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Standpunkt 473, 09.11.2018

Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

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8 | Standpunkt der Wirtschaft KMU-ORGANISATIONEN 9. November 2018 KMU FORUM 2018 – Leidenschaft und Emotionen müssten auch in der Wirtschaft Platz haben, sagte Daniel Bloch, Patron der Chocolats Camille Bloch SA, am Oberbaselbieter KMU Forum in Bubendorf. Leidenschaft in der Wirtschaft Für Daniel Bloch, den Hauptreferenten des KMU Forums 2018 vom vergangenen 25. Oktober in Bubendorf, steht das «U» im Kürzel «KMU» ganz klar im Vordergrund. Dieser Buchstabe stehe für unternehmerisches und unabhängiges Handeln und Denken. Dies müssten die herausragenden Eigenschaften der kleinen und mittleren Unternehmen unseres Landes sein. Als Patron der Chocolats Camille Bloch SA, die im bernjurassischen Courte lary rund 200 Mitarbeitende beschäftigt, weiss der Enkel des Firmen gründers, wovon er spricht. Eine nachhaltige Unternehmensführung im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bereich gehört zu den Grundwerten des Familienunternehmens. Leidenschaft für die Schokolade Seit Bestehen der Traditionsfirma ist die Leidenschaft für die Schokolade eine wichtige Antriebsfeder. Doch nicht nur ein hohes Qualitätsbewusstsein, sondern auch die Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt sowie das Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz sind für Daniel Bloch, der das Unternehmen seit 20 Jahren führt, wichtige Eckwerte. Im Sinne seines Referatstitels «Creating Passion» ist Bloch überzeugt davon, dass eine Idee – gerade im wirtschaftlichen Bereich – immer nur so stark sei, wie sie Menschen zu begeistern vermag. In diesem Sinne sieht er seine Mitarbeitenden auch als das wichtigste Kapital des Unternehmens. Leidenschaft und Emotionen müssten auch in der Wirtschaft Platz haben. Erfolgsgeschichte Ragusa Grossvater Camille Bloch gründete das Unternehmen im Jahre 1929 in Bern. Seit 1942 ist der Erfolg und die Bekanntheit der Chocolats Camille Bloch SA vor allem mit «Ragusa, dem rechteckigen Stängel mit der feinen Pralinéfüllung und den ganzen Haselnüssen» verbunden. Am Beispiel von Ragusa zeigte Daniel Bloch auf, dass Innovation nicht immer etwas völlig Neues bedeuten müsse. Vielmehr gehe es darum, bestehende Produkte und Marken weiter zu entwickeln und jeweils an neue Trends anzupassen. Deshalb müsse man zuerst einmal versuchen, in den eigenen Kompetenzen zu wachsen, bevor man zu völlig neuen, oft unbekannten Ufern aufbreche. «Nur das, was wir selber machen, wofür wir Verantwortung übernehmen, gibt uns unsere Identität», sagte Daniel Bloch. Man müsse den Menschen den Sinn, die Werte einer Firma und Marke vermitteln können. Wer das erfolgreich tue, dem FÖRDERVEREIN – Die Universität Basel sei sehr wichtig für den Wirtschaftsstandort Baselland, sagt Jean-Luc Nordmann, Präsident des Fördervereins. Er freut sich über weitere Mitglieder aus der Wirtschaft. «Ein KMU kann als Betrieb Mitglied werden» Die Universität Basel trage wesentlich dazu bei, dass sich wertschöpfungsintensive Unternehmen aller Grössenordnungen in der Region ansiedeln, sagt Jean-Luc Nordmann, Präsident des Fördervereins Universität Basel. Standpunkt: Herr Nordmann, wie wichtig ist die Universität Basel für den Wirtschaftsstandort Baselland? Jean-Luc Nordmann: Sehr wichtig. Die Universität Basel trägt wesentlich dazu bei, dass sich wertschöpfungsintensive Unternehmen aller Grössenordnungen in der Region ansiedeln oder hier verbleiben. So werden auch Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. Dies führt zu einem grösseren Steuersubstrat, zu Wohlstand und kulturellem Reichtum. Überdies gibt die Universität wesentliche Impulse für eine Vernetzung von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Profitieren von der Universität nicht vornehmlich Gross betriebe? Nein. Unternehmungen aller