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Standpunkt 500, 3. April 2020

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Eine Publikation der Wirtschaftskammer Baselland

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2 | Standpunkt der Wirtschaft CORONAVIRUS 3. April 2020 SOFORTHILFE FÜR KMU Schulanlagen jetzt sanieren WIRTSCHAFTSKAMMERDIREKTOR – «Wir tun alles, was wir können, um unseren Mitgliedern und den KMU des Kantons zu helfen», sagt Christoph Buser. Die KMU seien in ihrer Summe «too big to fail». «Wir liefern wie noch nie zuvor» Viele KMU hätten jetzt Zeit, um in den ohnehin leeren Schulhäusern anstehende Sanierungsarbeiten auszuführen. Bild: esc Jetzt ist der richtige Moment. Mit der Vorverlegung der Sanierung von Schulanlagen können die Gemeinden die von der Coronakrise betroffenen KMU unkompliziert und rasch unterstützen. Deshalb befürwortet die Wirtschaftskammer Baselland die rasche Sanierung der Schulanlagen im Sinne einer Soforthilfe für KMU. Während für die Handwerker Aufträge von Privaten sowie von Spitälern und Pflegeheimen wegen der Coronakrise wegfallen, wurde der Präsenzunterricht an allen Schweizer Schulen eingestellt. Die Schulhäuser und Gemeindeanlagen stehen derzeit leer, und KMU suchen in schwierigen Zeiten nach Aufträgen: Das passt doch zusammen. Normalerweise im Sommer Normalerweise erfolgt die Sanierung dieser Gebäude in den Sommerferien. Aktuell ist jedoch unklar, wie sich die Situation im Sommer präsentieren wird. Eine jetzige Sanierung der Schulhäuser und die damit verbundenen Aufträge unterstützen die KMU und sind deshalb sicherlich auch im Sinne der Gemeinden und Schulen. Bereits vor rund zwei Wochen plädierte die Unternehmerin und SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger für diesen Schritt und stimmte das Vorgehen mit dem Verband Basellandschaftlicher Gemeinden und mit dem Schweizerischen Gemeindeverband ab. Die beiden Verbände haben anschliessend die Gemeinden entsprechend instruiert. Aktuell ist noch unklar, wie viele Gemeinden dem Aufruf gefolgt sind: «Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Sowohl von Gemeinden, die den Vorschlag bereits umgesetzt haben sowie auch von KMU und Privaten», sagt Sollberger. Wie viele Gemeinden die Sanierungen der Schulanlagen konkret bereits in die Wege geleitet haben, sei noch unklar. Dies wäre interessant zu wissen. Bei Redaktionsschluss waren 16 Tage vergangen, seit der Bundesrat die ausserordentliche Lage verkündet und weite Teile der Wirtschaft geschlossen hat. Die Schweiz ist seither im Krisenmodus. Christoph Buser, Direktor der Wirtschafts kammer Baselland, äussert sich im Interview zur Soforthilfe von Bund und Kanton, zu den Baustellen und sagt, wo nachgebessert werden muss. Standpunkt: Herr Buser, die Wirtschaftskammer Baselland ist derzeit gefordert wie noch nie … Christoph Buser: Das stimmt, und wir liefern, wie noch nie zuvor. Das unter Hochdruck und mit enorm hohem Engagement aller unserer Mitarbeitenden und mit vielen Partnern. Wir tun alles, was wir können, um unseren Mitgliedern und den KMU des Kantons zu helfen. Unsere KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Sie brauchen jetzt unsere Unterstützung und Solidarität. Dabei wollen wir ganz vorne mitgehen und mithelfen. Das aktuellste Beispiel dafür ist die Spendenaktion der Initiative «s Basel biet schaffts», die wir in diesem Standpunkt vorstellen. «DER GEMÜSEHÄNDLER, DER DAS RESTAURANT NICHT MEHR BELIEFERN KANN, DER KRIEGT NICHTS. DAS MUSS SICH ÄNDERN.» Apropos Hilfe: Kommt die Unterstützung von Bund und Kanton bei den Betrieben an? Die Antwort lautet: «Ja, aber …» Gut ist, dass Bund und Kanton rasch und umfassend gehandelt haben. Bei der Umsetzung rumpelt es noch. Beispielsweise können die Ansichten, was ein einfach auszufüllendes Formular ist, sehr unterschiedlich sein. Was ebenfalls noch störend ist, ist, dass die Unternehmer leer ausgehen, denen der Umsatz aufgrund der Massnahmen des Bundes wegbricht. Bundesgelder kriegen nur die, denen Es sei gut, dass Bund und Kanton zur Unterstützung der KMU in der Coronakrise rasch und umfassend gehandelt hätten, sagt Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser. In der