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Standpunkt 476, 25.1.2019

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

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8 | Standpunkt der Wirtschaft KMU-ORGANISATIONEN 25. Januar 2019 LOKALE NEUJAHRSAPÉROS – Neben der Wirtschaftskammer organisierten auf lokaler Ebene auch viele Gewerbevereine einen Neujahrsapéro. Gewerbevereine stossen auf ein erfolgreiches 2019 an Zwei Tage vor dem Neujahrsapéro der Wirtschaftskammer Baselland trafen sich am 8. Januar die Mitglieder der Gewerbevereine Bubendorf, Reigoldswil und Waldenburg sowie die Mitglieder und Gäste des Arlesheimer Gewerbe- und Industrievereins und von KMU Allschwil Schönenbuch zu ihren lokalen Apéros. Im Oberbaselbiet traf man sich im Alters- und Pflegeheim Gritt in Niederdorf; in Arlesheim im Gasthof zum Ochsen und in Allschwil war man im Luminarium zu Gast. Einen Tag später luden die Basellandschaftliche Kantonalbank und die Gewerbevereine Gelterkinden, Homburger-/ Diegtertal und Sissach in die Obere Fabrik in Sissach ein. Neben Unternehmern und KMU-Vertretern nahmen Vertreter aus Gemeindebehörden und der kantonalen Politik teil. Mit mehr als 240 Teilnehmenden dürfte der Neujahrsempfang in Laufen am 11. Januar wohl der grösste lokale Anlass dieser Art gewesen sein. Eingeladen hatten die Gewerbevereine der Regionen Laufen tal und Schwarzbubenland sowie die Wirtschaftsförderungen von Baselland und Solothurn. Am 15. Januar fand der Neujahrsapéro des Gewerbevereins Oberwil/Biel-Benken in den Räumen der Vistaggio Optik statt. Ende Januar werden schliesslich die Mitglieder der KMU-Vereine von Birsfelden und Binningen-Bottmingen ebenfalls noch auf das neue Jahr anstossen. Marcel W. Buess Allschwil: Hannes Hänggi, Gemeindepräsident von Schönenbuch; Roland Naef, Präsident KMU Allschwil Schönenbuch; Nicole Nuessli, Gemeindepräsidentin Allschwil (von links). Bilder: MWB Oberwil: Thomas Schulte (links), Präsident Gewerbeverein Oberwil/Biel-Benken, und der Oberwiler Gemeindepräsident Hanspeter Ryser. Laufen: Landrat Marc Scherrer (links), Präsident KMU Laufental, und Nationalrat Thomas de Courten (rechts); das Solothurner Schwarzbubenland ist mit Nationalrat Christian Imark (hinten links) vertreten. Sissach: Salome Mumenthaler, Präsidentin Gewerbeverein Gelterkinden u.U., Landrat Markus Graf, Landrat Matthias Ritter, Präsident Verband Dach und Wand BL. ANZEIGE Verluste vermeidet man online. Dank Bonitäts- und Wirtschaftsauskünften wissen Sie immer, mit wem Sie es zu tun haben. Sie erkennen Risiken, bevor sie überhaupt entstehen. Sie vermeiden Verluste. Doch das ist nur eine kleine Auswahl der Vorteile von CrediWEB – mehr erfahren Sie auf www.crediweb.ch. + Creditreform Egeli Basel AG Münchensteinerstrasse 127 CH-4002 Basel Tel. +41 (0)61 337 90 40 Fax +41 (0)61 337 90 45 info@basel.creditreform.ch + Creditreform Egeli St.Gallen AG Teufener Strasse 36 CH-9001 St. Gallen Tel. +41 (0)71 221 11 21 Fax +41 (0)71 221 11 25 info@st.gallen.creditreform.ch + Creditreform Egeli Zürich AG Binzmühlestrasse 13 CH-8050 Zürich Tel. +41 (0)44 307 80 80 Fax +41 (0)44 307 80 85 info@zuerich.creditreform.ch

25. Januar 2019 BERUFSBILDUNG Standpunkt der Wirtschaft | 9 FHNW-NEUBAU – Interview mit Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). «Für grosse Gedanken braucht es Raum» Die Begegnungszonen auf dem neuen Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Muttenz förderten den interdisziplinären Austausch, sagt FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme. Standpunkt: Herr Bergamaschi, was gefällt Ihnen persönlich besonders am neuen FHNW Campus in Muttenz? Crispino Bergamaschi: Mir gefällt die Architektur des neuen FHNW Campus Muttenz. Das Gebäude wirkt grosszügig und verfügt über eine topmoderne Infrastruktur. Für grosse Gedanken braucht