Grössenordnungen, die dank der Universität hier verbleiben oder sich neu in der Region niederlassen, lösen Arbeit beispielsweise für das Baugewerbe aus. Die neu in die Region kommenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer richten sich hier ein und kaufen hier ein, sodass auch weitere KMU wie Metzger, Coiffeure oder das Gastgewerbe profitieren. Daniel Bloch (links), Patron der Chocolats Camille Bloch SA, und Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer, am KMU Forum. Bild: mwb Jean-Luc Nordmann, Präsident Förderverein Universität Basel. Bild: zVg Ihr Vereinsziel ist die «Stärkung und Zukunftssicherung der Universität Basel». Wie wollen Sie dies erreichen? Durch konstruktiv-kritische Begleitung, durch Anregungen wie beispielsweise das dynamische Finanzierungsmodell, welches soeben von den Regierungen beider Basel im Grundsatz beschlossen worden ist. Danach soll in Zukunft für die Finanzierung die Finanzkraft der beiden Kantone in die Berechnung einfliessen. Darüber hinaus tragen wir zur besseren Verankerung und Akzeptanz unserer Universität in der ganzen Region bei. Vor Kurzem wurde bekannt, dass die juristische Fakultät und die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ins basellandschaftliche Münchenstein zügeln, nämlich auf das Dreispitzareal. Wie werten Sie diesen Entscheid der Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft? Ich beurteile es positiv, dass im Baselbiet zwei Fakultäten angesiedelt werden sollen. Dies verstärkt die Verbindung zu unserer Universität. Ich verstehe die Enttäuschung in Liestal, dass nun der Baselbieter Universitätsstandort nicht im Stedtli sein wird. Liestal darf aber für sich in Anspruch nehmen, mit seinen Anstrengungen dazu beigetragen zu haben, dass bald zwei Fakultäten ihren Standort im Baselbiet haben werden. Was kann ein KMU-Betrieb tun, wenn er Ihre Arbeit unterstützen will? Ein KMU kann als Betrieb Mitglied werden, in seinem Einflussbereich auf die grosse Bedeutung der Universität hinweisen, an unseren Anlässen teilnehmen, mit welchen wir Bereiche und Leistungen der Uni- ANZEIGEN werde es auch gelingen, hochqualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren. KMU als spannende Arbeitgeber Deshalb müssten sich gerade die KMU als spannende und attraktive Arbeitgeber präsentieren. «Die Besten wollen zu den Besten», ist Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, überzeugt. In seinem Referat «Aufbau einer Arbeitgebermarke» zeigte er auf, mit welchen Massnahmen die Betriebe diese Herausforderung meistern können. Marcel W. Buess versität vorstellen, unser Informationsblatt «UniPLUS» auflegen, unsere Argumente weitertragen und so zu einer immer stärker werdenden Verankerung der Universität in unserer Region beitragen. Interview: Reto Anklin JETZT BEITRETEN Der Förderverein Universität Basel wurde 1993 gegründet und hat seinen Sitz in Arlesheim. Der Jahres beitrag beträgt 20 Franken für Private und mindestens 50 Franken für juristische Personen. Anmeldungen sind möglich über die Website des Vereins oder über das Sekretariat: Dr. Stephan Schneider Graben 272 4493 Wenslingen Telefon: 061 991 01 73 sekretariat@foerderverein-unibasel.ch www.foerderverein-unibasel.ch AUS DEM LANDRAT Gateway Basel Nord: Regierungsrat weicht unliebsamen Fragen aus Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, ist nicht zufrieden mit den Antworten der Baselbieter Regierung auf zwei seiner im vergangenen Frühling eingereichten Interpellationen zum Projekt Gateway Basel Nord (GBN). «Die beiden Regierungsantworten beinhalten nur bereits bekannte Angaben über das Projekt Gateway Basel Nord, wichtige Fakten wurden aber ausgeblendet», sagt Christoph Buser. Die Baselbieter Regierung stelle sich offensichtlich weiter uneingeschränkt hinter das Projekt eines staatlich finanzierten Hafen beckens 3 in Kleinhüningen und des Containerterminals GBN. Bei der Beantwortung der Interpellation in der Landrats