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Standpunkt 448, 7.7.2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

BL 6 VERKEHRSPOLITIK 7.

BL 6 VERKEHRSPOLITIK 7. Juli 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie VERKEHRSINFRASTRUKTUR – Bereits 2013 wurde im Haus der Wirtschaft der 5-Punkte-Plan gegen den Verkehrskollaps vorgestellt. Er soll die regionale Verkehrsinfrastruktur zeitgemäss weiterentwickeln. Der Landrat überwies die entsprechenden Vorstösse 2014. Der 5-Punkte-Plan ist noch immer aktuell Die regionale Verkehrsinfrastruktur der Nordwestschweiz ist veraltet und wenig geeignet, das wirtschaftliche Wachstum zu fördern. Zielführender wäre eine Netzstruktur mit einem äusseren und einem innerer Ring um das Zentrum Basel. Dies wurde bereits anlässlich der Präsentation des 5-Punkte-Plans gegen den Verkehrskollaps am 20. September 2013 im Haus der Wirtschaft in Liestal klar. Der Plan hat in den vergangenen vier Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Eine der Grundlagen des 5-Punkte- Plans gegen den Verkehrskollaps ist unter anderem eine Erkenntnis, welche auf die Arbeiten des mittlerweile verstorbenen ehemaligen ETH-Dozenten Martin Geiger sowie des Liestaler Architekten und Verkehrsexperten Raoul Rosenmund zurückgeht (siehe Seite 5). Als wesentlichen Unterschied zu wachsenden Metropolitanregionen bezeichnet Rosenmund die Ausrichtung der Transportwege in der Nordwestschweiz – insbesondere der Strassen. Unzeitgemässes Konzept «Das Konzept der Korridore ist nicht zeitgemäss, weil es nur brauchbare Achsen von den Unterzentren zum Hauptzentrum Basel aufweist», erklärt Raoul Rosenmund. Die Unterzentren könnten dadurch ihre Beziehungspotenziale zu wenig nutzen (siehe Kasten). Notwendig wären laut dem Liestaler Verkehrsexperten Querverbindungen zu den heute bereits starken radialen Achsen, «das heisst eine Netzstruktur». Die Region Basel weise ganz ausgeprägt eine Zentrum/Peripherie- Struktur – oder auch Baum-Struktur – auf. Wie Rosenmund gegenüber dem Standpunkt der Wirtschaft ausführt, werden mit einer Netzstruktur die Möglichkeiten vervielfacht, Gemeinden und Unterzentren, aber auch das Hauptzentrum zu erreichen. «Durch die direkte gegenseitige Belieferung mit Beziehungspotenzial steigt die Standortqualität. Ein Netzsystem lässt die Region florieren.» Mehr Firmenansiedlungen Mit der Netzstruktur gewännen nicht nur das Hauptzentrum, sondern auch die Unterzentren Beziehungspotenzial. Dies mache es für Unternehmen interessant, sich an diesen Standorten anzusiedeln, sagt Raoul Rosenmund. «Ohne genügend Beziehungspotenzial kann man eine Region noch so anpreisen», gibt der Verkehrsexperte zu bedenken. Wenn das Produkt Standort wegen zu tiefen Beziehungspotenzials nicht stimme, werde es nicht angenommen. Glatttal und Madrid Als positive Beispiele nennt Raoul Rosenmund das Glatttal, wo sich dank der guten Vernetzung der Gemeinden zwischen den starken Polen Flughafen und Stadtzentrum das Beziehungspotenzial gegenseitig aufschaukeln könne. Als weiteres Beispiel verweist der Verkehrsexperte auf die spanische Hauptstadt Madrid. In früheren Zeiten sei dort das Zentrum nicht nur ausserordentlich durch Abgase belastet gewesen, man habe es auch schlecht erreichen können. «Heute gibt es rund um das Zentrum ein hervorragend ausgebautes Netz.» Die Lebensqualität in der Stadt sei Vier Schritte in Richtung mehr Beziehungspotenzial (farbig): Vom heutigen Korridorsystem (1) ist nach einer raschen Staubeseitigung im Bereich Hagnau (2) zunächst ein innerer Ring (3) und danach ein äusserer Ring um Basel als Zentrum zu legen (4). Dieses würde so entlastet. In den Unterzentren würde das Beziehungspotenzial steigen. GRAFIK UND KONZEPT: DR. MARTIN GEIGER, ZÜRICH merklich gestiegen. Dies gelte überdies für die ganze Region. «Die Anzahl Staustunden nahm 2016 im Vergleich zum Vorjahr weiter zu.» Dies hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) in einer Medienmitteilung vom 26. Juni 2017 berichtet. Gemäss dem sogenannten Verkehrsfluss bericht staute sich der Verkehr landes weit während insgesamt 24 066 Stunden. Dies entspreche einer Zunahme um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: +6,1 Prozent). Mit Abstand die häufigste Ursache für Staus bleibe die Verkehrsüberlastung. Während 21 211 Stunden stockte 2016 der Verkehr infolge Überlastung. Erstmals nach vielen Jahren haben laut Bund die unfallbedingten Staustunden zugenommen: von 2263 auf 2420 Stunden (+6,9 Prozent). Geografisch konnte gemäss Mitteilung eine Verschiebung der Stauentwicklung festgestellt werden: Demnach Alle Verkehrsträger einbeziehen Wie Raoul Rosenmund betont, gehe es nicht darum, den öffentlichen Verkehr gegen den Individualverkehr auszuspielen. «Die Ringverbindungen können für jeglichen Verkehr, insbesondere auch für den ÖV, genutzt werden.» Es gehe zunächst darum, diese Ringverbindungen zu sichern, denn es werde für 2030 und darüber hinaus geplant. Bis dann werden sich viele der heute schon sichtbaren technischen Fortschritte etabliert haben, ist Rosenmund überzeugt. Dabei verweist er unter anderem auf die mehr und mehr aufkommende Technologie der selbstfahrenden Autos. Der ÖV werde sich laufend den Gegebenheiten anpassen müssen, was auch dichtere Busfahrpläne ermögliche. Leiten statt drosseln «Die Netzstruktur ist die Voraussetzung für ein leistungsfähiges Verkehrs leitsystem, denn mit dem Korridorsystem kann nichts geleitet, sondern nur gedrosselt werden», sagt Raoul Rosenmund. In diesem Zusammenhang bringt der Fachmann auch einen aus ökologischer Sicht interessanten Aspekt ins Spiel. Denn schliesslich werde der Verkehr ins- wurden die stärksten Zunahmen 2016 nicht wie in den Vorjahren in der Region Aargau–Zürich–Winterthur festgestellt, sondern in der Westschweiz. Scharfe Kritik von auto-schweiz Mit scharfer Kritik reagiert der Verband auto-schweiz auf den Verkehrsflussbericht des Bundes. Dieser bringe ans Licht, «dass die Staus stärker gewachsen sind als die Verkehrsleistung». Bevor es auf den Nationalstrassen endgültig zum Kollaps komme, seien dringend wirkungsvolle Massnahmen zu ergreifen, schreibt die Vereinigung der offiziellen Automobil-Generalimporteure. Während sich 2016 die Anzahl der Staustunden im Vergleich zu 2015 um 5,1 Prozent erhöht habe, sei zeitgleich die Fahrleistung des gesamten Verkehrs auf den wichtigsten Strassen gesamt mit weniger Emissionen verbunden sein. Der 5-Punkte-Plan gegen den Verkehrs kollaps aus dem Jahr 2013 trägt diesen Überlegungen Rechnung. Er setzt unter anderem bei einer grossräumigen Nutzung der A98 auf deutscher Seite an (als Teil eines äusseren Rings um Basel). Er fordert aber auch die Schaffung eines inneren Rings (stadtnahe Tangente). Entsprechende landrätliche Vorstösse wurden vom Birsfelder Gemeindepräsidenten Christof Hiltmann und von Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser eingereicht. Der Landrat hat die Vorstösse 2014 als Aufträge an die Regierung überwiesen. Daniel Schindler nur um 2,4 Prozent gewachsen. «Dies ist das untrügliche Zeichen, dass unser wichtigstes Verkehrsnetz an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Wir stehen kurz vor dem Verkehrskollaps», lässt sich auto-schweiz- Direktor Andreas Burgener in der Medienmitteilung zitieren. DAS SNL-SIMULATIONSMODELL Standort-, Nutzungs- und Landwerttheorie Die in obigen Grafiken gezeigten Berechnungen stammen aus dem SNL-Simulationsmodell von Dr. Martin Geiger, Zürich. Das Modell errechnet die für die Prognose der räumlichen Entwicklung massgebenden sogenannten Beziehungspotenziale auf. Sind diese hoch, steigt der Zuzug von Firmen, Wohnbevölkerung und der Wert des Landes. Sind die Werte tief, wandern Wirtschaft und Wohnbevölkerung in dynamischere Regionen ab. Wirksamste Verbesserungsmassnahme ist die grossräumige Vernetzung der Verkehrsverbindungen. www.snl-geiger.ch VERKEHRSFLUSSBERICHT DES BUNDES – Nicht in erster Linie die steigende Zahl an Unfällen führt zu mehr Staus auf den Nationalstrassen, sondern die zu geringe Kapazität der Infrastruktur. Rekordstaus wegen Verkehrsüberlastung Zu wenig leistungsfähig Obwohl die Nationalstrassen nur rund 2,5 Prozent des gesamten Strassennetzes umfassen, wurden 2015 rund 41,6 Prozent des gesamten Verkehrs und 69,1 Prozent des Güterverkehrs auf den Nationalstrassen abgewickelt. Ohne leistungsfähiges