es Raum. Diesen Raum haben wir am neuen Standort der FHNW. Zudem ist das Gebäude überaus funktionell konzipiert und fördert dank der diversen Begegnungszonen den interdisziplinären Austausch zwischen den Fachbereichen der fünf Hochschulen der FHNW, welche der neue Campus unter einem Dach vereint. «VOR ALLEM DIE ZWISCHENZONEN, IN DENEN ES RAUM ZUR BEGEGNUNG GIBT, KOMMEN SEHR GUT AN.» Wie sieht Ihr Fazit drei Monate nach der Einweihung und rund ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des neuen Standorts aus? Ich stelle fest, dass sehr vieles sehr gut gelaufen ist. Der Semesterstart verlief höchst erfolgreich und ohne jegliche Zwischenfälle. Auch Engpässe bei der An- und Abreise der Mitarbeitenden und Studierenden sind bis heute keine zu verzeichnen. Dies ist auch dem gestaffelten Beginn der Unterrichtszeiten zu verdanken. Der Hochschulbetrieb läuft mit anderen Worten nach Plan. Besonders Freude habe ich, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als sehr flexibel erwiesen haben. Sie fanden sich rasch zurecht, und mit den wenigen Kinderkrankheiten, welche ein derart grosser Neubau automatisch mit sich bringt, gingen sie sehr gut um. Diese Flexibilität leisteten sie unter Einhaltung des Tagesgeschäfts; hierfür gebührt ihnen ein grosses Kompliment und Dankeschön. Welche Kinderkrankheiten sprechen Sie an? Als nach dem warmen Herbst der Kälteeinbruch kam, hatten wir kurzzeitig etwas Mühe mit den Raumtemperaturen. Das hat sich aber rasch eingependelt. Wir hatten bei der Eröffnung des FHNW Campus Brugg-Windisch übrigens dasselbe erlebt. In derart grossen Gebäuden muss sich die Regelungstechnik jeweils zuerst einspielen. Auch im Restaurationsbetrieb waren Anpassungen notwendig, um den Bedürfnissen der Studierenden noch besser entgegenzukommen. Doch auch hier wurden die entsprechenden Änderungen rasch vorgenommen. Wie sind die Reaktionen bei den Dozentinnen und Dozenten? Am Eröffnungstag ging ich zu Fuss vom 12. Stock bis ganz hinunter. Auf jeder Etage habe ich mich mit den Mitarbeitenden unterhalten. Schon damals stellte ich fest, dass die Begeisterung riesig ist und eine sehr positive Grundstimmung vorherrscht. Das hat sich bis heute nicht geändert. Vor allem die verschiedenen Begegnungszonen kommen sehr gut an. Wie haben die Studierenden reagiert? Auch die Rückmeldungen der Studierenden sind sehr positiv. Aber man muss auch sehen: Die Studierenden waren vor der Eröffnung in Bezug auf die räumlichen Verhältnisse nicht wirklich verwöhnt. Hier hat der neue FHNW Campus Muttenz den Studierenden nun ein Vielfaches zu bieten. Was bedeutet das neue Gebäude für die Region Basel? Der neue FHNW Campus Muttenz ist ein Statement. Er ist in erster Linie ein Bekenntnis des Kantons Basel-Landschaft zur FHNW. Dieses Bekenntnis lautet: «Wir sind ein moderner Kanton, wir wollen in Innovationen investieren und wir stellen uns auf die Zukunft ein.» In diesem Sinne bedanke ich mich beim Kanton Basel-Landschaft für die ausgezeichnete und zielführende Zusammenarbeit. Der neue FHNW Campus Muttenz ist ein Symbol sowohl der regionalen und bildungspolitischen Verankerung der FHNW im Kanton Basel-Landschaft, als auch der Innovationskraft der FHNW als eine der führenden Fachhochschulen der Schweiz. Wenn Sie den neuen FHNW Campus Muttenz betreten, so treten Sie in die Welt innovativer und zukunftsorientierter Bildung und Forschung ein. Erhoffen Sie sich eine Zunahme an Studierendenzahlen dank des neuen Gebäudes? Ja. Wir haben im Herbst 2018 bereits eine leichte Zunahme an Studierenden zahlen festgestellt, insbesondere im Life-Sciences- Bereich. Wir streben aber nicht nur dort ein moderates Wachstum an, sondern in weiteren spezifischen Fachbereichen. Verfügen Sie über die dafür nötigen Kapazitäten? Vor dem Hintergrund des von uns angestrebten Wachstums ist der Bau in