sitzung vom vergangenen 25. Oktober habe der Regierungsrat auf viele Fragen nur aus weichend geantwortet, oder seine Antworten kaum begründet. Wettbewerbsrechtlich dünnes Eis Christoph Buser wollte mit seinen Vorstössen das Vorgehen der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) hinterfragen und für klare Verhältnisse bezüglich der Betreiberschaft sorgen. Das Projekt steht nämlich wettbewerbsrechtlich auf dünnem Eis. Nach Ansicht eines Gutachtens von Prof. Patrick Krauskopf von der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften müssten die Schweizerischen Rhein häfen das Projekt ausschreiben. Die in einer von Christoph Busers Interpellationen gestellte Frage, weshalb es keine Ausschreibung des Terminals GBN geben werde, blieb unbeantwortet. Auch wird aus den Antworten nicht ersichtlich, wer der eigentliche Betreiber des Grossterminals sein wird. Dabei wäre diese Frage aufgrund der hohen Summen, mit denen der Bund das Projekt subventioniert, durchaus von Bedeutung. Christoph Buser hatte in der Landratssitzung vom 25. Oktober 2018, an welcher der zuständige Regierungsrat Thomas Weber nicht anwesend war, die oben genannten Punkte bereits bemängelt. Aufgrund der unbefriedigenden Antworten sieht sich der Wirtschaftskammerdirektor gezwungen, mit einem neuen Vorstoss nachzufassen. Sandra Schürmann UNMFRAGE Wie sehr steht der liberale Arbeitsmarkt unter Druck? Wie sehr besorgt sind Unternehmerinnen und Unternehmer bezüglich zunehmendem Druck auf den liberalen Schweizer Arbeitsmarkt und die wachsenden Spannungen in der Sozialpartnerschaft? Mit einer Unternehmensbefragung möchte swissstaffing, der Verband der Schweizer Personaldienstleister, in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Baselland, dem Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) und dem Markt- und Sozialforschungsinstitut gfszürich Licht ins Dunkel bringen. Es soll eruiert werden, welche Elemente des liberalen Arbeitsmarkts für den Wirtschaftsstandort Schweiz besonders relevant sind, wie neue Arbeitsformen genutzt werden und welchen Beitrag Temporärarbeit zum Unternehmenserfolg leistet. Die Umfrage kann bequem und in wenigen Minuten online ausgefüllt werden. Über einen Kurz-Link gelangt man zur Unternehmensbefragung. dan is.gd/unternehmensumfrage

9. November 2018 HAUS DER WIRTSCHAFT Standpunkt der Wirtschaft | 9 KMU BUSINESS-TREFF Wirtschaftskammer und Creditreform Egeli Basel AG laden ein. Risiken im Debitorenmanagement BASELBIETER ENERGIEPAKET – Das kantonale Förderprogramm für energetische Sanierungen stösst bei seinen Informationsanlässen in Laufen, Pratteln, Binningen, Münchenstein und Liestal auf grosses Interesse. Das Energiepaket mobilisiert Creditreform bietet Bonitäts- und Wirtschaftsauskünfte sowie Inkassodienstleistungen aus einer Hand an und berät im Kredit- und Debitorenmanagement. Bild: ZVG Die Zahl der Konkurse und Betreibungen hat in der Schweiz einen Höchststand erreicht. Dem entsprechend angestiegen ist auch das Risiko, dass verschickte Rechnungen nicht rechtzeitig oder gar nicht bezahlt werden. Grund genug, sich eingehend mit dem Thema Kreditund Debitorenmanagement zu befassen. Eine solche Gelegenheit bietet sich am KMU Business-Treff vom kommenden 29. November im Haus der Wirtschaft in Liestal. Unter dem Titel «Risiken im Debitorenmanagement» gibt Marco Zuberbühler, CEO von Creditreform Egeli Basel AG, einen Überblick über das Thema. «Der Vortrag zeigt, wie Unternehmen ihr Kreditund Debitorenmanagement als ganzheitlichen Prozess gestalten können», sagt Zuberbühler. Liquidität ist Sauerstoff des Unternehmens Marco Zuberbühler wird Statistiken zur Konkurs szene Schweiz präsentieren und über die Bedeutung der Liquidität sprechen. «Sie ist der Sauerstoff des Unternehmens», sagt der CEO der Creditreform Egeli Basel AG. Unter dem Motto «Vorsicht ist besser als Nachsicht» zeigt Zuberbühler, wie Bonitätsprüfungen in KMU richtig eingesetzt werden. Ausserdem