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Standpunkt 450, 8.9.2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

BL 6 HAUS DER WIRTSCHAFT

BL 6 HAUS DER WIRTSCHAFT 8. September 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie SEMINAR ARBEITSRECHT – Fürsprecherin Barbara Gfeller und Anwalt Markus Prazeller referieren am nächsten «Seminar ARBEITSRECHT» zum Thema Arbeitszeiterfassung. Viele Arbeitgeber seien sich ihrer Pflichten bei der Zeiterfassung nicht bewusst, sagt Barbara Gfeller. «Der Arbeitgeber kann nicht einfach zuschauen» Mit dem «Seminar ARBEITSRECHT» bietet die Wirtschaftskammer Baselland zwei Mal im Jahr eine Informationsveranstaltung zum Arbeitsrecht. Das Seminar vom kommenden 21. September widmet sich der Arbeitszeiterfassung. Es referieren Fürsprecherin Barbara Gfeller, Leiterin Beratungen bei der Wirtschaftskammer, und Anwalt Markus Prazeller. Im Interview erklärt Barbara Gfeller, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten dürfen. Standpunkt: Frau Gfeller, das nächste Seminar befasst sich mit der Arbeitszeiterfasssung – worum geht es da genau? • Barbara Gfeller: Bei der Beratung der Mitglieder der Wirtschaftskammer stelle ich immer wieder fest, dass sich die Arbeitgeber nicht bewusst sind, welche Pflichten sie bei der Zeiterfassung haben. Beispielsweise verpflichtet das Arbeitsgesetz den Arbeitgeber, die Dauer sowie Beginn und Ende der geleisteten täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit sowie die Pausen zu erfassen. Über diese und andere Pflichten, aber auch um die rechtliche Qualifikation von Mehrstunden und deren Folgen, geht es im nächsten Seminar Arbeitsrecht. Darüberhinaus wollen wir über unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und deren Vor- und Nachteile sprechen. Schliesslich geht es auch darum, den «Gesetzesdschungel» mit dem Nebeneinander von Obligationenrecht, Arbeitsgesetz und den dazugehörigen Verordnungen zu lichten. Heute schätzen Arbeitnehmende flexible Arbeitszeiten. Welches Arbeitszeitmodell kommt diesem Bedürfnis am besten entgegen? • Am ehesten entspricht diesem Wunsch das System der Gleitzeit: Dabei kann die Belegschaft ihre Arbeits- leistung gleitend erbringen, sprich der Frühaufsteher kommt früh zur Arbeit, andere arbeiten dafür am Abend länger und wer mag, macht eine lange oder kurze Mittagspause. Der Vorteil dieses Systems, die Flexibilität, ist jedoch gleichzeitig dessen Nachteil: Wenn alle Arbeitnehmenden ihre Arbeitszeit frei bestimmen können, besteht für den Arbeitgeber «WENN EIN ARBEITNEHMER SEIN TAGESPENSUM VON 8 STUNDEN AM STÜCK LEISTEN WILL, MUSS DER VORGESETZTE VON GESETZES WEGEN EINSCHREITEN.» keine Garantie, dass während den normalen Geschäftszeiten immer jemand da ist. Bei Unternehmen mit Kundenanfragen oder vorgegebenen Öffnungszeiten scheidet ein reines Gleitzeitmodell ohne weitere Vorgaben daher von vornherein aus. Wie weit können Arbeitgeber dem Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten entgegenkommen, und wo setzt das Arbeitsrecht Grenzen? • Das Arbeitsgesetz macht generell Vorgaben zu den Arbeits- und Ruhezeiten. Es regelt beispielsweise, dass an Wochentagen zwischen 6 und 23 Uhr bewilligungsfrei gearbeitet werden darf. Weiter schreibt es vor, wann Pausen oder freie Tage eingelegt werden müssen oder wie viele Arbeitsstunden pro Woche höchstens zulässig sind. Das Arbeitsgesetz soll die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor gesundheit lichen Beeinträchtigungen, die mit dem Arbeitsplatz Die Fürsprecherin Barbara Gfeller ist Leiterin Beratungen bei der Wirtschaftskammer Baselland. FOTO ZVG verbunden sind, schützen. So besteht die Vorschrift, dass die Arbeit bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als sieben Stunden durch eine Pause von mindestens einer halben Stunde unterbrochen werden muss, damit sich der Arbeitnehmende erholen kann. Der Arbeitgeber kann also nicht einfach zuschauen, wenn ein Arbeitnehmer sein Tagespensum von 8 Stunden am Stück leisten will, damit er früher Feierabend machen kann. Hier muss der Vorgesetzte von Gesetzes wegen einschreiten. Was