Aufrufe
vor 1 Jahr

Standpunkt 490, 04.10.2019

  • Text
  • Eigentum
  • Swiss
  • Innovation
  • Unternehmen
  • Standpunkt
  • Liestal
  • Oktober
  • Baselland
  • Wirtschaft
  • Wirtschaftskammer

8 |

8 | Standpunkt der Wirtschaft ABSTIMMUNG 4. Oktober 2019 JA ZUR STEUERVORLAGE 17 – Am kommenden 24. November entscheiden die Baselbieter Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die Steuervorlage 17 (SV 17). Die Wirtschaftskammer Baselland empfiehlt den Stimmberechtigten, ein Ja in die Urne zu legen. Für ein attraktives Baselbiet Die vorteilhafte Besteuerung von Statusgesellschaften in der Schweiz wurde von internationalen Organisationen nicht mehr anerkannt. Deshalb hat der Bundesrat die Unternehmensbesteuerung reformiert. Am 19. Mai 2019 hat die Schweizer Bevölkerung das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV- Finanzierung (STAF) angenommen; Für die Umsetzung auf Kantonsebene schlägt der Regierungsrat mit der Steuervorlage 17 einen ausgewogenen Text vor, der am 24. November 2019 zur Abstimmung steht. Die Wirtschaftskammer empfiehlt die Ja- Parole. Für Unternehmen: faire Steuern und Planungssicherheit Die Gewinnsteuersätze für Unternehmen werden gestaffelt über die nächsten fünf Jahre gesenkt. Ab 2025 soll der effektive Gewinnsteuersatz für Unternehmen 13,45 Prozent betragen (heute maximal 20,7 Prozent). Für die meisten Unternehmen und KMU, die lokal und national wirtschaften, wird damit die Steuerbelastung verringert. Hingegen verteuert sich die Steuerrechnung für international orientierte Unternehmen, die bisher als Statusgesellschaft tiefere Steuersätze genossen. Damit stärkt der Regierungsrat die Steuergerechtigkeit und die Standortattraktivität. Für Einkommensschwache: günstigere Krankenversicherung Bürgerinnen und Bürger mit niedrigen oder mittleren Einkommen haben Anspruch auf eine Prämienverbilligung für die Beiträge der obligatorischen Krankenkasse. Da zuletzt die Krankenkassenprämien gestiegen sind, schlägt der Regierungsrat vor, die Richtprämien 2021 und 2022 ebenfalls gestaffelt zu erhöhen, und so Kinder um zusätzlich 20 Franken sowie Erwachsene um zusätzlich 25 Franken pro Monat zu entlasten. Der Mindestanspruch pro Kind wird von 50 auf 80 Prozent der Richtprämie erhöht, was Familien mit geringen Einkommen noch stärker entlastet. Insgesamt werden zusätzliche 17,4 Millionen Franken pro Jahr für Prämienverbilligungen verwendet. Für Innovative: Entlastung bei Forschung und Entwicklung Mit einer sogenannten «Patentbox» und der zusätzlichen Abzugsfähigkeit von Forschungs- und Entwicklungsausgaben werden innovative Firmen entlastet. Auf diese Weise positioniert sich der Kanton Basel- Landschaft als Standort für forschende Unternehmen, die hochwertige, neue Produkte entwickeln. Die Kapitalsteuer wird ebenfalls leicht gesenkt, hingegen werden künftig Dividenden aus qualifizierten Beteiligungen neu zu 60 Prozent statt zu 50 Prozent besteuert. Für Familien: höhere Ste uerabzüge für Kinderbetreuung Wer Kinder durch dritte Personen betreuen lässt, konnte bis anhin pro Jahr einen Abzug von 5500 Franken in der Steuererklärung geltend machen. Mit der Steuervorlage 17 wird dieser Abzug auf 10 000 Franken erhöht und entlastet so gerade Familien mit kleinen Kindern, die betreut werden müssen. Für ein attraktives Baselbiet: Ja zur SV17 Neben den direkten Steuern, die der Kanton Basel-Landschaft von angesiedelten Unternehmen einnimmt, zählen auch indirekte Einkünfte, beispielsweise über Einkommenssteuern, Gebühren und Konsum der Mitarbeitenden. Mit der Anpassung der Unternehmensbesteuerung positioniert sich der Kanton Basel-Landschaft als attraktiver Standort. Gemäss einer Studie der Credit Suisse rückt er bezüglich Standortattraktivität unter den Kantonen vom elften auf den fünften Platz vor. Bernhard Scharvogel KOMITEE SAGT JA Der Wirtschaftsrat, das Parlament der Wirtschaftskammer Baselland hat klar die Ja-Parole für die Steuervorlage 17 (SV17) gefasst. Das parteiübergreifendes Komitee «Ja zur Steuervorlage 17» setzt sich ebenfalls dezidiert für die Annahme der SV17 ein mit Veranstaltungen, Plakaten und einer Website. bs www.steuervorlage17-bl.ch Vier Beispielrechnungen zeigen, wie sich die SV17 auf das Steueraufkommen der Unternehmen auswirkt: KMU und forschende Firmen profitieren. Grafiken: zVg, Finanz- und Kirchendirektion Kanton BL.

