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Standpunkt 450, 8.9.2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

BL 8 KMU 8. September

BL 8 KMU 8. September 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie WERBUNG IM ÖV – «In Tram und Bus wirken Botschaften besonders stark», sagt Hans-Georg Bell von Moving Media Basel. «Wir erreichen die ganze Region» Wer früher Werbung im ÖV machen wollte, musste sich an diverse Stellen wenden. Seit rund einem Jahr gibt es nun Werbelösungen aus einer Hand. Die darauf spezialisierte Moving Media Basel ist ein Gemeinschaftsunternehmen von BVB und BLT und wird von Hans-Georg Bell geleitet. Standpunkt: Herr Bell, was bietet Moving Media Basel an? • Hans-Georg Bell: Moving Media Basel ist seit rund einem Jahr der regionale Spezialist für Werbung im ÖV, sei es im Tram, sei es im Bus. Wir bieten alles von Aussenwerbung über Plakatwerbung, Hängekartons, Flyer und Fenstertransparente in den Fahrzeugen bis hin zu Werbung im digitalen Bereich. Auf welchen Linien kann man bei Ihnen Werbung buchen? • Wir bedienen sämtliche Strecken der BVB, der BLT und neu auch der Waldenburgerbahn. Auf diese Weise erreicht unsere Werbung rund 80 Prozent aller Fahrgäste, die im TNW verkehren. Alleine bei der BVB und der BLT steigen 510 000 Menschen ein und aus – und das jeden Tag, wohlverstanden. Das sind in der Regel Pendlerinnen und Pendler sowie Berufstätige. Alleine schon deswegen handelt es sich um eine interessante Zielgruppe, weil deren Durchschnittseinkommen relativ hoch ist. Für welche Unternehmen eignet sich Werbung im ÖV? • ÖV-Werbung in Tram und Bus eignet sich klassischerweise für regionale Anbieter. Dabei geht es darum, einerseits bekannter zu werden, andererseits auch, direkt Verkaufsförderungsmassnahmen umzusetzen. Die Grösse der Unternehmen ist nicht so entscheidend. Zu unseren Kunden zählen Kleinstbetriebe bis hin zu Grossunternehmen. Was unterscheidet Werbung im ÖV von herkömmlichen Werbeträgern? • Die Werbung im ÖV wird sehr gut aufgenommen. Die Leute sind gewissermassen in einer Warteposition im Bus oder im Tram. Und anders als etwa im Zug sind sie meist nicht allzu vertieft in andere Lektüre. Dank der Standardisierung mit Plakaten in den Formaten F-24 und F-12 erreichen wir nicht nur die gesamte Innerstadt ausgezeichnet, sondern auch die Agglomeration und die weiter entfernten Regionen – und zwar auch «Nicht-Fahrgäste». In welcher Preisklasse bewegt sich Werbung im ÖV? • Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgesprochen gut. Ich würde fast sagen: kaum zu schlagen. Die Einstiegspreise sind sehr attraktiv. Für eine 80 bis 90 Zentimeter hohe Dachwerbung auf der Türseite beispiels- Hans-Georg Bell, CEO Moving Media Basel, im Standpunkt-Interview. weise fallen Kosten von lediglich 4000 Franken pro Jahr an. Da ist man während 20 Stunden am Tag präsent – denn die Trams stehen nur während vier Stunden am Tag im Depot. Während der übrigen Zeit sind sie unterwegs und tragen so die Werbung in die Region. Diese Werbung eignet sich ausgesprochen gut, um eine langfristige Wirkung zu erzielen FOTO ANKLIN und sich in den Köpfen der Kundinnen und Kunden festzusetzen. Kann man auch ganze Fahrzeuge umbauen, so wie seinerzeit das Säuli-Tram der BLKB? • Wir sind offen für alle spannenden Umsetzungen. Allerdings müssen wir die Einschränkungen des Bundesamts für Verkehr einhalten. Manipulationen an den Fahrzeugen sind nicht mehr erlaubt. Ein solches Säuli- Tram, wie Sie es angesprochen haben, wäre heute wohl nicht mehr zulässig, weil der Aufbau über den eigentlichen Fahrzeugrand hinausreicht. Es fährt ja auch nicht mehr in unserer Region, sondern steht im Schweinemuseum in Stuttgart. Es gibt ja auch andere Möglichkeiten, ganze Trams zu verkleiden beziehungsweise als Werbefläche zu verwenden. Kommt