ist der Unterschied zwischen Überstunden und Überzeit? • Mit Überstunden sind die Mehrstunden gemeint, welche über die übliche Arbeitszeit aber nicht über die maximale Wochenarbeitszeit hinausgehen. Die gesetzliche Regelung im Obligationenrecht sieht vor, dass bei Auszahlung der Überstunden ein Zu- schlag von 25 Prozent bezahlt werden muss. Allerdings ist hier eine andere vertragliche Regelung möglich. Oft wird vereinbart, dass die Überstunden grundsätzlich kompensiert werden und bei Auszahlung kein Zuschlag erfolgt. Das ist sowohl im Sinne des Arbeitgebers, der weniger zahlen muss, als auch im Sinne des Arbeitnehmenden, der so zusätzliche Freizeit bekommt. Anders verhält es sich bei der Überzeit, die im Arbeitsgesetz geregelt ist. Überzeit liegt vor, wenn die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschritten wird. Wegen des Gesundheitsschutzes ist Überzeit nur in den vom Gesetz erwähnten Ausnahmefällen zulässig, beispielsweise wegen Dringlichkeit der Arbeit. Hier ist im Einverständnis des Arbeitnehmenden zwar auch eine Kompensation mit Freizeit von gleicher Dauer möglich, bei einer Auszahlung kann jedoch der Zuschlag von 25 Prozent nicht wegbedungen werden. Die Unterscheidung zwischen Überstunden und Überzeit ist also wichtig. An wen richtet sich der Anlass? • Mit dem «Seminar ARBEITSRECHT» sprechen wir Personalverantwortliche und Unternehmerinnen und Unternehmer an, die einerseits die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeitszeiterfassung besser kennenlernen möchten, andererseits aber auch Tipps für die Umsetzung im Alltag wünschen. Die Erfahrungen mit der Veranstaltungsreihe haben gezeigt, dass besonders der zweite Aspekt von den Teilnehmenden sehr geschätzt wird. Deshalb bieten wir zum Schluss beim Apéro bewusst die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch an. Interview: Reto Anklin Das Seminar findet am kommenden 21. September um 16 Uhr im Haus der Wirtschaft in Liestal statt. Informationen und Kontakt adresse siehe Inserat unten. \t ARBEITGEBER BASELLAND Eine Institution der Wirtschaftskammer Basel land PROGRAMM REFERENTEN • Gesetzliche Rahmenbedingungen • Abgrenzung Überstunden - Überzeit • Arbeitszeitmodelle • Vor- und Nachteile • Vertragliche Ausgestaltung • Stolpersteine in der Praxis 16.00 Begrüssung Landrat Markus Meier Geschäftsführer Verband Arbeitgeber Baselland 16.05 Rechtliche Grundlagen Die wichtigsten Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen Anforderungen an die Arbeitszeiterfassung Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle Fürsprecherin Barbara Gfeller 16.45 Stolpersteine in der Praxis Folgen bei fehlender Zeiterfassung Umgang mit Überstunden/ Überzeit Vertragliche Ausgestaltung RA Markus Prazeller 17.30 Apero riche Bilaterale Gespräche und Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden und den Referenten lic.iur. Barbara Gfeller Fürsprecherin, Leiterin Beratungen Wirtschaftskammer Baselland M Law Markus Prazeller Anwalt Battegay, Dürr, Wagner AG Anwaltskanzlei in Basel ZIELGRUPPE Personalverantwortliche und Geschäftsführende KOSTEN CHF 180.00 für Mitglieder der Wirtschaftskammer (exkl. MwSt.) Baselland CHF 270.00 für Nichtmitglieder Inbegriffen: Seminarunterlagen, Getränke und anschliessender Apero Für die Durchführung des Seminars besteht eine Mindest- und Höchstteilnehmerzahl. ANMELDUNG bis spätestens Donnerstag, 14. September 2017 an: i nfo@arbeitgeber-bl.ch Fragen zur Veranstaltung: Fürsprecherin Barbara Gfeller, Tel. 061927 65 11 Donnerstag, 21. September 2017 Haus der Wirtschaft Altmarktstrasse 96 Liestal

