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Standpunkt 479, 08.03.2019

Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

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6 | Standpunkt der Wirtschaft BERUFSBILDUNG 8. März 2019 LEHRBETRIEBSVERBUND – Die Ausbildung von Lernenden lohnt sich auf jeden Fall für ein Unternehmen. Die fünf häufigsten Gründe, weshalb sich die Partnerbetriebe der KMU Lehrbetriebsverbund AG in der Berufsbildung engagieren, sind hier aufgelistet. Fünf gute Gründe, Lehrbetrieb zu werden 1. Die Schweizer Wirtschaft ist auf gute Fachkräfte angewiesen. Lehrbetriebe leisten einen aktiven Beitrag zur Nachwuchsförderung. 2. Lernende sind produktiv. Je nach Studie kann davon ausgegangen werden, dass der Nutzen bereits im Lauf des zweiten Lehrjahrs zugunsten des Betriebs ausfällt. 3. Lernende sind eine Bereicherung für den Betrieb. Sie bringen Dynamik, Schwung und Abwechslung und fördern die Innovation im Unternehmen. 4. Lernende können sich positiv auf die Personalbeschaffungskosten eines Unternehmens auswirken. Lernende kennen den Betrieb bereits, wenn sie gleich nach der Ausbildung weiterbeschäftigt werden oder zu einem späteren Zeitpunkt zurück in den Betrieb geholt werden. 5. Lernende sind gut für das Image des Betriebs. Die Förderung von Jugendlichen wirkt sich positiv auf die Aussenwahrnehmung des Betriebs aus. Lernende sind Sympathieträger.Anja Grönvold Jugendliche an einem Bewerbermeeting der KMU Lehrbetriebsverbund AG. Bild: Straub INFOVERANSTALTUNG Fast jeder Betrieb kann Lehrbetrieb werden, zumindest, wenn die Ausbildung im Rahmen der KMU Lehrbetriebsverbund AG (LBV) stattfindet. Gerade für Unternehmen, die zwar Lernende ausbilden wollen, denen aber der administrative Aufwand zu gross ist, oder für solche, die neu in die Berufsbildung einsteigen, bietet die Zusammenarbeit mit dem LBV eine optimale Lösung. Wie das Ausbilden im Verbund funktioniert, wie sich Betriebe durch die Zusammenarbeit mit dem LBV entlasten können, und welchen Profit Lernende durch die Betreuung im Verbund haben, wird an der nächsten Informationsveranstaltung der KMU Lehrbetriebsverbund AG vorgestellt. Diese findet am Donnerstag, 4. April 2019, im Haus der Wirtschaft in Liestal statt. Der kosten lose Anlass startet um 11.45 Uhr und endet um 13.15 Uhr. Für eine kleine Mittagsverpflegung ist gesorgt. Anmeldung per Mail an: info@kmu-lehrbetriebsverbund.ch. Anmeldeschluss ist am Freitag, 29. Februar 2019. Weitere Informationen: Anja Grönvold Leiterin KMU Lehrbetriebsverbund AG Telefon: 061 927 65 39 E-Mail: info@kmu-lehrbetriebsverbund.ch www.kmu-lehrbetriebsverbund.ch ANZEIGE

