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Standpunkt 475, 14.12.2018

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

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12 | Standpunkt der Wirtschaft HAUS DER WIRTSCHAFT 14. Dezember 2018 ARBEITGEBER-ZMORGE – Die Umsetzung der Steuervorlage 2017 sowie weitere Aktualitäten aus der Steuerlandschaft standen am Anlass von Arbeitgeber Baselland und der TRETOR AG im Mittelpunkt. Neues aus der Steuerlandschaft Steuern und Steuerplanung sind ein wesentlicher Bestandteil unternehmerischen Handelns. Kein Wunder also, dass der Saal im Bad Bubendorf Hotel am vergangenen 4. Dezember fast zum Bersten durch KMU-Verantwortliche gefüllt war, als Adrian Schaller und Martin Dettwiler von der Firma TRETOR AG über die neuesten Steuerherausforderungen referierten und die brennendsten Fragen beantworteten. Steuerreform – Stand der Dinge Nach dem Volksnein zur Unternehmenssteuerreform III haben Bundesrat und Parlament mit der Steuervorlage 2017 einen neuen Versuch gestartet, welcher bei Zustandekommen des Referendums voraussichtlich am 19. Mai 2019 vors Volk kommt. Mit der Reform wird insbesondere die privilegierte Besteuerung von Statusgesellschaften in der Schweiz abgeschafft. Um diese wegfallenden Steuerprivilegien zu kompensieren, führt der Gesetzgeber neue steuerliche Massnahmen ein, wie die Entlastung der Besteuerung für sogenannte Patentboxen sowie erhöhte Abzüge für Forschung und Entwicklung. Steuersätze senken Ebenfalls haben viele Kantone die Absicht kundgetan, die ordentlichen Gewinn- und Kapitalsteuersätze bei einer Umsetzung zu senken. Adrian Schaller, Partner der TRETOR AG und dipl. Wirtschaftsprüfer, führte aus, dass der Kanton Basel-Landschaft gemäss Regierungsratsvorlage den derzeitigen Gewinnsteuersatz von maximal 20,7 Prozent kontinuierlich bis 2025 auf 13,45 Prozent senken will. Der Kanton Basel-Stadt wird KMU BUSINESS-TREFF – Marco Zuberbühler von der Creditreform Egeli Basel AG sprach in Liestal über Risiken im Debitorenmanagement. 2017 habe es so viele Konkurse wie noch nie gegeben. Risiken erkennen, bewerten und vermeiden Praxisbezogen und wenig akademisch hat Marco Zuberbühler, Geschäftsleiter der Creditreform Egeli Basel AG, am KMU Business-Treff vom vergangenen 29. November dargelegt, wie im geschäftlichen Alltag Risiken erkannt, bewertet und vermieden werden können. 2017 gab es schweizweit einen neuen Höchststand an Konkursen: 14 415 Stück. Im Verhältnis kam es in der Romandie und im Tessin zu den meisten Insolvenzen. Aber auch die Region Basel bewegt sich im hinteren Mittelfeld. Letztlich ist die geografische Verteilung wenig aussagekräftig, denn Insolvenzen gibt es immer und überall. Auch die Anzahl an Betreibungen ist in der Schweiz horrend. Rund drei Millionen Betreibungen werden Jahr für Jahr verschickt. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, dann muss es jedem klar sein, wo ein vernünftiges Risiko management anfängt: Bei der Auswahl seiner Kunden und Geschäftspartner. Einzelfirmen und GmbH Seit jeher sind Einzelfirmen und GmbH jene Firmen, welche am wenigsten kapitalintensiv sind und nicht sonderlich viele Hürden bei der Gründung aufweisen. Das wird der Hauptgrund sein, weshalb diese beiden Gesellschaftsformen am meisten von Konkursen betroffen sind. Ein weiteres Risiko ist gemäss Zuberbühler die Dauer, das heisst, wie lange Martin Dettwiler