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Standpunkt 465, 1.6.2018

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

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4 | Standpunkt der Wirtschaft HAUS DER WIRTSCHAFT 1. Juni 2018 SEMINAR ARBEITSRECHT – Das Gesetz gebe bei der Ausgestaltung von Arbeitsverträgen lediglich gewisse Leitplanken vor, sagt Anwalt Markus Prazeller. Er und Berufskollegin Barbara Gfeller weisen am nächsten «Seminar ARBEITSRECHT» auf Stolpersteine hin. «Es besteht ein erheblicher Spielraum» Unter dem Titel «Seminar ARBEITS­ RECHT» veranstaltet die Wirtschaftskammer Baselland zwei Mal im Jahr eine Informationsveranstaltung zum Arbeitsrecht. Das nächste Seminar am kommenden 27. Juni befasst sich mit Fragen rund um den Arbeitsvertrag. Es referieren Fürsprecherin Barbara Gfeller, Leiterin Beratungen bei der Wirtschaftskammer, und Anwalt Markus Prazeller. Im Interview mit dem Standpunkt erklärt Markus Prazeller, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten dürfen. Standpunkt: Herr Prazeller, das nächste Seminar befasst sich mit dem Thema «Gestaltungsmöglichkeiten im Arbeitsvertrag – Varianten und Spezialfälle». Ist denn nicht bereits alles gesetzlich bis ins letzte Detail geregelt? Markus Prazeller: Das Gesetz gibt gewisse Leitplanken vor, in denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses zu bewegen haben. Darüber hinaus besteht aber ein erheblicher Spielraum, der von den Parteien genutzt werden kann. Und natürlich sind auch einige Stolpersteine zu beachten. Wo bieten sich bei einem Arbeitsvertrag Gestaltungsmöglichkeiten? Die Parteien sind beispielsweise frei in der Vereinbarung der Dauer des Arbeitsverhältnisses. So können Arbeitsverhältnisse auf unbestimmte Zeit abgeschlossen werden oder aber befristet sein. Letztere sehen in der Regel keine Kündigungsfrist vor und müssen daher von beiden Seiten bis zum Beendigungstermin erfüllt werden. Was viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht wissen: Auch bei befristeten Arbeitsverhältnissen können die Parteien eine Kündigungsfrist vorsehen. Von welchen Varianten und Spezialfällen werden Sie am Seminar sprechen? Wir geben einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen des Arbeitsverhältnisses und zeigen auf, wie Arbeitsverträge individuell ausgestaltet werden können. So besteht beispielsweise bezüglich Arbeitszeit, Entlöhnung, Umfang der Arbeits leistung und den Beendigungsregelungen grosser Gestaltungsspielraum. Aber immer gilt: Die zwingenden Bestimmungen des Arbeitsrechts dürfen nicht verletzt werden. «GERADE BEI EINER UNREGELMÄSSIGEN TÄTIGKEIT GEHEN DIE PARTEIEN OFT FÄLSCHLICHERWEISE DAVON AUS, DASS KEIN ARBEITSVERHÄLTNIS BESTEHT.» Können Sie dazu ein Beispiel nennen? Ich stelle im Rahmen meiner Beratungstätigkeit immer weder fest, dass teilweise falsche Vorstellungen darüber bestehen, unter welchen Vor aussetzungen ein Arbeitsverhältnis zustande kommt. Gerade bei einer unregelmässigen Tätigkeit – bei Freelancern – gehen die Parteien oft fälschlicherweise davon aus, dass kein Arbeitsverhältnis besteht. Das ist oftmals ein Irrglaube, der insbesondere den Arbeitgeber teuer zu stehen kommen kann. In welchen Fällen kommt es denn am häufigsten zu Rechtsstreitigkeiten? Markus Prazeller ist Rechtsanwalt in der Kanzlei Wagner Prazeller Hug. Er ist Mitglied des Legal-Teams der Wirtschaftskammer. Bild: zVg Zu Rechtsstreitigkeiten kommt es dann, wenn das Verhältnis zwischen den Parteien zerrüttet ist. Dies ist oftmals nach einer Kündigung der Fall. Meistens geht es dann um noch ausstehenden Lohn, Überstundenguthaben und Boni. Aber auch über die Rechtmässigkeit einer Kündigung oder das Arbeitszeugnis wird oft gestritten. Wie werden diese Differenzen beigelegt? Die meisten Fälle werden letztlich auf dem Weg eines Vergleichs erledigt. Mit einem Vergleich können beide Parteien das Gesicht wahren. Ausserdem werden lange und teure Gerichtsverfahren vermieden. Es gibt aber immer wieder Fälle, die vor der Schlichtungsbehörde oder dem Arbeitsgericht landen. In diesen Fällen müssen die Richter entscheiden. Für wen lohnt sich der Besuch des Seminars? Mit dem Seminar sprechen wir hauptsächlich Personen an, die sich beruflich mit Fragen des Arbeitsrechts beschäftigen. Dazu gehören Personalverantwortliche und Mitarbeitende von Personalabteilungen. Daneben steht unser Seminar auch allen anderen offen, die sich für Arbeitsrecht interessieren und ihre Kenntnisse vertiefen wollen. Selbstverständlich sind auch Arbeitnehmende willkommen. «MIT EINEM VERGLEICH KÖNNEN BEIDE PARTEIEN DAS GESICHT WAHREN. AUSSERDEM WERDEN LANGE UND TEURE GERICHTSVERFAHREN VERMIEDEN.» Gehen Sie auch auf spezielle Fragen der Teilnehmenden ein? Barbara Gfeller und ich werden je ein Input-Referat halten, in welchem wir auf Grundsätze und Praxis beispiele eingehen. Selbstverständlich haben die Teilnehmer anschliessend die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wer ein Thema vertiefen möchte, kann dies während des anschliessenden Apéros tun. Reto Anklin Das «Seminar ARBEITSRECHT» findet am 27. Juni 2018 um 16 Uhr im Haus der Wirtschaft in Liestal statt. Informationen und Kontaktadresse siehe untenstehendes Inserat. ANZEIGE

