs- und Lärmschutz themen. Hier arbeiten wir mit dem ASTRA und den Kantonen bisher konstruktiv zusammen. Interview: Birgit Kron Ermando Imondi, Landrat, Zwingen. «WIR LAUFENTALER MÜSSEN UNS NOCH STÄRKER FÜR DEN AUSBAU DER VERKEHRS- INFRASTRUKTUR EINSETZEN. WIR BRAUCHEN SO SCHNELL WIE MÖGLICH LÖSUNGEN, DAMIT DAS GEWERBE UND DIE BEVÖLKERUNG ENDLICH AUFATMEN KÖNNEN.» Franz Meyer, Landrat, Grellingen. «DIE ENGPÄSSE IM LAUFENTAL, AUF DER STRASSE BASEL – JURA, MÜSSEN NUN ENDLICH MIT DER REALISIERUNG DES MUGGENBERG- TUNNELS UND IN EINER ZWEITEN PHASE MIT EINER UMFAHRUNG LAUFEN – ZWINGEN BE- HOBEN WERDEN. BEIM ÖV MUSS DER GEPLANTE DOPPELSPURAUSBAU FÜR DIE S 3 ZWISCHEN AESCH UND GRELLINGEN BIS 2025 ERFOLGEN. Marc Scherrer, Landrat, Zwingen. «DER GEWERBEVEREIN KMU LAUFENTAL SETZT SICH SEIT JAHREN FÜR BESSERE ANBINDUNGEN AUF STRASSE UND SCHIENE EIN. UNSERE KMU BRAUCHEN DRINGEND FLÜSSIGE VERKEHRS- WEGE UND DIE GROSSUNTERNEHMEN PERSPEKTIVE. DENN STILLSTAND BEDEUTET VERLUST AN STANDORTQUALITÄT.» Hanspeter Felix, Geschäftsführer Felix Transporte AG, Zwingen. «GERADE IM TRANSPORTWESEN SIND WIR AUF GUTE VERKEHRSWEGE ANGEWIESEN. FÜR DIE UNTERNEHMER DES LAUFENTALS IST DIE STÄNDIGE VERKEHRS- ÜBERLASTUNG HINDERLICH. ABER NICHT NUR, AUCH FÜR DIE BEVÖLKERUNG UND DIE PENDLER SIND DIE TAGTÄGLICHEN STAUS UNERTRÄGLICH.»

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