referiert vor den Teilnehmenden des Arbeitgeber-Zmorge. Marco Zuberbühler referiert vor den Teilnehmenden des KMU Business-Treffs im Haus der Wirtschaft.Bild: Schrago ein Unternehmen sich am Markt behauptet hat. So sinkt die Rate der Konkurse rapide, nachdem die ersten drei Jahre überstanden sind. Auch sollte darauf geachtet werden, dass man sich unternehmerisch nicht zu sehr von einer Branche abhängig macht. Eine solche Strategie führt zu einer gewissen natürlichen Risikostreuung, und zum anderen gibt es Branchen, die überproportional oft von Insolvenzen heimgesucht werden. Besonders stark betroffen sind das Bau- und das Gastgewerbe, während das Immobilien- und Gesundheitswesen als traditionell stabil gelten. Eine systemische Lücke bilden die Betreibungsregister in der Schweiz. Mittels vorlegen einer Identitätskarte sogar, unter Vorbehalt einer möglichen Referendumsabstimmung am 10. Februar 2019, die Gewinnsteuern von maximal 22,18 Prozent per sofort auf 13,04 Prozent reduzieren. Finanziert werden diese Änderungen zum Teil durch die erhöhte Besteuerung von Dividendenausschüttungen. So werden Dividenden im Kanton Baselland anstelle von aktuell 50 Prozent ab 2020 voraussichtlich zu 60 Prozent besteuert, während diese Besteuerung in Basel-Stadt gar von 50 Prozent auf 80 Prozent ansteigen wird. Damit verändern sich über die nächsten Jahre auch relative Steuerunterschiede zwischen den Nordwestschweizer Kantonen. Wie die Steuerbelastung im Kanton Baselland in den nächsten Jahren definitiv aussehen wird, wird sich aber noch in den Beratungen des Landrats im Jahr 2019 weisen. Weitere Neuerungen für KMU Neben den grossen Veränderungen durch die Steuerreform hat Martin Dettwiler, Partner der TRETOR AG und dipl. Steuerexperte, auch auf zahlreiche weitere Neuerungen mit Auswirkungen auf KMU hingewiesen. So wurde unter anderem über Anpassungen bei Sozialversicherungen, die digitale MWST-Abrechnung sowie den Lohnausweis referiert. kann bei jeder Gemeinde in der Schweiz ein Betreibungsregisterauszug angefordert werden. Ob man in der entsprechenden Gemeinde wohnhaft ist, wird vom Betreibungsamt nicht überprüft. Wer also Schulden in Basel hat, kann sich theoretisch einen sauberen Betreibungs registerauszug in Zürich beschaffen. Sicherheit bietet in einem solchen Fall nur die professionelle Prüfung der Bonität der Person. Die Prüfung ist nicht sonderlich kostenintensiv und ist gerade bei grösseren Vertragsabschlüssen sehr empfehlenswert. Das Mahnwesen straffen Eine Straffung des Mahnwesens sorgt für eine bessere Liquidität im Bild: Schürmann Die anstehenden Änderungen an Steuersystem, Steuersätzen und weitere Aktualitäten führen gemäss den Experten dazu, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ihre jeweilige Situation neu analysieren und sowohl die steuerliche Abschlussgestaltung als auch die private Steueroptimierung unter den kommenden Gesichtspunkten in jedem Fall neu betrachten sollten. Nach den Ausführungen und der Fragerunde genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das ausgiebige Frühstücksbuffet und tauschten sich mit den anderen Unternehmerinnen und Unternehmern aus. Sandra Schürmann Unternehmen. «Es gibt zudem keine gesetzliche Grundlage, Mahnungen zu ver schicken», sagt Marco Zuberbühler. Er empfiehlt daher den Unternehmen, maximal zwei Mahnungen zu verschicken und kurze Zahlungsziele zu setzen. Wenn alle Stricke