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Standpunkt 441, 10.3.2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

BL 2 HAUS DER WIRTSCHAFT

BL 2 HAUS DER WIRTSCHAFT 10. März 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie INFORMATIONSVERANSTALTUNG – Die Teilnehmenden des Tagesstrukturprogramms «Take Off» informierten sich im Haus der Wirtschaft über die Berufswahl und die Lehrstellensuche. «Take Off» besucht KMU-Lehrbetriebsverbund Gespannt folgten die Teilnehmenden des Tagesstrukturprogramms «Take Off» der Stiftung Jugendsozialwerk in Pratteln am Dienstag, 14. Februar 2017, den Ausführungen zum KMU- Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung. An der speziell für diese Jugendlichen organisierten Informationsveranstaltung stellte Corinne Champion, Leiterin Backoffice, den Anwesenden das Verbundsystem vor. Der KMU-Lehrbetriebsverbund bildet seit dem Jahr 2000 gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen der Region Lernende aus. Schnuppern ist wichtig Lucy Winter, KV-Lernende im 2. Lehrjahr beim KMU-Lehrbetriebsverbund, erzählte den Jugendlichen von ihrem eigenen Vorgehen bei der Berufs wahl und bei der Lehrstellensuche. Sie hob hervor, wie wichtig das Schnuppern für sie bei der Berufs findung war. Für sie kristallisierte sich so eine Lehre im kaufmännischen Bereich heraus. Als KV-Lernende schätzt sie das Coaching-Programm des KMU-Lehrbetriebsverbunds sehr. Das Programm fördert die Entwicklung der POLIT-KOLUMNE Corinne Champion, Leiterin Backoffice, stellt den Teilnehmenden von «Take Off» den KMU-Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung vor. FOTO MÄDER Sozial- und Selbstkompetenzen der Lernenden. Dazu gehören sowohl Sozialeinsätze als auch Seminare und schulische Unterstützung oder das Prüfungsvorbereitungslager für die Lernenden im letzten Lehrjahr. Die Teilnehmenden erhielten Tipps zum Bewerben, indem sie gute und fehlerhafte Bewerbungen analysierten und diese in der Gesamtgruppe besprachen. Für die Teilnehmenden des Tagesstrukturprogramms «Take Off» war dies ein idealer Ort, um Informationen rund um das Bewerben und die Berufslehre zu erhalten. Der KMU-Lehrbetriebsverbund prüft jährlich bis zu 1000 Bewerbungen für die Lehrstellen in den angeschlossenen Betrieben und verfügt darum über viel Erfahrung in der Rekrutierung von Lernenden. Die dem KMU-Lehrbetriebsverbund angeschlossenen Lehrbetriebe profitieren von einem Rundum service. Die Geschäftsstelle rekrutiert Lernende, stellt sie an, berät die Lehrbetriebe und coacht die Lernenden. Sie organisiert beispielsweise auch Rotationen bei Betrieben, die nicht alle Leistungsziele einer Berufsausbildung abdecken können. Die angeschlossenen Unternehmen können sich so voll und ganz auf die praktische Ausbildung der Lernenden konzentrieren, während die Geschäftsstelle alle administrativen Aufgaben übernimmt. Andreas Zbinden, Bereichsleiter «Take Off», lobte das Coaching-Programm des KMU-Lehrbetriebsverbunds. Für die Jugendlichen sei es sehr wichtig, als Ergänzung zu den Betreuungspersonen bei «Take Off» von einer Person aus der Wirtschaft Informationen zur Berufsausbildung und zum Bewerben zu erhalten. Wohl auch darum folgten die Jugendlichen so gespannt den Ausführungen. Magdalena Mäder Geldwäsche und Terrorismus im Visier Die Schweiz setzt sich für einen integren Finanzplatz ein. Sie engagiert sich international unter anderem für die Entwicklung von Standards zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung und setzt diese Regeln selber um. Die Schweiz möchte verhindern, dass Gelder aus illegalen Tätigkeiten in den legalen Wirtschaftskreislauf eingespiesen werden und Terroristen Zugang zu solchen Geldquellen haben. Die Schweiz verfügt heute über eine der weltweit griffigsten Gesetzgebungen. Auf multilateraler Ebene unterstützt die Schweiz die Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung durch ihr Engagement in der Groupe d’action