das gut an? • Ja, das kommt sogar sehr gut an. Wenn man das Ziel hat, die Bekanntheit einer Marke rasch und doch auch langfristig zu steigern, dann ist ein solches Vollwerbetram ideal. Wie gut diese beachtet werden, sehen wir an den Reaktionen der Leute. Wir hören immer wieder, dass die Schienen voll sind mit solchen Vollwerbetrams – dabei verkehren von den rund 400 Fahrzeugen derzeit nur gerade vier oder fünf Vollwerbefahrzeuge. Aber eben: Die werden halt sehr gut beachtet. Wie attraktiv ist ÖV-Werbung verglichen mit herkömmlicher Werbung? • Mit ÖV-Werbung kann man mit dem gleichen Geld bis zu 50 Mal so viele Kunden erreichen, wie mit einem Inserat in einer Tageszeitung. Interview: Daniel Schindler ANZEIGE ABSTIMMUNG – Wirtschaftskammer, GVBS und Arbeitgeber Basel mit gemeinsamer Medieninfo. Regionales Komitee kämpft gegen Altersreform 2020 Gegen die Altersreform 2020 (AV2020) hat sich in der Region Basel ein überparteiliches Komitee formiert. Mit an Bord ist neben der Wirtschaftskammer Baselland auch der Gewerbeverband Basel-Stadt und der Arbeitgeberverband Basel. Vor den Medien legte das Komitee am 22. August 2017 auf der Veranda Pellicano beim Birsköpfli dar, warum nur ein Nein zur Vorlage den Weg für eine echte Reform der Sozialwerke freimacht. So zeigte Barbara Gutzwiller, Direktorin des Arbeitgeberverbands Basel, auf, dass die AV2020 nicht nachhaltig ist, dafür aber umso schädlicher für die Wirtschaft. Demnach werden die Kosten des Ausbaus im Umfang von rund 1,4 Milliarden Franken bereits 2030 die Entlastung übersteigen, welche die Erhöhung des Frauenrentenalters der AHV bringt (1,2 Mrd. Franken). Gutzwiller verwies auf die demografische Entwicklung. «Ab 2020 gehen die Babyboomer in Rente. Die Anzahl Neurentner steigt damit jährlich massiv. Genau diese aber sollen monatlich 70 Franken mehr bekommen und gleichzeitig soll der Ehepaarplafond auf 155 Prozent steigen.» Die AV2020 produziere wenige Gewinner, aber sehr viele Verlierer, ergänzte der ehemalige Baselbieter CVP-Nationalrat Walter Jermann: «Die Verlierer sind bisherige Rentner und Neurentner, die Ergänzungsleistung beziehen.» Wer jetzt schon in Rente sei, bezahle den Ausbau via Mehrwertsteuererhöhung mit. Dass die Rentenreform auch für die Jungen schädlich ist, machte David Pavlu, Präsident der Jungfreisinnigen Eines von acht Plakatsujets der regionalen Kampagne gegen die AV2020. FOTO ZVG Basel-Stadt, deutlich: «Wir leben im Durchschnitt 11 Jahre länger als bei der Einführung der AHV 1948. Damals zahlten 6,5 Erwerbstätige die Rente einer pensionierten Person. Heute kommen auf einen Rentner nur noch gut 3 Erwerbstätige. 2030 sind es nur noch 2,1 Erwerbstätige.» Kein echter Kompromiss Wie schlecht die AV2020 auch politisch aufgegleist wurde, verdeutlichte die Baselbieter SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Sandra Sollberger. Eine Koalition aus SP und CVP habe im Hinterzimmer des Ständerats eine Vorlage «mit ganz klar linkem Zuschnitt gezimmert» und danach «schlichtweg die Verhandlungsbereitschaft verweigert». Daniel Schindler

KMU-ORGANISATIONEN Haus der Wirtschaft -– Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie 8. September 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung BL 9 BERUFSBILDUNG Regierungsrätin Monica Gschwind will die duale Bildung stärken. Fokus auf Berufsmatur GEA FÜNFLIBERTAL – Rund 70 Aussteller präsentierten an der dritten GEA in Ziefen vom 1. bis 3. September ihre Produkte und Dienstleistungen – die Ausstellung wurde zum Volksfest. KMU zeigen sich von bester Seite Der regelmässige Blick aufs Wetter- App ist am Freitagabend, 1. September 2017, bei den meisten Besuchern der GEA Fünflibertal ein Muss. Kommt er doch noch, der grosse Regen? Oder hält das Wetter? Es hält. In Ziefen bleibt es erstens trockener und zweitens milder