8. März 2019 BERUFSBILDUNG Standpunkt der Wirtschaft | 7 KMU-EXPORTPERSPEKTIVEN Schweizer KMU sind mit Zuversicht ins neue Jahr gestartet LEHRABSCHLUSS – Vom 25. Februar bis zum 1. März bereiteten sich Lernenden im Abschlussjahr der KMU Lehrbetriebsverbund AG in Arzo (TI) auf ihre Prüfungen vor – betreut vom Leitungsteam. Top vorbereitet in die Prüfungen Die KMU-Exportstimmung ist im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken. Bild: zVg Die Exportstimmung bei Schweizer KMU bleibt auch im neuen Jahr gut, wie die Exportförder organisation Switzerland Global Enterprise (S-GE) mitteilt. Von den befragten KMU rechneten 56 Prozent für das erste Quartal 2019 mit steigenden Exporten, auf das ganze Jahr gesehen seien es gar rund 77 Prozent der Befragten. Die aktuelle Umfrage von Switzerland Global Enterprise zur Exportstimmung wie auch das Credit Suisse Exportbarometer zeugen von Zuversicht bei den Schweizer KMU. «Das Rekordjahr 2018 wird sich aber kaum wiederholen lassen», schreibt S-GE. Rückkehr zur Normalität Die Erwartungen haben sich im Vergleich zum Vorquartal allgemein leicht abgeschwächt. Sowohl S-GE wie auch Credit Suisse sehen in den Umfrageergebnissen und Indizes aber keine Trendwende, sondern vielmehr die Rückkehr zur Normalität. «Eine Entwicklung, die sich bereits im Vorquartal abgezeichnet hatte», wie es in der Medienmitteilung heisst. Die Exportmärkte mit dem grössten Wachstum befinden sich ausnahmslos in Asien. «Die Annäherung an das langfristige Durchschnittswachstum und damit an die Normalität bedeutet, dass die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten nach wie vor hoch ist», lässt sich Sascha Jucker, Ökonom bei der Credit Suisse, in der gemeinsamen Medienmitteilung zitieren. Seit Längerem sei in Europa eine leichte Trübung der Industriestimmung zu beobachten. «Nun hat diese Entwicklung bis zu einem gewissen Grad auch die USA erfasst und für einen leichten Rückgang des Exportbarometers gesorgt», sagt Jucker. Die Aussichten für die Schweizer Exportwirtschaft bleiben gemäss Jucker dennoch gut. Kurze Pause für Fototermin: Die 16 Teilnehmenden der Prüfungsvorbereitungswoche in Arzo (TI). Simulierte Prüfungen, Selbststudium, Frühsport, aktive Pausen: Die Prüfungsvorbereitungswoche für die 16 Lernenden der KMU Lehrbetriebsverbund AG im Abschlussjahr war intensiv. «Das Ziel der Woche in Arzo ist es, die Lernenden optimal auf die letzte Phase vor dem Lehrabschluss und dem Qualifikationsverfahren vorzubereiten», sagt Anja Grönvold, Leiterin der KMU Lehrbetriebsverbund AG. Die Lage des Zentrums «la perfetta» am Rande des rund 1300 Einwohner zählenden Orts im Tessin sei dazu ideal geeignet. Wie immer stand das Leitungsteam für Fragen zur Verfügung, sorgte für eine gute Lernatmosphäre und leitete das Rahmenprogramm. Sicherheit für die Lernenden Agnes Pelladoni ist seit zehn Jahren bei den Vorbereitungslagern dabei. Sie nimmt mit ihrem Mann die simulierten mündlichen Prüfungen ab und leitet den Workshop zur Lernplanung. «Eine solche Prüfungsvorbereitungswoche finde ich eine gute Sache», sagt Pelladoni. «Ich hätte mir solche Unterstützung in meiner Lehre gewünscht.» Es gebe den Lernenden Sicherheit, wenn sie ihre Stärken und Schwächen analysieren und Prüfungssituationen durchleben. «Das ist auch der Grund, weshalb ich das mache», sagt Pelladoni. Lücken füllen Die Lernenden kommen gut vorbereitet und erwartungsfroh nach Arzo. Winona Amsler, Lernende im 4. Lehrjahr als Mediamatikerin, hatte vor Beginn der Woche klare Vorstellungen: «Ich erhoffe mir, dass meine Zusammenfassungen kompakter werden und dass das, was noch nicht sitzt, besser wird.» Durch Berichte ehemaliger Lernender habe sie bereits eine ungefähre Vorstellung gehabt und all ihre Unterlagen und Lehrmittel mitgebracht. «Hier erhalte ich die Unterstützung, die ich brauche, um Lücken zu füllen.» Im Alltag bleibe ihr dafür nicht immer genügend Zeit. Darum schätze sie die Unterstützung in Arzo sehr, so Amsler. Pawell Straub Bilder: Straub/Grönvold Der Stoff für die Abschlussprüfungen wird auch im intensiven Selbststudium erlernt. Clevere Exportstrategien Alberto Silini, Leiter Beratung bei Switzerland Global Enterprise (S-GE), stellt in der Medienmitteilung fest, dass die Schweizer Exporteure nach wie vor optimistisch ins 2019 gestartet seien – auch wenn die KMU-Exportstimmung im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken sei. «Zurecht, denn Wachstumspotenzial besteht sowohl in den Schwellen- wie auch in den Industrieländern», wird Silini zitiert. Da sich aber das Wirtschaftswachstum etwas normalisieren dürfte, werde es für KMU noch wichtiger werden, sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten und mit einer cleveren Exportstrategie zu überzeugen. Die Broschüre mit weiteren Informationen zu den KMU-Exportperspektiven für das erste Quartal 2019 kann von der Website von S-GE heruntergeladen werden (Adresse siehe unten). Die KMU- Exportperspektiven für das zweite Quartal 2019 werden am kommenden 11. April publiziert. Reto Anklin www.s-ge.com Auch Unterhaltung und die Pflege von Freundschaften kommen in Arzo nicht zu kurz – hier am bunten Abend. Für das leibliche Wohl der jugendlichen Lernenden sorgten in Arzo Angela und Diego.

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