1. Juni 2018 INNOVATIONSWETTBEWERB Standpunkt der Wirtschaft | 5 SWISS INNOVATION CHALLENGE – Mehr als 100 Teilnehmende haben diese Woche ihre Projekte im Rahmen des First Pitch der Swiss Innovation Challenge 2018 im Haus der Wirtschaft in Liestal vorgestellt – 50 Projekte haben es eine Runde weiter geschafft. Schwitzen in der «Höhle der Löwen» Nicolas Thoenen präsentiert die Geschäftsidee von elocations.com der Jury. Fotos: Fotolabor Spiess Wer sich in «Die Höhle der Löwen», eine Gründershow im deutschen Fernsehen, wagt, kommt unter Umständen arg ins Schwitzen. Es gilt, innert Minuten eine hochkarätige Jury von seiner Geschäftsidee zu überzeugen. Gefragt sind Ideenreichtum, Überzeugungskraft und vor allem ein starkes Projekt. Dies gilt auch für die Swiss Innovation Challenge. Vom vergangenen Montag bis Mittwoch hatten die mehr als 100 Teilnehmenden im Haus der Wirtschaft in Liestal ihren First Pitch – also die erste Vorstellungsrunde – zu überstehen. Unkonventionelle Ideen Die Projekte kommen 2018 aus allen Landesteilen und sogar aus dem Ausland. Sie erstrecken sich auf die unterschiedlichsten Branchen. Und die Ideen sind durchaus unkonventionell. So bietet beispielsweise ein Unternehmen die Buchung einer ganzen Bestattung online an. Ein anderes Unternehmen entwickelt und vermarktet ein neuartiges Produkt zur Motivation von Schlaganfall- und Schädelhirntraumapatienten. Vorgestellt wurden auch eine neue Plattform für Rechtsdienstleistungen, eine völlig neue Art der Regenbekleidung oder ein System, welches die vernetzbaren Haushaltsgeräte, Heizungen und viele weitere Systeme eines ganzen Hauses auf einer einzigen App auf dem Smartphone darstellt. Die Jurymitglieder Uta Milow und Arie Verkuil von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Markus Meier von der Wirtschaftskammer Baselland, und Roman Cueni von der Basellanschaftlichen Kantonalbank an der Arbeit. Begeisternde Vielfalt der Projekte «Die Vielfalt der Projekte begeistert mich», sagt Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser. Die Qualität steige mit jedem Jahr deutlich. Der Innovationswettbewerb Swiss Innovation Challenge der Wirtschaftskammer Baselland, der Basellandschaftlichen Kantonalbank sowie der Fachhochschule Nordwestschweiz findet bereits zum vierten Mal statt. Daniel Schindler www.fhnw.ch/innovationchallenge Dominic Rogger (r.) von digitalCounsel bespricht seinen Pitch mit Arie Verkuil (l.) von der Fachhochschule Nordwestschweiz und Michael Amstalden von der Wirtschaftskammer Baselland. Die Swiss-Innovation-Challenge-Teilnehmer Tobias Meyer und Michael Uhmeier posieren am First Pitch im Haus der Wirtschaft mit der von ihnen entwickelten Lernwolke.

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