Umsetzung rumple es aber noch. Bild: Archiv das Geschäft durch den Bundesrat direkt verboten und geschlossen wurde. Heisst also: Der Gemüsehändler, der das Restaurant nicht mehr beliefern kann, der kriegt nichts. Das muss sich ändern. Wie sind die Rückmeldungen der KMU? Die Bandbreite ist gross. Sie reicht von Existenzangst und grosser Sorge bis zu Dankbarkeit und unheimlich viel Willen, um diese Krise zu überstehen. Wir haben rund 10 000 Mitglieder, und jedes hat seine eigene Geschichte. Eines haben jedoch alle gemeinsam: sie sind in der Summe unverzichtbar für die Schweiz, also «too big to fail». Die Schweiz muss Sorge tragen zu ihren Unternehmen und solidarisch sein. Auch wenn es um Schnittblumen geht. Sie sprechen damit an, dass Supermärkte nach wie vor Artikel verkaufen, die nicht lebensnotwendig sind und so die Kleinen benachteiligen? Genau. In der Hektik der ersten Tage kann man mal etwas falsch machen. Aber es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Grossbetrieb nach zwei Wochen immer noch nicht in der Lage ist, sein Sortiment abzugrenzen. Ein grosses Thema waren in den vergangenen Tagen die Baustellen … … auf denen grossmehrheitlich sauber und nach Vorschrift des BAG gearbeitet wird. Was die Kantonsregierung eben erst bestätigt hat. Ich weiss von Baustellen, auf denen jeden Morgen sogar das Fieber gemessen wird, bevor man an die Arbeit darf. Ich hoffe, dass diese Interessenpolitik der Gewerkschaften vom Tisch ist. Interview: Patrick Herr Das Interview wurde am vergangenen 1. April geführt. Wirtschaftskammer unterstützt die Aktion Die Wirtschaftskammer Baselland unterstützt die Aktion. Mit der Vorverlegung der Sanierungen können die Gemeinden einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der teilweise existenziell bedrohten KMU leisten. Um zu erreichen, dass möglichst alle Baselbieter Gemeinden die Sanierungen der Schulanlagen rasch und pragmatisch initialisieren, wird die Wirtschaftskammer in Koordination mit Sollberger im Rahmen des Projekts «s Baselbiet schaffts» aktiv den Austausch mit den Baselbieter Gemeinden suchen. Gemeinden, die im Sinne der KMU aktiv wurden, werden auf der Website www.bl-schaffts. ch als gute Beispiele aufgeführt. Auf den Social- Media-Kanälen der Wirtschaftskammer haben diese Gemeinden zudem die Möglichkeit, ihr Vorgehen und ihr Engagement weiter auszuführen. Dies auch als Wegleitung für andere Gemeinden. Simon Dalhäuser LANDRATSPRÄSIDENT – Der Landrat müsse seine Aufgaben, die er gemäss Verfassung bei Notlagen habe, wahrnehmen können, sagt dessen Präsident Peter Riebli im Interview mit dem Standpunkt der Wirtschaft. «Der Landrat muss weiterhin tagen können» Peter Riebli spricht über die Auswirkungen des Coronavirus auf die Arbeit des Kantonsparlaments. Sollten die Sofortmassnahmen für KMU nicht ausreichen, «müssen und werden der Regierungsrat oder das Parlament nachlegen», sagt er. Standpunkt: Herr Riebli, wie stark sind Sie als Landratspräsident von der Coronakrise betroffen? Peter Riebli: Als Landratspräsident ist es mir wichtig, dass unsere direkte Demokratie auch in einer Krisensituation funktioniert und der Landrat seine Aufgaben, die er gemäss Verfassung bei Notlagen hat, wahrnehmen kann. Persönlich hat Peter Riebli, Landratspräsident. die Einberufung von Krisensitzungen und die Absage aller Veranstaltungen meine Agenda ziemlich durcheinandergewirbelt. Neben dem Bund hat auch der Baselbieter Regierungsrat bereits Massnahmen getroffen, um die Wirtschaft und insbesondere das Gewerbe zu unterstützen. Reichen diese Massnahmen aus? Das weiss niemand. Es handelt sich um Sofortmassnahmen. Wenn sie nicht reichen, müssen und werden der Regierungsrat oder das Parlament nachlegen. Wie bedeutet die Krise für die Arbeit im Landrat? Der Landrat muss weiterhin tagen können, um die wichtigen und dringenden Geschäfte, wie die beiden Notverordnungen des Regierungsrats, zeitnah behandeln zu können. Dafür muss eine geeignete Lokalität gefunden werden, welche alle BAG- Auflagen und auch die technischen Anforderungen erfüllt. Dies gilt selbstverständlich auch für die Kommissionsarbeiten. Was kann der Landrat zur Bewältigung dieser Krise beitragen? Einerseits müssen dem Landrat Notvorlagen des Regierungsrats sofort nach Erlass vorgelegt werden. So können «Checks and Balances» sicher gestellt werden. Andererseits kann der Landrat selber Vorlagen zur Bewältigung einer solchen Ausnahmesituation, respektive deren Auswirkungen, einbringen. Interview: Reto Anklin