«TAG DER WIRTSCHAFT» BL 7 Haus der Wirtschaft -– Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie 8. September 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung PSYCHIATRIE BASELLAND Tagung zum Thema «Arbeit und Psyche» Die Psychiatrie Baselland lädt am kommenden 26. Oktober zu einer Tagung nach Basel. Unter dem Titel «‹Schwierige› Mitarbeitende – ‹Einfache› Chefs und Ärzte?» referieren und diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum weit verbreiteten Problem, dass viele Menschen unter psychischen Schwierigkeiten am Arbeitsplatz leiden, aber immer noch zu wenig getan wird, um dagegen anzukämpfen. Wirtschaftskammer ist Partnerin Die Wirtschaftskammer Baselland ist Partnerin der Veranstaltung. Ihr Stv. Direktor und Landrat Markus Meier ist Tagungsbeobachter und wird am Schluss ein Fazit des Anlasses ziehen. Die Referenten sprechen über nationale und internationale Entwicklungen und Erfahrungen, politische Aspekte und die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung, neue Forschungsresultate aus der Schweiz und über die verschiedenen Ansichten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Tagung mit Podiumsdiskussion im Auditorium der Roche an der Viaduktstrasse 33 in Basel richtet sich an Arbeitgeber, Ärzte, Versicherer, Politiker und Behörden. Zu den Vortragenden gehören: Nationalrat Ignazio Cassis, Präsident Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie Bundesratskandidat; Christopher Prinz, Projektleiter «Mental Health and Work», Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; Daniel Sollberger, Zentrums-Chefarzt der Psychiatrie Baselland, und Niklas Baer, Leiter Fachstelle Psychiatrische Rehabilitation, Psychiatrie Baselland. Programm und Anmeldung unter der folgenden Internetadresse. ra LINK www.pbl.ch/tagung2017 «TAG DER WIRTSCHAFT» – Am 23. November wird neben der «Digitalisierung in der Praxis» auch das Thema Innovation gross geschrieben – an der Preisvergabe der «Swiss Innovation Challenge». Innovation und Digitalisierung Zwei Megatrends prägen die heutige Wirtschaft: Digitalisierung und Innovation. Am «Tag der Wirtschaft» vom kommenden 23. November 2017 stehen beide Megatrends im Fokus. Unter dem Tagungsmotto «Digitalisierung in der Praxis» werden ermutigende Beispiele für eine gelungene digitale Transformation in Unternehmen vorgestellt. Der Anlass wird abermals einen attraktiven Mix aus Unterhaltung und Information bieten, darunter ein von BaZ-Chefredaktor und -Verleger Markus Somm geleitetes Podium. Erneut moderiert Rainer Maria Salzgeber den Abend. Die besten Innovationen ... Ganz im Zeichen der Innovation steht die Preisvergabe für das Siegerprojekt der «Swiss Innovation Challenge», des Innovationswettbewerbs der Wirtschaftskammer, der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Finalistinnen und Finalisten wurden im Rahmen der zweiten Vorstellungsrunde (second Pitch) ermittelt (siehe Seite 4). Der Sieger oder die Siegerin wird einen kunstvoll gestalteten Siegerpokal und einen Check über 20 000 Franken entgegennehmen können, die Zweit- und Drittplatzierten je einen Check über 5000 Franken. Preisvergabe an Christoph von Mandach (3. v.l), Gewinner der «Swiss Innovation Challenge», am «Tag der Wirtschaft» 2016. Es gratulieren Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser, Bundesrat Ueli Maurer und Moderator Rainer Maria Salzgeber (v.l.). FOTO ARCHIV Im vergangenen Jahr gewann Christoph von Mandach von der Firma «GOLD S AG» und wurde von Bundesrat Ueli Maurer geehrt. ... die gelungensten Nachfolgen Gekürt wird auch das beste Projekt der «Swiss Next Challenge». Bei dieser steht das Thema Nachfolgeregelung im Zentrum. 2016 hatten sich Michael Linder und die «GRG Ingenieure AG» durchgesetzt. Die Übergabe des Preisgeldes und des Pokals war durch Dr. Beat Oberlin, den damaligen Präsidenten der Geschäftsleitung der BLKB und FHNW-Direktor Crispino Bergamaschi erfolgt. Wie schon in den vergangenen Jahren ist auch 2017 die BLKB Hauptpartnerin des «Tag der Wirtschaft», die Basler-Zeitung ist Medienpartnerin. Und wie gewohnt kreiert Sternekoch Flavio Fermi ein Menü der Spitzenklasse. Unterstützt wird er vom Pâtissier-Weltmeister und Olympiadritten Rolf Mürner. Dessen Dessertkreationen sind optisch und geschmacklich wahre Kunstwerke. Daniel Schindler «NETWORKING-DINNER» Für den exklusiven «Networking- Dinner» am «Tag der Wirtschaft» vom 23. November 2017 läuft ab sofort die Tischreservation. Wer sich einen der begehrten Tische sichern will, kann sich wenden an: Alexandra Mächler, a.maechler@kmu.org, 061 927 65 58.

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