financière (GAFI) beziehungsweise der Financial Action Task Force (FATF). Sie hat die 40 Empfehlungen der GAFI mitgestaltet, welche heute die international anerkannten Standards gegen Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung bilden. Die Schweiz hat zudem 2003 das UNO-Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus ratifiziert und in Kraft gesetzt. Hinter den vier Buchstaben «KGGT» steckt die vom Bundesrat Ende 2013 eingesetzte interdepartementale Koordinationsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung. Sie hat den Auftrag, Massnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung innerhalb der Bundesverwaltung zu bündeln, um hohe Wirksamkeit zu erreichen. Dazu gehört auch eine ständige Risikobeurteilung mit dem Ziel, Geldwäscherei und Bedrohungen der Terrorismusfinanzierung zu erkennen und Gegenmassnahmen vorzuschlagen. Dieser ständigen Einrichtung, die vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen im Eid genössischen Finanzdepartement geleitet wird, gehören Direktionsmitglieder folgender Ämter: Eidgenössische Steuerverwaltung, fedpol, Bundesamt für Justiz, Eidgenössische Peter Amstutz, ehemaliger Leiter der Bundeshaus- Redaktion der «Basler Zeitung» Spielbankenkommission, Nachrichtendienst des Bundes, Direktion für Völkerrecht, Abteilung Sektorielle Aussenpolitiken, Finanzmarktaufsicht und Bundesanwaltschaft. Die KGGT steht also für geballten Sachverstand. Vor Jahresfrist lag erstmals ein KGGT- Bericht über die nationale Beurteilung der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken auf dem Sitzungstisch des Bundesrats. Dessen Lektüre zeigt, dass die Schweiz von der Finanzkriminalität nach wie vor direkt mitbetroffen ist. Zudem ist die Schweiz fürs Waschen von meist hohen bis sehr hohen Summen aus mehrheitlich im Ausland begangenen Straftaten nach wie vor attraktiv. Diese Analyse basiert auf Daten, die aus öffentlichen Quellen stammen, oder von verschiedenen Stellen von Bund und Kantonen sowie von Akteuren des privaten Sektors bereitgestellt wurden. Daraus geht hervor, dass in Bezug auf die Vortaten zur Geldwäscherei sowie des Terrorismus zumeist Betrug, Veruntreuung, Korruption und Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen die JETZT AUSBILDEN Weitere Informationen: KMU-Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung Altmarktstrasse 96 4410 Liestal Telefon: 061 927 65 39 E-Mail: info@kmu-lehrbetriebsverbund.ch www.kmu-lehrbetriebsverbund.ch Haupt gefährdungen für den Schweizer Finanzsektor bilden. Die grösste Gefährdung besteht bei den Universalbanken. Dank den bisherigen Abwehrmassnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei wurde die Verwundbarkeit des Finanzplatzes Schweiz und ihrer Akteure deutlich reduziert. Gleich werden Privatbanken, Vermögensverwaltungen, Rechtsberufe, Treuhandgeschäfte sowie Geld- und Wertübertragungsdienstleistungen dargestellt. Die nüchtern wirkende KGGT-Schlussfolgerung besagt: «Die Massnahmen zur Verhütung und Verminderung des Risikos von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung stehen in einem angemessenen Verhältnis zu den Risiken.» Das Augenmerk der Analysten liegt gleichwohl mehr denn je auf der Terrorismusfinanzierung. Dort besteht laut Analyse aus Bern «ein beschränktes Risiko, das aber bedeutende Auswirkungen haben könnte». Das Risiko könnte höher werden, wenn die Netzwerke der Terrorismusfinanzierung alternative Geldübertragungssysteme in der Schweiz systematischer nutzen sollten. Wörtlich wird gewarnt: «Dadurch würden sowohl die Gefährdung als auch die Verwundbarkeit unseres Landes zunehmen.» Was kann dagegen vorgekehrt werden? Die Behörden empfehlen: «Verstärkung der Zusammenarbeit insbesondere zwischen den Nachrichtendiensten, weitere Sensibilisierung der möglicherweise von Terrorismusfinanzierung betroffenen Akteure sowie Einsatz anderer Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung.» Die interdepartementale Koordinationsgruppe schlägt auch Verbesserungsmassnahmen vor. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen der nicht dem Geldwäschereigesetz unterstellten Immobilien- und Rohstoffbranche, der Stiftungen und der Zollfreilager. Der Autor gibt seine eigene Meinung wieder. Diese muss sich nicht mit jener der Wirtschaftskammer decken. KMU BUSINESS-TREFF Die Wirtschaftskammer Baselland und die ProCloud AG laden ein. Führen in Zeiten der Cloud Microsoft, ProCloud und die FHNW zeigen den aktuellen Status der Digitalisierung auf, und was das für die Führung bedeutet. FOTO ZVG Die Digitalisierung der Wirtschaft verändert ganze Branchen. Strategie, Kultur, Struktur und insbesondere die Rolle von Führungspersonen müssen in einer Unternehmung überdacht und der heutigen Zeit angepasst werden. Durch die Digitalisierung kompletter Unternehmensbereiche können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dank der heutigen Technologien inzwischen fast immer und von überall auf Informationen zugreifen. Die veränderten Möglichkeiten der Arbeitsformen und die unterschiedlichen Eigenschaften der Generationen erfordern eine Entwicklung in der Führung. Zukunft der Schweizer KMU Was bedeutet das konkret, und wo steht der Schweizer KMU-Markt heute? Darüber informieren die Referenten am kommenden KMU Business-Treff vom 23. März 2017. Fabio Soricelli, Senior Business Development Manager – Cloud Services, Microsoft Schweiz, und Prof. Thomas Fischer, Lehrbeauftragter Führungspsychologie FHNW und Unternehmer, werden aufzeigen, welche Risiken und welche Chancen Micro soft Schweiz für die Zukunft der Schweizer KMU in Zeiten der Digitalisierung sieht. Sie erläutern, wie sich die Unternehmensführung durch den digitalen Wandel ändern wird und wie sich diese Umgestaltung auf die Generationen von den Babyboomern bis zur Generation Z auswirken wird. Gelegenheit zum Gedankenaustausch Die Teilnehmenden sind nach dem Referat herzlich zu einem Apéro riche eingeladen. Dort bietet sich dann auch die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Referenten und den anderen Gästen. Die Einladungen wurden per Post an die Einzelmitglieder und an die Mitglieder mit dem Upgrade Networking der Wirtschaftskammer Baselland verschickt. Um Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten. Jennifer Tschanz KMU Business-Treff für die Einzelmitglieder und die Mitglieder mit dem Upgrade Networking der Wirtschaftskammer Baselland: «Digitalisierung, Cloud und die Rolle der Führung» Donnerstag, 23. März 2017, 18.00 Uhr, Haus der Wirtschaft. PROCLOUD AG Die ProCloud AG wurde 2012 gegründet, hat ihren Sitz in Lenzburg, und betreibt Rechenzentren in Zürich und Pratteln. Das junge und aufstrebende Unternehmen wurde im Jahr 2015 zum Microsoft-Partner des Jahres gewählt. Die ProCloud AG lebt die Digitalisierung und moderne Unternehmensführung selbst vor. Mit der Einführung des #workcation- Modells haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, einen Monat im Jahr von dort aus zu arbeiten, wo es ihnen lieb ist. www.procloud.ch IMPRESSUM standpunkt Herausgeber/Verlag: Schweizerischer Gewerbeverband sgv, Schwarztorstrasse 26, Postfach 8166, 3001 Bern, Tel. 031 380 14 14 – verlag@sgv-usam.ch Redaktion sgz: Schwarztorstrasse 26, 3007 Bern Tel. 031 380 14 14 – redaktion@sgv-usam.ch Regionalbund «Standpunkt» Herausgeber: •Wirtschaftskammer Baselland •Arbeitgeber Baselland •Unabhängiges Podium für eine liberale Wirtschaft und Gesellschaft, Haus der Wirtschaft, Altmarktstrasse 96, 4410 Liestal Tel. 061 927 64 64, Fax 061 927 65 50 Internet: www.kmu.org E-Mail: standpunkt@kmu.org Verantwortung: Christoph Buser, Direktor Redaktion/Umbruch: Reto Anklin (ra) Produktion: IWF, Postfach 633, 4410 Liestal Abonnement im Mitgliederbeitrag inbegriffen Adressänderungen: Bitte an Wirtschaftskammer Baselland E-Mail: standpunkt@kmu.org Der Abdruck von Textbeiträgen mit vollständiger Quellenangabe ist erlaubt.