3. April 2020 CORONAVIRUS Standpunkt der Wirtschaft | 3 S BASELBIET SCHAFFTS – Die Wirtschaftskammer hat eine Hilfsaktion für von der Coronakrise betroffene KMU lanciert. Diese bringt Unternehmen, die Hilfe benötigen, mit Menschen, die helfen können, zusammen. Zur Aktion gehört auch ein Spendenaufruf. «Spänd dim lokale Gschäft» Man muss in der aktuellen Situation kein Zukunftsforscher sein, um zum Schluss zu kommen: Wenn man den lokalen KMU heute nicht hilft, dann wird es morgen nicht mehr viele davon geben. Das müssen und wollen wir vermeiden. Denn KMU sind, wie Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser es in der vergangenen Ausgabe des Standpunkt formuliert hat, «too big to fail». Sprich, sie sind unverzichtbar für die Schweizer Wirtschaft. Das kann man in diesen Zeiten nicht oft und stark genug betonen. Hilfe für Unternehmen Die Wirtschaftskammer Baselland steht den KMU im Baselbiet zur Seite und hilft ihnen durch die Coronakrise. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde «s Baselbiet schaffts» ins Leben gerufen. Auf der Plattform www.bl-schaffts.ch treffen Unternehmen, die Hilfe benötigen, auf Menschen, die helfen können. Seit dem vergangenen 16. März ist die Hotline der Wirtschaftskammer unter 061 927 64 64 in Betrieb. Eine unentgeltliche Finanzberatung ist seit Donnerstag letzter Woche aktiv. Nach einer Woche darf man festhalten, dass dies einem grossen Bedürfnis entspricht. Viele KMU lassen sich zu Kurzarbeit und dem Hilfspaket des Bundes beraten und stellen viele Fragen an das Team, Mit grossformatigen Blachen der Aktion «s Baselbiet schaffts» können Bauunternehmer darauf hinweisen, dass auf einer Baustelle, wie hier in Hölstein bei der Tozzo AG, BAG-konform gearbeitet wird. Foto: E. Wandji das aus namhaften Experten unserer Partner besteht. Diese haben sich rasch und unkompliziert für «s Baselbiet schaffts» zur Verfügung gestellt. Seit Mittwoch ist das Formular für die Soforthilfe des Kantons Basel-Landschaft verfügbar. Auch in dieser Sache ist das Team der Finanzberatung für alle KMU beratend tätig. Als nächsten Schritt lanciert «s Baselbiet schaffts» eine Spendenaktion für KMU. Es gibt auf der Website www.bl-schaffts.ch zwei Möglichkeiten, um zu spenden: Erstens kann man unter «Spänd dim lokale Gschäft» eine Ware oder eine Dienstleistung eines Unternehmens kaufen. Das Geld geht direkt an das Unternehmen. Wer dort etwas an­ bieten möchte, kann auf www.blschaffts.ch ein Formular ausfüllen und sich anmelden. Zweitens kann man unter «Ich gib eifach» einen Betrag in den allgemeinen Topf oder in den Topf einer Gemeinde geben. Wie diese Gelder dann verwendet werden, darüber sollen Vertreter der Gemeinde, des lokalen Gewerbevereins gemeinsam mit Vertretern von «s Baselbiet schaffts» bestimmen. Wichtig ist: Egal ob das Geld direkt an die Firma geht oder in einen Topf, alle Spenden gehen vollumfänglich an die KMU weiter. 100 Franken Spende sind 100 Franken Hilfe. «Gemeinden und Gewerbevereine kennen die lokale Wirtschaft am besten», sagt Christoph Buser und hofft, dass möglichst viele der 86 Gemeinden und 22 Gewerbevereine sich hinter dieser Aktion versammeln. Möglichst viele? Möglichst alle, bitte. Das wäre ein starkes Zeichen in alle Richtungen. Weitere Aktionen folgen Unter dem Etikett «s Baselbiet schaffts» werden in den kommenden Tagen und Wochen noch mehr Aktionen lanciert. Auch lokale Aktionen von Gewerbevereinen oder Gemeinden sollen mit «s Baselbiet schaffts» verlinkt werden können. Unter anderem werden in diesen Tagen «Schafferinnen» und «Schaffer» gesucht. Mehr dazu im Newsletter der Wirtschaftskammer und auf www.bl-schaffts.ch. Von der Baustelle bis zum viel zitierten Coiffeursalon – wo das Logo von «s Baselbiet schaffts» steht, wird unsere KMU-Wirtschaft unterstützt. Damit wir alle so gut wie nur möglich durch diese schwierige Zeit kommen. Patrick Herr INSERAT

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