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Standpunkt 494, 13.12.2019

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13. Dezember 2019 TAG

13. Dezember 2019 TAG DER WIRTSCHAFT Standpunkt der Wirtschaft | 3 REFERATE – Der Hauptreferent am Tag der Wirtschaft, Bundesrat Guy Parmelin, freute sich in seiner Rede darüber, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt rückt. Vor ihm erläuterten fünf Unternehmerpersönlichkeiten, was dies genau bedeutet. «Der Mensch bleibt ein Erfolgsrezept» Bundesrat Guy Parmelin zeigte sich in seinem Referat am Tag der Wirtschaft erfreut, dass nach der intensiven Auseinandersetzung der letzten Jahre mit dem Thema Digitalisierung wieder das Wesentliche in den Mittelpunkt gestellt wird: der «ZUM GLÜCK HABEN DIE PROPHETEN AUS DEM SILICON VALLEY NICHT IMMER RECHT.» Mensch. «Zum Glück haben die Propheten aus dem Silicon Valley nicht immer Recht. Der Mensch bleibt trotz Algorithmen und digitaler Umwälzung ein Erfolgsrezept», sagte Parmelin. Schliesslich beweise der Mensch seit Jahrtausenden, dass er sich so gut wie allen Umständen anpassen könne. «Ja, es ist so: viele Jobs können verloren gehen. Aber wir wissen noch nicht, wie viele neue, interessantere Jobs dank Digitalisierung noch erfunden werden», sagte Parmelin. Der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung forderte die Wirtschaftsvertreter in seiner Rede in der St. Jakobshalle dazu auf, ihren Mitarbeitenden das nötige Vertrauen in sich und die Zukunft mitzugeben. Dann würde es gut kommen. REFERENTEN «AM ENDE ENTSCHEIDEN DIE MENSCHEN.» «MENSCH! DU HAST ES GUT!» «MEHR SCHEIN ALS SEIN?» «TECHNOLOGISCH ENDLICH MÖGLICH, VOM MENSCHEN NOCH VERHINDERT.» «MEHR MENSCHLICHKEIT DURCH DIGITALISIERUNG.» Daniel Bloch, CEO Chocolats Camille Bloch David Bosshart, CEO Gottlieb Duttweiler Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Christoph Buser, Direktor Wirtschafts kammer Baselland Birgit Gebhardt, Trendexpertin Mike Schwede, Digital Strategist, Entrepreneur Daniel Bloch leitet in dritter Generation die Geschicke des Schweizer Traditionsunternehmens Chocolats Camille Bloch SA. Er zeigte in seinem Referat, wie sein Unternehmen seine Schokoladenprodukte der Zeit angepasst habe und diese doch die gleichen geblieben seien. Bei aller technischer Entwicklung und dem Einsatz der neuesten Technologien, am Schluss entscheide immer noch der Mensch, ob die Qualität der Produkte stimmt. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, erinnerte das Publikum daran, wie gut es ihnen eigentlich gehe. Trotzdem seien wir Prinzessinnen auf der Erbse geworden. Künstliche Intelligenz und Robotisierung brächten viele neue Freiheiten im Arbeitsleben. Bosshart kritisierte den Gymistress, den viele Eltern auf ihren Nachwuchs ausüben und warnte vor einer «Vermasterung» der Bildung. Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, führte eine Standortbestimmung zur Digitalisierung durch. Nur 50 Prozent der Leute freuten sich auf die bevorstehende Digitalisierung, sagte Buser. Dabei sei der Digitalisierungsgrad bei KMU noch sehr tief. KMU müssten derzeit den Spagat schaffen zwischen Produktivität, Resultaten und den neuen Erwartungen, die an ihre Unternehmen gestellt werden. Birgit Gebhardt, Trendforscherin mit Schwerpunkt «Zukunft der Arbeitswelt» beschrieb in ihrem Referat den Strukturwandel von der Industrialisierung zur Digitalisierung. Wo in der Industrialisierung organisierte Gleichförmigkeit herrscht, verspricht die Zukunftsforscherin «lebendige Vielfalt» in der Digitalisierung. Wo in der Industrialisierung «die Masse und ihr Durchschnitt» zählten, stünden bei der Digitalisierung das Individuum und seine Besonderheit im Zentrum. Mike Schwede, Unternehmer, Strategie- und Kommunikationsberater sowie Dozent für Social Media, sagt, dass die Digitalisierung mehr Menschlichkeit bringe. Die Künstliche Intelligenz werde die menschliche Kreativität fördern, denn Maschinen hätten keine Neugier, keine Leidenschaft und vor allem hätten sie keine Bestimmung. Die Digitalisierung erlöse die Menschen auch von vielen repetitiven Arbeiten, sagte Schwede.

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