als angesagt: Ideal für den Rundgang – und es sollte am Wochenende noch besser kommen. Monica Gschwind, Vorsteherin der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, will die Attraktivität der Berufsmatur erhöhen. FOTO ZVG Regierungsrätin Monica Gschwind legt den Fokus auf die Berufsmatur (BM). Dies geht aus einer Medienmitteilung der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) vom Montag, 14. August 2017, hervor, welche die Direktion anlässlich des Schulstarts verschickte. Um dem steigenden Fachkräftebedarf gerecht zu werden, sei es entscheidend, «dass unsere Arbeitskräfte gut ausgebildet sind und ihre Ausbildung der Nachfrage der Wirtschaft entspricht», heisst es in der Mitteilung. Es sei zentral, die in der Berufswahl stehenden jungen Menschen auf diese Thematik hinzuweisen und ihnen alle Möglichkeiten aufzuzeigen. Für schulisch starke und praxisbegabte Lernende sei der Weg der dualen Ausbildung mit Berufslehre und Berufsmatur eine sehr attraktive Alternative zur gymnasialen Matur. Wichtige Ergänzung zur Berufslehre Die Berufsmatur ergänze die Berufslehre durch eine erweiterte Allgemeinbildung und durch zusätzliches Fachwissen. «Im Rahmen unseres Erfolgsmodells der dualen Bildung halte ich die Berufsmaturität für eine wichtige Säule. Die Absolvierenden verfügen bereits nach drei beziehungsweise vier Jahren Berufslehre über zwei Abschlüsse und sind danach topfit für die Arbeitswelt», lässt sich Bildungsdirektorin Monica Gschwind zitieren. Diese Ausgangslage sei «hervorragend, denn die Wirtschaft ist dringend auf ausgezeichnet ausgebildete Fachkräfte in allen Branchen angewiesen». Die BM ermögliche einerseits das Studium an einer Fachhochschule oder über den Weg der Passerelle ein Studium an einer Universität, der ETH oder einer pädagogischen Hochschule. Berufsmatur soll gefördert werden Wie der Medienmitteilung weiter entnommen werden kann, ist die Zahl der Absolventinnen und Absolventen der Berufsmaturität BM 1 während der Lehre seit einigen Jahren rückläufig. Mit verschiedenen Massnahmen soll deshalb der Berufsmatur zu grösserer Bekanntheit und breiterer Akzeptanz verholfen werden. Dazu sei einerseits eine Landratsvorlage zur gezielteren Laufbahnorientierung der Schülerinnen und Schüler in Vorbereitung. Andererseits soll laut Mitteilung der BKSD durch eine Flexibilisierung der Berufsmaturität deren Attraktivität sowohl für die Lernenden als auch für die Betriebe gesteigert werden. Der Bund hat dazu Anfang 2017 eine Vernehmlassung lanciert und wird 2018 entsprechende neue Rahmenbedingungen als Basis für die kantonale Ausgestaltung festlegen. Urs Berger, Stv. Direktor der Wirtschaftskammer und Leiter Berufs- und Weiterbildung, begrüsst das starke Einstehen der Baselbieter Bildungsdirektorin für die BM: «Ihre Bestrebungen entsprechen den schon seit Jahren bestehenden Zielen der Wirtschaftskammer.» Die Unterstützung der Regierung sei «hochwillkommen». Daniel Schindler Höchster Schweizer eröffnet GEA Und so besichtigt am Freitagabend an der Spitze des Trosses – neben OK- Präsident Peter Räuftlin und Nationalrätin Sandra Sollberger – ein offensichtlich gut gelaunter Nationalratspräsident Jürg Stahl die Leistungsschau des Gewerbes im Fünflibertal, schüttelt hier Hände, posiert dort für ein Selfie. Und immer wieder trifft er auf ihm bekannte Gesichter. «Ich kenne Ziefen schon von früher», sagt der höchste Schweizer. «2002 durfte ich das eidgenössische Turnfest miterleben. Ich habe einen grossen Bezug zur Region. Und als mich Sandra Sollberger angefragt hat, ob ich Lust hätte, die GEA zu eröffnen, musste ich nicht zweimal überlegen.» Auch nicht zweimal überlegen muss Jürg Stahl, als man ihn am Stand der Polizei auffordert, sich auf ein Polizeimotorrad zu setzen – was sowohl ihm als auch den Gesetzeshütern Spass macht. «KMU