«BUSINESS-CLUB» Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie Schweizerische Gewerbezeitung – 10. März 2017 BL 3 VORANKÜNDIGUNG «Schwierige» Mitarbeitende – «Einfache» Chefs und Ärzte? Tagung zu Arbeit und Psyche Zahlreiche Menschen leiden unter psychischen Schwierigkeiten – auch am Arbeitsplatz. Doch nach wie vor wird zuwenig getan, um gegen diese oftmals herausfordernden Situationen anzukämpfen. Um diesen Themenkreis dreht sich eine Tagung der Psychiatrie Baselland vom kommenden 26. Oktober in Basel. Unter dem Titel «‹Schwierige› Mitarbeitende – ‹Einfache› Chefs und Ärzte?» referieren und diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Auditorium der Roche an der Viaduktstrasse. Der Anlass wird von der Wirtschaftskammer Baselland, der Handelskammer beider Basel, dem Arbeitgeberverband Basel, der Ärztegesellschaft Baselland, den Fachgruppen Psychiatrie und Psychotherapie von Baselland und von Basel- Stadt sowie dem Gewerbeverband Basel-Stadt unterstützt. Die Referenten sprechen über internationale Entwicklungen und Erfahrungen, politische Aspekte sowie die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung, neue Forschungsresultate aus der Schweiz und über die Sicht der verschiedenen Akteure auf das Problem. Die Tagung mit Podiumsdiskussion richtet sich an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Ärztinnen und Ärzte, Versicherer, Politiker und Behörden. Zu den Vortragenden gehören unter anderem: Nationalrat Dr. med. Ignazio Cassis, Präsident der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats sowie des Verbands der Krankenversicherer curafutura und des Heimverbands CURAVIVA Schweiz; Dr. Christopher Prinz, Projektleiter «Mental Health and Work» der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD); Barbara Gutzwiller, lic.iur., Direktorin Arbeitgeberverband Basel; PD Dr. med. Dr. phil. Daniel Sollberger, Zentrums-Chefarzt Psychiatrie Baselland; Dr. phil. Niklas Baer, Leiter Fachstelle Psychiatrische Rehabilitation, Psychiatrie Baselland; Manuel Niedermann, Leiter Care Management Unternehmen, Krankenversicherung SWICA, und Dr. med. Alexander Minzer, Präsident Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin. Moderiert wird der Anlass von Sonja Hasler. Sie ist Journalistin beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF. dan Das Detailprogramm mit Anmeldung folgt im Juni 2017. Auskunft erteilt Thomas Lüthi, Leiter Kommunikation Psychiatrie Baselland, Liestal, Telefon 061 553 50 11 oder thomas.luethi@pbl.ch. UNTERNEHMER MIT LEIDENSCHAFT – Roland Mack, Inhaber und Chef des Europa-Park in Rust, kann sich für sein Unternehmen keine bessere Form als den Familienbetrieb vorstellen. «Wir denken in Generationen» Standpunkt: Herr Mack, welches ist Ihre Lieblingsbahn? • Roland Mack: (Lacht) Das ist schwierig zu sagen. Und es hängt vom Wetter, bzw. der Saison ab. Im Sommer geniesse ich ganz klar unsere Wasserbahnen, die klassische Wildwasserbahn und die Poseidon. In der kühleren Jahreszeit sagen mir die Indoor-Bahnen mehr zu. Gerade unsere Themenfahrten, etwa unsere Dinobahn, werden leider oftmals ein bisschen unterschätzt. Inwiefern? • Erstens bieten sie tolle Erlebnisse, in zum Teil unglaublichen Kulissen. Und zweitens steckt eine Menge Technik gerade auch hinter diesen Attraktionen. Ich spreche von Licht, Ton, ganzen Projektionen. «WIR BEFINDEN UNS ZURZEIT IN DER WOHL DYNAMISCHSTEN PHASE DES UNTERNEHMENS SEIT DER GRÜNDUNG.» Was hat der Europa-Park in der nächsten Zeit in Vorbereitung? • Wir befinden uns zurzeit in der wohl dynamischsten Phase des Unternehmens seit der Gründung. Dabei bekommen die Gäste viel mit – aber nicht alles. Zum Beispiel sind wir daran, unser neues Logistikzenter zu erstellen. Es ist in der Welt der Themenparks einzigartig. Man macht sich kaum eine Vorstellung davon, was hier an logistischem Know-how vorhanden sein muss. Wir werden auch in Bezug auf die Erfassung und Auswertung der Daten riesige Schritte machen. Das Ganze ist sehr innovativ. Das gilt auch für die Projekte, welche unsere Gäste unmittelbar mitbekommen. Was ist diesbezüglich in Planung? • Wir bereiten verschiedene neue Attraktionen vor. Besonders stolz bin ich auf unser Flying Theater «Projekt V» – der grösste Flugsimulator Europas. Er befindet sich