reissen Wenn alle Stricke reissen, bleiben immer noch die Einleitung von Betreibungen und das Inkassowesen. Für letzteres gibt es wiederum spezialisierte Unternehmen. In der abschliessenden Fragerunde sowie auch beim Apéro riche hatten die Gäste Gelegenheit, sich mit den Referenten auszutauschen und untereinander Kontakte zu knüpfen. André Schrago BASELBIETER ENERGIEPAKET Bundesgericht erteilt aufschiebende Wirkung Das Bundesgericht erteilt der Beschwerde der IWF AG, wie von dieser beantragt, die aufschiebende Wirkung. Hintergrund ist der Vergabeentscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft bezüglich Gesuchsabwicklung des Baselbieter Energiepakets. Nachdem die Baselbieter Regierung im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung zunächst der IWF AG, einer Tochtergesellschaft der Wirtschaftskammer Baselland, den Zuschlag erteilt hatte, beschwerte sich die drittplatzierte Bewerberin, worauf das Baselbieter Kantonsgericht dieser den Zuschlag direkt erteilte. Gegen diesen Entscheid legte die IWF AG beim Bundesgericht Beschwerde ein. Diese wirft laut Bundesgericht «eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung» auf. Dieser Beurteilung stimmt die IWF AG zu, denn entweder hatte diese dem Kanton das beste Angebot unterbreitet. In diesem Fall war der Entscheid des Kantonsgerichts materiell falsch. Oder die Kritik des Kantonsgerichts an den Ausschreibungskriterien war berechtigt. Dann aber wäre der richtige Weg eine Wiederholung des Vergabeverfahrens. Sicher aber hätte der Zuschlag nicht an die drittplatzierte Beschwerdeführerin erteilt werden dürfen, sondern allenfalls an die zweitplatzierte Bewerberin – die sich aber am Verfahren nicht beteiligt hatte. Daniel Schindler ARBEITSMARKTKONTROLLE AMKB erfüllt die Kontrollziele Die «Arbeitsmarktkontrolle für das Baugewerbe» habe die Kontrollziele für das Jahr 2017 gemäss Leistungsauftrag erfüllt und die Berichterstattung sei thematisch vollständig. Dies schreibt der Baselbieter Regierungsrat in einem Communiqué vom vergangenen 5. Dezember. Im eingereichten Geschäftsbericht der AMKB seien die Finanzströme «nachvollziehbar dokumentiert». Die Kosten für den Kanton «sind als angemessen zu betrachten», schreibt der Regierungsrat und überweist die entsprechende Berichterstattung der Arbeitsmarktkontrolle für das Baugewerbe 2017 an den Landrat. Der Leistungsauftrag mit der AMKB umfasst die Jahre 2017 bis 2019. Daniel Schindler HOCHLEISTUNGSSTRASSENNETZ Es fehlt ein übergeordnetes Zielbild Nur wenig aussagekräftig sind die Antworten der Baselbieter Regierung an Landrat Christoph Buser. Der Wirtschaftskammerdirektor wollte in der landrätlichen Fragestunde vom 27. November 2018 von der Regierung wissen, ob diese bald erste Überlegungen hinsichtlich des Ausbaus des Hochleistungsstrassennetzes präsentieren könne. Christoph Buser sah sich zu dieser Frage veranlasst, weil sich das Initiativkomitee der zustande gekommenen formulierten Gesetzesinitiative «zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes» mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt hatte, seither aber nichts Neues mehr gehört hatte. Grund der Unterbrechung sind die laufenden Arbeiten an einem allfälligen Gegenvorschlag. In ihrer Antwort verweist die Regierung lediglich auf das Infoforum Basel in Muttenz vom 13. November 2018, an welchem die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) ihre