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Energiepaket 2015

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Baselbieter Energiepaket, Zeitungsbeilage 2015 im handlichen Tabloidformat

4 Herbst

4 Herbst 2015 REGIERUNGSRÄTIN SABINE PEGORARO IM GESPRÄCH «Wichtiger Teil der Energiepolitik» Im Jahr 2009 beschloss der Landrat das Baselbieter Energiepaket. Dieses soll mit Geldern des Kantons während zehn Jahren die energetische Sanierung von Liegenschaften fördern. Bei der Halbzeit des Projekts zieht Regierungsrätin Sabine Pegoraro, Vorsteherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutz direktion, eine positive Zwischenbilanz. Redaktion: Frau Pegoraro, sind Sie mit der Zielerreichung bei Halbzeit des Baselbieter Energiepakets zufrieden? • Sabine Pegoraro: Ja, ich bin insgesamt sehr zufrieden. Insbesondere erachte ich es als grossen Gewinn, dass wir es 2010 geschafft haben, eine Partnerschaft mit wichtigen Playern im Wohn- und Baubereich wie der Wirtschaftskammer, dem Hauseigentümerverband und der Kantonal bank einzugehen. Später gelang es uns, auch die beiden Energiedienstleisterinnen EBM und EBL an Bord zu holen. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es auch Kritiker gibt, die den Stellenwert dieser Partnerschaft als nicht so wichtig einschätzen. Ich bin aber über­ zeugt, dass ohne diese Partnerschaft der Erfolg des Baselbieter Energiepakets nicht so gross wäre. «Ohne die Partnerschaften wäre der Erfolg des Baselbieter Energiepakets nicht so gross.» Warum sollen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer das Baselbieter Energiepaket nutzen? • Es gibt für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer viele Gründe, die Angebote des Baselbieter Energiepakets zu nutzen. Eine bessere Gebäudehülle führt zu einem wohligeren Raumklima, der Energieverbrauch und die Energiekosten können gesenkt werden, die Umweltbelastungen werden reduziert, und das Gewerbe sorgt für eine stabile Arbeitsplatzsituation in der Region. Wir bekommen auch immer wieder Rückmeldungen, dass eine gelungene Gebäudesanierung einfach auch Freude macht. Ein Dach über dem Kopf, welches wie eine Wintermütze die Energie im Haus zusammenhält und mit einer thermischen Solaranlage zusätzlich warmes Wasser produziert – das ist doch simpel, effektiv und erst noch schön anzusehen. Warum ist das Baselbieter Energiepaket so wichtig für den Klimaschutz? • Neubauten, die in unserem Kanton erstellt werden, haben einen guten Energie standard, und dieser dürfte sich in den kommenden Jahren noch verbessern. Die gesetzlichen Anforderungen an diese Bauten wirken sehr gut und sind verhältnismässig. Für die bestehende Bausubstanz will ich auch in Zukunft mit Anreizen – eben mit Förderbeiträgen für Gebäudesanierungen und die Nutzung erneuerbarer Energien – operieren. Auch

Herbst 2015 5 Wie sieht die Zukunft des Baselbieter Energiepakets aus? • Aus Rücksicht auf die Kantonsfinanzen soll das Baselbieter Energiepaket in Zukunft aus einer Abgabe auf nichterneuerbarer Wärmeenergie finanziert werden. Die Abgabe ist für die Energiepolitik im Kanton sehr wichtig. Die kantonale Kompetenz liegt gemäss Bundesverfassung im Gebäudebereich. Hier zählt der Bund auf die Unterstützung der Kantone. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat 2012 seine Energiestrategie verabschiedet und setzt bei der Gebäudesanierung auf freiwillige Massnahmen mit finanziellen Anreizen. Dazu gehören Förderbeiträge des Baselbieter Energiepakets. Kommt diese Abgabe nicht, dann ist die Weiterführung des Baselbieter Energiepakets in der Tat in Frage gestellt. Wer profitiert von der Abgabe? • Von der Abgabe profitieren Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sowie Mieterinnen und Mieter. Den Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern stehen damit «Von der Abgabe profitieren Haus besitzerinnen und Hausbesitzer sowie Mieterinnen und Mieter.» wenn es Stimmen gibt, die immer öfter nach zwingenden Sanierungsvorgaben rufen, erachte ich das System Basel bieter Energiepaket für diese Zielgruppe als zweckdienlicher und zielführender. Ich bin überzeugt, dass viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer zu Investitionen in die Gebäudesanierung bereit sind. Für den Klimaschutz ist es gut, wenn wir mit Förderbeiträgen diese Leute dazu bringen, Gebäudesanierungen optimal umzusetzen. Und sie sollen mindestens 30 Jahre Bestand haben. Gelder für energetische Sanierungen und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Verfügung – die Mittel werden also an die Zahlenden zurückerstattet. Mieterinnen und Mieter profitieren indirekt durch geringere Heizkosten, weil die Gebäudehülle gut saniert wurde, und durch ein angenehmeres Raumklima. Neu soll das Baselbieter Energiepaket auch auf Energie-Effizienz-Massnahmen in gewerblichen und industriellen Prozessen ausgeweitet werden. Was soll mit der Energieabgabe erreicht werden? • Der CO 2 -Ausstoss soll um insgesamt 300 000 Tonnen pro Jahr reduziert werden, dies entspricht rund 30 Prozent der heutigen Emissionen aus dem Gebäude park Baselland. Ein für mich ebenso wichtiger Teil sind aber die mit diesen Fördermitteln ausgelösten Investitionen von rund vier Milliarden Franken in unserer Region. Die Erfahrung zeigt, dass der Grossteil der durch das Energiepaket ausgelösten Investitionen durch das regionale Gewerbe ausgeführt werden.

Standpunkt der Wirtschaft