Nationalstrassennetz könne die Schweiz nicht funktionieren, so Burgener weiter, der darauf hinweist, dass in der Statistik des Bundes die ebenfalls zunehmenden, aber nicht gemessenen Staus in den Agglomerationen noch nicht einmal genannt würden. Verfahren zu langsam Wie der Medienmitteilung von autoschweiz weiter zu entnehmen ist, fordert der Verband «dringend wirkungsvolle Massnahmen». Ein Kernproblem stelle der schleppende Infra strukturausbau dar, was nicht zuletzt mit zu langsamen Genehmigungsverfahren zusammenhänge. «Es kann nicht sein, dass jeder offensichtlich benötigte Ausbau 20 bis 30 Jahre dauert», so Andreas Burgener. Zu begrüssen sei die Umnutzung der Pannenstreifen als Fahrspur (siehe Seite 3). Noch 2017 will der Bund auf der A3 zwischen Pratteln und der Verzweigung Augst diese sogenannte PUN einführen. Daniel Schindler

HAUS DER WIRTSCHAFT BL 7 Haus der Wirtschaft -– Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie 7. Juli 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung «BUSINESS-CLUB SPEZIAL» – Vor 150 geladenen Gästen spricht FCB-Präsident Bernhard Burgener in der Lounge des St. Jakob-Parks über die Ziele, die er mit dem FC Basel erreichen will – aber auch über Filmvermarktung, persönliche Siege und Niederlagen. Bernhard Burgener: «Alles ist eine Marke» «Alles ist möglich!» Bernhard Burgener, Präsident des FC Basel, begeistert mit seinem Referat die rund 150 Gäste des «Business-Club spezial» im St. Jakob-Park. FOTOS AM, DAN «Alles ist eine Marke», sagte Bernhard Burgener, der neue Präsident des FC Basel, vor rund 150 Gästen des «Business-Club spezial» der Wirtschaftskammer Baselland am Mittwochabend, 21. Juni 2017. In der Lounge des St. Jakob-Parks beleuchtete Burgener unter anderem seine Strategie mit dem Club. Die Zielsetzung bis 2020 ist klar: «Wir wollen den Schweizer Meister verteidigen, Cup-Sieger werden und die Qualifikationen für die Champions- League und die Europa-League schaffen.» Ausserdem wolle der FCB «international überwintern». Burgener amtiert nicht nur als Präsident des FC Basel. Er ist auch VR- Präsident der Highlight Communications AG, welche mit der Constantin Film AG die erfolgreichste unabhängige Filmproduzentin und -verleiherin in Deutschland besitzt. Mit ihrer Tochtergesellschaft Team Holding AG werden die Rechte an UEFA Champions League, UEFA Europa League und UEFA Super Cup vermarktet. «Auch dies sind alles bekannte Marken, wie der FCB», so Burgener. Für seinen Auftritt im Rahmen des «Business-Club spezial» wurde der übliche Rahmen dieser Veranstaltung angepasst. Diese hatte als «Business Club» bisher mit rund 50 Gästen stattgefunden. Eingeladen waren Wirtschaftskammermitglieder mit dem Upgrade Networking plus . Als Referenten traten unter anderem Persönlichkeiten wie Europa-Park-Chef Roland Mack auf, aber auch Sportmoderator Rainer-Maria Salzgeber oder Clemens Hellsberg, langjähriger Vorsteher der Wiener Philharmoniker. Daniel Schindler Christoph Buser bedankt sich bei Bernhard Burgener mit einer guten Flasche Wein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des «Business-Club spezial» beim Dinner in der «Premium Lounge» des St. Jakob-Parks. Wirtschaftskammerpräsident Andreas Schneider, FDP-Präsidentin Christine Frey und der Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber (v.r.). Patrick Tschanz (Tschanz & Partner) im Gespräch mit Barbara Gfeller. Yves Bandini, Vorstandsmitglied KMU Binningen/Bottmingen diskutiert mit Roman Schneider, Präsident KMU Pratteln (v.l.). NETWORKING PLUS Einladungen zur Veranstaltungsreihe «Business-Club», in der stets hochkarätige Referierende auftreten, erhalten Wirtschaftskammermitglieder mit dem Upgrade Networking plus . Im Anschluss an die Referate wird jeweils ein exklusives Nachtessen serviert. Weitere Informationen sind erhältlich bei Erika Sprecher: 061 927 65 38. Landrat Hansruedi Wirz, Präsident KMU Reigoldswil und Umgebung. Die rund 150 Gäste im St. Jakob-Park folgen gespannt den Ausführungen des neuen FCB-Präsidenten Bernhard Burgener. Prominenter Gast am «Business-Club spezial»: e. Regierungsrat Jörg Krähenbühl.

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