Ideen für einen Westring und den Ausbau der A2 zwischen Muttenz und Hagnau auf acht Spuren vorgestellt hatten. «Ein übergeordnetes Zielbild für das Baselbiet fehlt aber nach wie vor», sagt Christoph Buser in Bezug auf die Antworten der Regierung. «Wie werden die Gemeinden an den Westring angebunden? Welche Ideen bestehen hier bei der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion? Ist neben dem inneren Ring um Basel auch eine äussere Tangente geplant? Wie sieht die Streckenführung des Zubringers Bachgraben aus? Man weiss es nicht», sagt Christoph Buser. Daniel Schindler

14. Dezember 2018 KMU-ORGANISATIONEN Standpunkt der Wirtschaft | 13 ENERGIE-EVENT Chancen und Risiken der Wasserkraft VERBAND DACH UND WAND – Verbandspräsident Matthias Ritter sieht in der Energiestrategie 2050 eine grosse Chance. Er rief an der Herbstversammlung dazu auf, in die Berufsbildung zu investieren. Mehr Kraftwerke auf die Dächer Die Referenten Christoph Buser, Thomas Richli, Michael Krarup, und Patrick Dümmler (v.l.) beantworten Fragen aus dem Publikum. Bild: mwb Die Chancen und Herausforderungen der Schweizer Wasserkraft waren Thema des Energie-Events «Wasserkraft vor stürmischen Zeiten oder goldener Zukunft» der Liga Baselbieter Stromkunden. Der Anlass fand am 26. November 2018 mit Unterstützung der Energieversorgerin BKW im Kulturzentrum «Alts Schlachthuus» in Laufen statt. Während die Strompreise in jüngerer Vergangenheit angestiegen sind, und sich die Wirtschaftlichkeit der Wasserkraft verbesserte, sieht sich die Wasserkraft mit steigenden Umweltauflagen und hohen Abgaben konfrontiert. Die Energiekonzerne verzichten darum zunehmend auf Investitionen in die Wasserkraft. Der Verbandspräsident, Landrat Matthias Ritter (links), und Verbandssekretär Kaspar Mosimann am Vorstandstisch. Bild: mwb Wichtige Stütze für Energiezukunft Die Liga Baselbieter Stromkunden setze sich für die Wasserkraft als wichtiger Stütze einer nachhaltigen Energiezukunft ein, sagte Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer und Präsident der Liga, am Energie-Event. Bei den Rahmenbedingungen «braucht es ein vernünftiges Augenmass – auch vonseiten des Umweltschutzes», sagte Buser. Es sei für eine möglichst wirtschaftliche und CO 2 -arme Energiezukunft nicht zielführend, vernünftige Wasserkraftprojekte mit grundsätzlichen Einsprachen zu verunmöglichen. Es mache auch wenig Sinn, die Wettbewerbsfähigkeit der Wasserkraft durch hohe Wasserzinsen zu belasten und gleichzeitig in regelmässigen Abständen Subventionen für die Wasserkraft zu beschliessen. Thomas Richli, Leiter Neubau Kraftwerke bei der BKW, brachte die Sicht der Versorgungsunternehmen ein. Michael Krarup, Technischer Geschäftsleiter des Wasserkraftwerks Augst, berichtete über die Herausforderungen eines Kraftwerksbetreibers aus der Region, und Patrick Dümmler, Senior Fellow bei der Denkfabrik Avenir Suisse, sprach über Lösungsansätze. Am Schluss der Veranstaltung offerierte die BKW einen Apéro riche.Simon Dalhäuser NEWS AUS DEM LANDRAT An der Sitzung vom vergangenen 8. November hat der Baselbieter Landrat ein KMU-relevantes Geschäft behandelt: 1. Vorlage: Änderung des Raumplanungs- und Baugesetzes vom 8. Januar 1998 betreffend Ausscheidung des Gewässerraums aufgrund Kantonsgerichtsurteil (2. Lesung) [Traktandum Nr. 7] Mit 83:0 Stimmen hat der Landrat zugestimmt. Die Wirtschaftskammer begrüsst die geplante