gleich im Eingangsbereich des Parks. • Wie muss man sich diesen Flugsimulator vorstellen? Man kann ihn sich ein bisschen vorstellen, wie ein Imax-Kino – nur dass man dank modernster Technik noch näher dran ist. Der Flug beispielsweise über die Schweizer Alpen ist unbeschreiblich. Die Attraktion wird natürlich bei jedem Wetter geöffnet sein. Das macht den Park weniger saisonabhängig und bietet auch wenn es regnet ein tolles Erlebnis. Das Gleiche gilt für den Wasser park, den wir bauen. Auf einer 46 Hektar grossen Erweiterungsfläche im Südosten der Gemeinde Rust entstehen In- und Outdoor-Aktivitäten rund um das Thema Wasser – das Projekt ist überaus innovativ. Welchen Stellenwert spielt Innovation in Ihrem Unternehmen? • Innovation ist einer der Treiber. Das hat bei meinem Grossvater angefangen, der pferdegezogene Karussels baute, ging weiter über meinen Vater, der die ersten grossen Achterbahnen baute und zieht sich auch in die Nachfolgegeneration fort. Inwiefern? • Mein jüngerer Sohn Thomas hat im Europa-Park ein ganz neues Gastro konzept eingeführt. So hat das Leuchtturm-Restaurant Ammolite zwei Michelin-Sterne erhalten. Mein älterer Sohn Michael ist stark Tritt am 28. März im «Business-Club» der Wirtschaftskammer Baselland auf: Roland Mack, geschäfts führender Gesellschafter des Europa-Park in Rust. FOTO REIN EUROPA-PARK IN RUST – Rund 8,5 Stunden verbringen die Gäste durchschnittlich an einem Tag im Europa-Park – jedes Jahr besuchen rund 20 Prozent der Gäste das Resort zum ersten Mal. In 40 Jahren über 100 Millionen Gäste Der am 12. Juli 1975 eröffnete Europa- Park in Rust ist in den vergangenen Jahren zum grössten Themen- und Freizeitpark Deutschlands mit einer Gesamtfläche von 134 Hektaren geworden. Der Park bietet mehr als 100 Attraktionen sowie über 23 Stunden Showprogramm. Er ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region: Während der Saison beschäftigt das Unternehmen mehr als 3700 Mitarbeitende. Alleine 2016 wurden 100 neue Jobs geschaffen. Jährlich besuchen rund 5,5 Millionen Gäste den Park. Davon reisen 49 Prozent aus Deutschland an, 25 Prozent aus Frankreich und 21 Prozent aus der Schweiz. Daniel Schindler ZUR PERSON Roland Mack (geboren am 12. Oktober 1949 in Freiburg) wuchs als Sohn des Unternehmers Franz Mack in Waldkirch (D) auf. Von 1969 bis 1974 studierte er an der Technischen Universität Karlsruhe Allgemeinen Maschinenbau. Als 1975 der Geschäftspartner seines Vaters verstarb, stieg er in den Betrieb ein und gründete mit seinem Vater den Europa-Park. Seither leitet er den Freizeitpark als geschäftsführender Gesellschafter. Zudem ist er Gesellschafter der Mack Rides GmbH & Co KG in Waldkirch. dan «WER EINE GROSSE ODER AUCH KLEINE TAGUNG DURCHFÜHREN WILL, BEKOMMT BEI UNS ALLES AUS EINER HAND.» Die Schweizer Bobbahn im Europa-Park – beliebt nicht nur bei Schweizer Gästen. im Bereich neue Medien. Beides zieht neue Publikumsschichten an. Darüber hinaus bieten wir ein umfangreiches Angebot für Events an. Wer eine grosse oder auch kleine Tagung durchführen will, bekommt bei uns alles aus einer Hand: Von der Hotellerie über Gastro bis hin zu Unterhaltung und tollen Shows. Wo sehen Sie den Unterschied zwischen einem Familienunternehmen wie dem Ihren und anderen Unternehmen? • Wir denken nicht in Quartals zahlen und kurzfristig interessanten Zahlen für Aktionäre. Wir denken in Generationen. Wären wir kein Familienbetrieb, wäre der Europa-Park kaum in Rust entstanden. Die Vorteile sind für mich offensichtlich: Wir sind unabhängiger – auch von den Banken. Damit können wir rascher reagieren. Die Entscheidungswege sind kurz. Wir sind sehr flexibel. Was werden Sie den Gästen am «Business-Club» der Wirtschaftskammer mitgeben? • Ich werde eine Lanze für die KMU-Wirtschaft brechen, werde aufzeigen, wie bedeutsam es ist, Leiden schaft für sein Unternehmen zu haben. Und ich werde darlegen, wie wichtig es ist, als Unternehmen niemals stehenzubleiben, sondern sich immer aufs Neue weiterzuentwickeln. So wie wir das im Europa- Park schon seit Jahrzehnten tun. Interview: Daniel Schindler Wo die Götter Urlaub machen: Das Highlight im Themenbereich Griechenland ist schon seit Jahren die Wildwasserbahn Poseidon. FOTOS ZVG/EUROPA-PARK

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