4. Oktober 2019 BERUFSBILDUNG Standpunkt der Wirtschaft | 9 NEWS AUS DEM LANDRAT An der Sitzung vom vergangenen 26. September hat der Baselbieter Landrat zwei KMU-relevante Geschäfte bearbeitet: BERUFSSCHAU 2019 – In Pratteln haben die Aufbauarbeiten für die Berufsschau 2019 begonnen. Gegenüber 2017 hätte sich ein Drittel mehr Schulklassen angemeldet, sagt OK-Chef Urs Berger. Spatenstich für die Berufsschau 1. Vorlage: Überprüfung Eigentümerstrategie Messe Schweiz [Traktandum Nr. 7] Der Landrat nimmt von der Absicht des Regierungsrats Kenntnis, die kantonale Beteiligung an der MCH Group ins Finanzvermögen zu transferieren. 2. Postulat: Planung Muggenbergtunnel [Traktandum Nr. 26] Der Landrat hat das Postulat in modifizierter Fassung mit 49:27 Stimmen bei 6 Enthaltungen überwiesen. Der Baselbieter Landrat tagt wieder am kommenden 17. Oktober. ra/sd NEWS DIREKT AUFS SMARTPHONE Die Wirtschaftskammer Baselland bietet ihren Mitgliedern mit dem «Upgrade Politik» eine neue Dienstleistung an: Vor den Sitzungen des Baselbieter Landrats werden die Mitglieder jeweils per Whats App-News übersichtlich über die relevanten politischen Geschäfte informiert. Während und nach den Sitzungen werden die Mitglieder ebenfalls via WhatsApp-News umgehend über die Beschlüsse des Landrats und deren Auswirkungen auf die KMU informiert. Zusätzlich werden die «News aus dem Landrat» später auch im Standpunkt der Wirtschaft veröffentlicht (siehe oben). Die «News aus dem Landrat» sind nur einer von vielen Vorteilen, den das «Upgrade Politik» mit sich bringt. Das Upgrade kostet 80 Franken pro Jahr. Weitere Informationen: Haus der Wirtschaft Altmarktstrasse 96 4410 Liestal Tel.: 061 927 64 64 Fax: 061 927 65 50 E-Mail: mitgliedschaft@kmu.org Website: www.kmu.org Die Berufsschau 2019 wirbt im ganzen Baselbiet mit grossen Plakaten für die Ausstellung. Nach zweijähriger Planungsphase haben am vergangenen 30. September auf dem Gelände des Kultur- und Sportzentrums Pratteln (KUSPO) die Aufbauarbeiten für die Berufsschau 2019 begonnen. Für Urs Berger, Chef des Organisationskomitees der Berufsschau, ist dies jeweils der schönste Moment: «Das ist, wenn die Berufsschau nicht mehr nur auf dem Papier existiert, sondern greifbar wird», sagt der stv. Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, Leiter Berufs- und Weiterbildung. Zelte werden aufgestellt Auf dem Ausstellungsgelände geht es nun zügig vorwärts: die Zeltböden werden erstellt und die Zelte selber aufgestellt. Für den Innenausbau verlegen die Elektriker Hunderte Meter Stromkabel. Sind die Zelte und Ausstellungshallen einmal bezugsbereit, können die Ausstellerinnen und Aussteller mit dem Aufbau der Stände beginnen. Am kommenden 23. Oktober wird alles bereit sein. Dann ziehen die ersten Schulklassen durch die Ausstellungsräume. «Der Anmeldestand der Schulen ist hervorragend», sagt OK-Chef Urs Berger. Die Schulklassen müssen sich über die Website der Berufsschau anmelden. Sie können sich dort ein Zeitfenster für ihren Besuch aussuchen. Die durch die Anmeldung gewonnenen Daten helfen auch den SBB, die so, dem Besuchendenaufmarsch entsprechend, genügend Transportkapazitäten im öV bereitstellen können. Mehr Klassen aus dem Niveau P Im Vergleich zur Berufsschau 2017 in Liestal verzeichnet Urs Berger ein Drittel mehr Anmeldungen. «Vor allem Sekundarschulklassen aus dem Niveau P haben sich konsequent angemeldet», sagt Berger. Das sei ein wichtiges Signal für die Bedeutung der Berufsbildung. Das gestiegene Interesse entspreche auch der Botschaft, welche die Berufsschau streuen wolle: «Zuerst prüfen und dann entscheiden.» Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler des Niveaus P sollen sich demnach nicht direkt und automatisch für den gymnasialen Weg entscheiden, sondern zuerst auch prüfen, ob eine Berufs lehre infrage komme. Hervorragende Partnerschaft Urs Berger ist höchst zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitungen für die Berufsschau 2019 in Pratteln. «Ich möchte vor allem auf die hervorragende Partnerschaft mit den Kanton Basel-Landschaft und der Gemeinde Pratteln hinweisen und mich für deren Unterstützung bedanken», sagt Urs Berger. Während der gesamten Organisationsphase sei die Gemeinde sehr zuvorkommend und unterstützend gewesen. Ein weiteres grosses Dankeschön gelte den ausstellenden Berufsverbänden, Institutionen und Organisationen. Wie bei den vergangenen Berufsschauen sind mit wenigen Ausnahmen alle Berufe vertreten, die im Baselbiet Ausbildungsplätze anbieten. Aussteller machen Berufsschau aus «Es sind die Aussteller, welche die Berufsschau ausmachen und die so unseren beruflichen Nachwuchsfachkräften eine optimale Entscheidungsgrundlage für ihre Laufbahnplanung ermöglichen», sagt OK-Chef Urs Berger. Reto Anklin 23. BIS 27. OKTOBER 2019 Die Berufsschau 2019 findet vom 23. bis 27. Oktober statt. Veranstaltungsort ist das Kultur- und Sportzentrum (KUSPO) in Pratteln. Detailinformationen für Besucherinnen und Besucher finden sich im Internet unter der Adresse: www.berufsschau.ch Bild: zVg ANZEIGE

Standpunkt der Wirtschaft