Anpassung der Ausnahmeregelung. An der Sitzung vom 29. November 2018 hat der Landrat ein KMU-relevantes Geschäft behandelt: 1. Vorlage: Teilrevision des Gesetzes zur Förderung der Wirtschaft (2. Lesung) [Traktandum Nr. 7] Das Traktandum wurde abgesetzt, das Geschäft wird zu einem späteren Zeitpunkt weiterberaten. Grund für die Verschiebung ist ein relativ kurzfristig eingereichter Antrag der Regierung, mit dem sie sich ebenfalls für eine Finanzierung für die nicht vorhersehbaren Massnahmen rund um die Wirtschaftsförderung einsetzt und damit eine schnelle und effektive Wirtschaftsförderung ermöglichen will. Die Wirtschaftskammer begrüsst das Engagement der Regierung. 2. Motion: Ein Steuersystem, das jeder versteht [Nr. 35] Der Landrat hat die Motion mit 48:29 Stimmen bei 3 Enthaltungen an den Regierungsrat überwiesen. Die Wirtschaftskammer hat sich ebenfalls für eine Überweisung ausgesprochen. Die Sitzung vom 12. und 13. Dezember fand nach Redaktionsschluss statt. Der Landrat tagt wieder am kommenden 17. Januar. ra/sd Der Reigen der diesjährigen Herbstversammlungen wurde am 28. November durch den Verband Dach und Wand Baselland (VDWBL) abgeschlossen. VDWBL-Präsident und Landrat Matthias Ritter konnte eine stattliche Anzahl von Verbandsmitgliedern im Haus der Wirtschaft in Liestal willkommen heissen. Die Energiestrategie 2050 könne für die Branche als grosse Chance genutzt werden, zeigte sich Matthias Ritter überzeugt. Mit erneuerbarer Energie müssten die Gebäudehülle- Spezialisten «mehr Kraftwerke» auf die Dächer bringen. In diesem Zusammenhang müsse auch intensiver in die Berufsbildung investiert werden. Matthias Ritter erinnerte seine Berufskollegen an die nächstjährige Baselbieter Berufsschau in Pratteln. Selbstverständlich werde der VDWBL wieder mit einem attraktiven Stand daran teilnehmen; das Detail konzept müsse nun ausgearbeitet werden. Neuverhandlung des GAV Verbandspräsident Ritter informierte auch über die Rechnungsabnahme der verbandseigenen Familienausgleichskasse und über die kürzlich abgehaltene Sektionspräsidentenkonferenz des Dachverbands «Gebäudehülle Schweiz». Themen waren dort der Gesamtarbeitsvertrag (GAV), die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und die Zusammenarbeit mit der Suva. Bei der Neuverhandlung des GAV, der ab 2020 gelten soll, gehe es unter anderem um die Arbeitszeit, Ausbildungszulagen und die arbeitnehmerseitige Forderung nach einem Vaterschaftsurlaub. Retten aus Höhen und Tiefen Im Anschluss an den geschäftlichen Teil informierte Tobias Schweizer als Gastreferent über das Thema «Schützen – Retten – Ausbilden», und Jean Nabholz stellte die Suva- Dienstleistungen im Bereich Arbeitssicherheit vor. Tobias Schweizer bietet mit seiner vor zehn Jahren gegründeten Firma «Schweizer Brandschutzausbildung» in Reigoldswil Ausbildungen und Dienstleistungen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Brandschutz, MALER- UND GIPSERUNTERNEHMER-VERBAND – Maler und Gipser blickten an der Herbstversammlung auf die Lehrabschlüsse zurück. Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser regte ein Berufsbildungsgesetz an. Kantonales Gesetz für Berufsbildung prüfen An den Herbstversammlungen der Branchenverbände wird jeweils ausgiebig über die Berufsbildung informiert. So auch bei den Baselbieter Maler- und Gipserunternehmern, die sich am 21. November im Restaurant «Kaserne» in Liestal trafen. Tobias Teuber, Chefexperte Maler beim Maler- und Gipserunternehmer-Verband Baselland, informierte seine Berufskolleginnen und -kollegen über die diesjährigen Qualifikationsverfahren. Von den insgesamt elf Baselbieter Lernenden, welche sich der Prüfung als Maler/in EFZ stellten, absolvierten neun erfolgreich den Lehrabschluss, davon sechs weibliche Lernende. Die Attestlehre (EBA) absolvierten sieben Lernende aus dem Baselbiet, davon vier junge Frauen. Hier bestanden alle das Qualifikationsverfahren. Gestaltungsfähigkeit stärken Daniel Buholzer, ÜK-Obmann Maler, berichtete über eine erfreulich gute Auslastung der überbetrieblichen Kurse. Mit Blick auf die Qualifikationsverfahren sieht er Handlungsbedarf in der Planungs- und in der Gestaltungsfähigkeit der Lernenden. Diese Kompetenzen müssten klar gestärkt werden. Daniel Buholzer forderte die Lehrbetriebe auf, sich diesbezüglich ebenfalls intensiver zu engagieren. Das Führen der Lern dokumentation sei sowohl für die Berufsbildner als auch die Lernenden ein wichtiges Instrument. Auch diesbezüglich erwartet er eine entsprechende Unterstützung durch die Lehrbetriebe. Verbandschef Lucian Hell konnte bekanntgeben, dass die Projektarbeiten des Ausbildungs zentrums, das in Partnerschaft mit den Schreinermeistern erstellt werden soll, zügig voranschreiten. Gastreferent Jörg J. Krebs spricht über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit jungen Mitarbeitenden. Bild: mwb Kantonale Berufsbildung stärken Landrat Christoph Buser, der als Direktor der Wirtschaftskammer Baselland an der Herbstversammlung teilnahm, dankte den Baselbieter Maler- und Gipsermeistern für ihr vielfältiges Engagement in der Berufsbildung. Die in letzter Zeit stattgefundene Kürzung von öffentlichen Beiträgen an den Bau von Ausbildungszentren und tiefere Subventionen an ÜK-Kosten seien Entwicklungen, die ernst genommen werden müssten. Aus diesem Grund fordert Buser, ein kantonales Berufsbildungsgesetz zu prüfen, um den Kanton verbindlicher in die Pflicht nehmen zu können und der Berufsbildung den nötigen Stellenwert zu geben. Auch das Gastreferat von Jörg J. Krebs zum Thema «Erfolgreiche Zusammenarbeit mit jungen Mitarbeitenden» passte bestens in den Berufsbildungskontext. Junge Mitarbeitende ernst nehmen «Junge Menschen wollen in ihrer Art ernst genommen werden», betonte Krebs. Andererseits sei es wichtig, dass Lehrmeister und Berufsbildner Nottfallmanagement und Einbruchschutz an. Auf besonderes Interesse der VDWBL-Mitglieder stiessen seine Ausführungen und Demonstrationen zum Arbeiten mit Anseilschutz oder am hängenden Seil respektive zur Thematik «Retten aus Höhen und Tiefen». Jean Nabholz ist bei der Suva für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe zuständig. Er ist Ansprechpartner für insgesamt 2000 Betriebe mit rund 20 000 Mitarbeitenden. Er wies in seiner kurzen Präsentation branchengerecht auf die «Acht lebenswichtigen Regeln für das Arbeiten mit Anseilschutz» hin. Beim Anseilschutz werden Seile und Auffanggurten eingesetzt, um sich gegen Absturz zu sichern. Marcel W. Buess immer authentisch seien. Nur so könnten sie glaubwürdig führen. Junge Menschen hätten diesbezüglich ein sehr ausgeprägtes Sensorium. Für Krebs bildet eine glaubwürdige Motivation stets den Schlüssel für erfolgreiche Leistungen – nicht nur bei Lernenden. Marcel W. Buess

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