erklärt er den Begriff «Working Capital Management» und weist auf dessen Bedeutung für KMU hin. Diese erfahren auch, wie sie ihr Mahnwesen straffen können. «Dieses wird gerne vernachlässigt und steckt daher voller Potenzial», sagt Zuber bühler. Abschliessend nimmt der Referent die Teilnehmenden auf eine Reise durch das Schuldbetreibungs- und Konkurs gesetz unter dem Motto «Inkasso. Kein Problem für KMU». Am Apéro riche bietet sich nach dem Referat die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Referenten und den anderen Gästen. Die Einladungen wurden per Post an die Einzelmitglieder und an die Mitglieder mit dem Upgrade Networking der Wirtschaftskammer verschickt. Um eine Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten. Reto Anklin KMU Business-Treff für die Einzelmitglieder und die Mitglieder mit dem Upgrade Networking der Wirtschaftskammer Baselland: «Kredit- und Debitorenmanagement: Risiken erkennen, bewerten und vermeiden» Donnerstag, 29. November 2018, 18.00 Uhr, Haus der Wirtschaft. CREDITREFORM Der Schweizerische Gläubigerverband Creditreform ist ein modernes, genossenschaftlich strukturiertes Unternehmen und bietet exklusiv weltweite Wirtschaftsauskünfte sowie Inkassodienstleistungen aus einer Hand. Die Credit reform Egeli Basel AG ist eine der schweizweit sieben selbständigen Credit reform-Gesellschaften. Creditreform wurde 1888 gegründet und versteht sich als Selbstschutzorganisation im Dienste der Mitglieder und Kunden. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern und die Vernetzung der sieben selbständigen Kreisbüros mit den internationalen Partnern liess Creditreform zum führenden genossenschaftlichen Verbund für Wirtschafts- und Bonitätsauskünfte sowie Inkasso-Dienstleistungen werden. as www.creditreform.ch Cédric Christmann, Geschäftsführer EBM Energie AG, begrüsst die knapp 200 Besucher der Informationsveranstaltung in Binningen. Das Baselbieter Energiepaket tourt seit Mitte Oktober und noch bis Mitte November mit seinem Informationsanlass durch das Baselbiet. Die fünf öffentlichen Veranstaltungen stossen dabei auf grosses Interesse. Bislang fanden bereits Veranstaltungen in Laufen (16.10.), Pratteln (17.10.), Binningen (24.10.) und Münchenstein (7.11.) statt – die allesamt sehr gut besucht waren. Auch der letzte Event der Veranstaltungsreihe in Liestal vom 14. November 2018 ist mit rund 250 angemeldeten bereits restlos ausgebucht. Das Interesse an den Veranstaltungen kommt nicht von ungefähr. Die Events bieten den Wohneigentümerinnen und -eigentümern, wie auch Eigentümerinnen und Eigentümern von gewerblichen Immobilien die Möglichkeit, sich fundiert über das Energiepaket zu informieren und offene Fragen im direkten Austausch mit den Experten zu klären. Informationen auch auf Website Auch die Interessierten, die keine der Veranstaltungen besuchen konnten, haben die Möglichkeit, sich umfangreich über das Baselbieter Energiepaket zu informieren. So können sich die Immobilieneigentümerinnen und Immobilieneigentümer auf der Website www.energiepaket-bl.ch einen detaillierten Überblick über sämtliche Förderbedingungen und Beitragssätze verschaffen. Auf der Website können auch alle Fördergesuche rund um die Uhr online eingereicht werden. Auch die Facebook-Seite www.facebook.com/ energiepaketBL/ informiert über die umfangreichen Möglichkeiten des Baselbieter Energiepakets. Bei weiteren Fragen können sich die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller an die Energiepaket-Hotline wenden (061 552 55 55) oder ein Mail schreiben an: info@energiepaket-bl.ch. Simon Dalhäuser Daniel Laager, Leiter EBM Energieberatung, informiert die Veranstaltungsbesucher in Laufen über die Möglichkeiten des Baselbieter Energiepakets. Roger Scheidegger, Leiter Wärme EBL und Mitglied der Geschäftsleitung, heisst die Besucher der Veranstaltung in Pratteln willkommen. Bilder: Dalhäuser

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