Muttenz sicher nicht zu üppig dimensioniert. Das liegt daran, dass man in der Planung die Finanzen auf 300 Millionen Franken reduziert hat. Damit hat man Entwicklungsreserven aus dem Projekt gestrichen. Etwas mehr Reserven wären darum nicht schlecht gewesen. Wir haben das vor fünf Jahren auch am FHNW Campus Brugg-Windisch gesehen. Damals hiess es, der Raum sei überdimensioniert. Heute sehen wir, dass dies keineswegs der Fall ist. Entsprechend haben wir bei den Räumlichkeiten die notwendigen Optimierungen vorgenommen. «DIE FHNW SIEHT EINEN AUSBAU AM DREISPITZ VOR.» Was bedeutet dies für die Verkehrssituation in der Region? Es scheint nicht so viele Parkplätze zu haben. Wir setzen stark auf den ÖV. Ideal wäre, eine regelmässige direkte Zugverbindung von Muttenz nach Brugg und umgekehrt zu haben. Dies aber würde bedingen, dass sich der Kanton finanziell beteiligt. Denn der Kanton ist der Besteller solch einer Leistung. Wir sind aber auch bestrebt, den motorisierten Individualverkehr nicht zu vernachlässigen. So bestehen auch bewirtschaftete Parkplätze in Muttenz. Die Autos der FHNW- Angehörigen sollen nicht irgendwo in den Quartierstrassen abgestellt werden. In diesem Rahmen befinden Hat Freude an der Architektur des neuen FHNW-Gebäudes: Direktionspräsident Crispino Bergamaschi. Bild: dan Topmodern: Der neue FHNW-Campus Muttenz. wir uns in regelmässigem Austausch mit der Gemeinde Muttenz, dem Kanton Basel-Landschaft und der SBB. Wie sehen die mittel- und langfristigen Pläne der FHNW aus? Die FHNW sieht einen Ausbau am Dreispitz vor. Die Hochschule für Wirtschaft FHNW muss den Standort beim Bahnhof Basel verlassen. Basel-Stadt ermöglicht der FHNW deshalb, auf dem Dreispitz auszubauen. In diesem Gebiet hat ja bereits die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW ihren Standort. Das wird wiederum gegenseitige Wechselwirkungen ermöglichen. Der interdisziplinäre Austausch wird grösser. Das begrüsse ich sehr. Versteht sich die FHNW auch künftig als praxisorientierte Hochschule oder geht es eher in Richtung stärkerer Konkurrenz zu den Universitäten? Die FHNW bleibt die Speerspitze der dualen Bildung. Wir schämen uns aber auch nicht dafür, eine Fach- hochschule zu sein. Universität und FHNW ergänzen sich. Fast 90 Prozent der FHNW-Absolventinnen und -Absolventen verlassen die FHNW mit einem praxisorientierten Bachelor-Abschluss. «DIE FHNW BLEIBT DIE SPEERSPITZE DER DUALEN BILDUNG.» An der Universität ist es umgekehrt: Dort schliessen rund 90 Prozent der Studierenden mit einem Master-Abschluss ab – gerade in den Wirtschaftswissenschaften. Entsprechend unterscheiden sich die Lehrpläne. Diese sind bei der FHNW viel stärker auf die Praxis ausgerichtet. Wie beabsichtigt die FHNW bei den Schweizer Fachhochschulen einen Spitzenplatz zu behalten? Da wir auch in Zukunft eine der führenden Fachhochschulen der Bild: zVg Schweiz bleiben wollen, nehmen wir ganz gezielte Investitionen vor. Das gilt zum Beispiel in Bezug auf den digitalen Wandel in der Lehre. Wie genau lernen die Studierenden im Jahr 2025? Wie genau sieht der Unterricht – sprich die Lehre – im Jahr 2025 aus? Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen können zudem nur interdisziplinär erarbeitet werden. Deshalb investiert die FHNW in interdisziplinäre Forschungsprojekte, an welchen sich jeweils unterschiedliche Fachbereiche der FHNW beteiligen. Ausserdem müssen wir unsere Stärken noch mehr ausbauen. Hier denke ich zum Beispiel an unsere internationale Vernetzung. Denn Fakt ist: Die zukünftigen Arbeitgeber unserer Absolventinnen und Absolventen bewegen sich je länger desto mehr in einem internationalen Umfeld. Deshalb ist die FHNW schon heute als regional verankerte Fachhochschule auch international gut vernetzt. Interview: Daniel Schindler

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