sind das Rückgrat» Doch für Stahl haben Gewerbeausstellungen wie die GEA bei allem Spass auch einen ernsten Hintergrund: «Gerade im Zeitalter von Internetshopping und Einkaufstourismus darf man die Bedeutung solcher Leistungsschauen nicht unterschätzen. Die KMU sind das Rückgrat der Wirtschaft und damit die Säulen der Schweiz. Ohne sie geht gar nichts», sagt Stahl, der selber ursprünglich den väterlichen Drogeriebetrieb im Bündnerland übernommen hatte. «Ich weiss also auch, was an harter Arbeit dahinter steckt, eine solch tolle Schau auf die Beine zu stellen, wie wir sie hier in Ziefen erleben. Ein riesiges Kompliment dafür an alle Helferinnen und Helfer.» Hansruedi Wirz, der ebenfalls am Rundgang teilnehmende Vizepräsident der Wirtschaftskammer und Präsident des Mitorganisators KMU Reigoldswil und Umgebung, sowie Simeon Sollberger, Präsident des Gewerbe- und Industrievereins Bubendorf und Umgebung, registrieren das Kompliment mit Freude. Wie im Sport, so in der Wirtschaft Der Rundgang führt weiter zum Stand der EBL. Dort greift nicht nur der ehemalige Uni-Hockey-Nati-A-Spieler und heutige Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser zum Hockeystock. Auch Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl drückt gleich dreimal auf die Torwand ab. Doch es sieht einfacher aus, als es ist. «Beim Sport verhält es sich wie in der Wirtschaft», so Stahl. «In beiden Fällen geht es darum, fit zu sein und fit zu bleiben. Es geht um Durchhalte- Das Band für die Eröffnung der GEA wird durchschnitten. Flankiert von den Ehrendamen: Nationalrätin Sandra Sollberger, OK-Präsident Peter Räuftlin, Nationalratspräsident Jürg Stahl, der Bundesweibel und Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer (von links). Das Ausstellungsgelände der GEA Fünflibertal in Ziefen war gut besucht. willen. Und Erfolge erzielen kann man nur mit einem sehr guten und eingespielten Team.» Nicht nur der Trainer sei wichtig, sondern auch der Mannschaftsarzt und das ganze Umfeld, bis hin zu den engsten Angehörigen. Bei der Briggen-Gartenservice gibt es schliesslich ein paar feine Fleischhäppchen vom Grill. Dies, nachdem es sich Stahl nicht nehmen lässt, am Stand des Whisky-Shops «hauptstross 100» mit Genio Haas auf eine gelungene GEA anzustossen. Auch das sei ein wichtiger Aspekt einer Gewerbeausstellung: «Hier begegnen sich die Leute noch im echten Leben – und im eigenen Tal.» Umfangreiches Rahmenprogramm Vor dem Rundgang hatte Jürg Stahl die GEA feierlich mit Bandzerschneiden (inkl. Böllerschüssen) eröffnet. Nicht nur der Nationalratspräsident sprach in seiner Rede über die Bedeutung des Gewerbes. Auch Ziefens Gemeindepräsidentin Cornelia Rudin betonte die Wichtigkeit der KMU: «Mein ältester Sohn konnte im Dorf eine Lehre als Zimmermann machen – so etwas ist ein Privileg.» Seitens der Wirtschaftskammer Baselland überbrachte Direktor Christoph Buser die besten Wünsche für ein gutes Gelingen. Tatsächlich besuchten bis am Sonntag Tausende die dritte GEA Fünflibertal. Kein Wunder, wurde doch ein attraktives Rahmenprogramm geboten: Harassenklettern, Kinderschminken, Unterhaltung am Samstag, Brunch am Sonntag und Kutschenfahrten. Und der weitere Blick aufs Wetter- App? Er erübrigte sich – zumindest am Sonntag. Daniel Schindler Nationalratspräsident Jürg Stahl (rechts) am Stand des Whisky-Shops «hauptstross 100» mit Genio Haas. Simeon Sollberger, Präsident Gewerbe- und Industrieverein Bubendorf und Umgebung. Landrat Hansruedi Wirz, Präsident KMU Reigoldswil u.U., mit Gattin Danuta. Eine Hüpfburg sowie ein Bikeparcours sorgten an der GEA für viel Unterhaltung bei der jüngeren Generation. Die Besucherinnen und Besucher geniessen das Spätsommerwetter vor den Ausstellungszelten der GEA Fünflibertal. FOTOS MWB/DAN

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