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Energiepaket 2014

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Baselbieter Energiepaket, Zeitungsbeilage 2014 im handlichen Tabloidformat

4 Herbst

4 Herbst 2014 REGIERUNGSRÄTIN SABINE PEGORARO IM GESPRÄCH «Wir sind ein verlässlicher Partner» Vom Baselbieter Energiepaket sollen künftig auch KMU profitieren, die ihre Betriebsprozesse energetisch optimieren. Dies sieht das neue Baselbieter Energiegesetz vor. Landrat und Volk müssten noch ihren Segen geben, sagt Sabine Pegoraro, Vorsteherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutz direktion. Redaktion: Frau Pegoraro, Sie haben vor kurzem das neue Energiegesetz in die Vernehmlassung geschickt. Welche Rolle spielt darin das Baselbieter Energie paket? • Sabine Pegoraro: Die grosse Herausforderung im Gebäudebereich ist die Verbesserung der Energieeffizienz beim bestehenden Gebäudepark. Dies ist auch ein Ziel der Energiestrategie 2012 des Regierungsrats und auch jener des Bundesrats. Diese Bauten verursachen einen sehr grossen Energieverbrauch und heizen das Klima auf. Mit der Totalrevision des kantonalen Energiegesetzes soll daher bei den bestehenden Bauten primär mit finanziellen Anreizen der Energieverbrauch reduziert werden. Dieses Ziel verfolgen wir seit 2010 mit dem Baselbieter Energiepaket. Wir wollen dies nach der Totalrevision noch verstärkt tun. Das Ziel ist eine Verdreifachung der Mittel durch Erhebung einer Abgabe auf nichterneuerbare Energien. Landrat und Volk müssen hierzu aber noch ihren Segen geben. «Das Energiepaket hat die Lücke bei den KMU erkannt.» Neu soll das Energiepaket auch Effizienzmassnahmen von KMU fördern. Warum? • Heute erhalten KMU beim Energiepaket Beiträge an Gebäudesanierungen und die Beheizung dieser Bauten mit erneuerbarer Energie. Dagegen gibt es für Effizienzmassnahmen an den Prozesseinrichtungen von KMU und Wirtschaft – zum Beispiel die energetische Optimierung von Betriebsprozessen – keine Fördergelder des Energiepakets. Diese Lücke wurde vom Energiepaket erkannt und soll nun wenn möglich geschlossen werden. Welche weiteren Massnahmen sind denkbar bei KMU? • Mögliche Massnahmen und KMU- Modelle werden zurzeit von den Projektverantwortlichen des Energiepakets zusammen mit einem externen Ingenieurbüro und der Fachhochschule Nordwestschweiz eruiert. Was ändert sich beim Energiepaket für private Wohneigentümerinnen und -eigentümer? • Solange das neue Energiegesetz nicht genehmigt ist, setzen wir möglichst auf Kontinuität. Unser oberstes Ziel ist es, ein verlässlicher Partner für private Fördergeldempfänger aber auch für die ausführenden KMU-Betriebe zu sein. Seit 2010 beweisen wir, dass wir das sind. Wir haben seither auch noch keine Anpassungen beim Energiepaket vorgenommen. Sobald aber das neue Energiegesetz

Herbst 2014 5 selber dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden soll oder nicht. Wann wird das Energiegesetz in Kraft treten? • Geplant ist eine Inkraftsetzung auf den 1. Januar 2016. Dieses Ziel ist sportlich. Ob wir es bis dann schaffen, hängt vom Tempo der Politik ab. Zurück zum Energiepaket: Wie hat sich dieses in den vergangenen Jahren entwickelt? • Nach dem ersten Boomjahr hat sich die Nachfrage auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Gesuchsmenge ist etwas zurückgegangen, die zugesicherten Förder beiträge hingegen kaum. Nach einem etwas zögerlichem Start bei den Grossprojekten werden solche nun zunehmend eingereicht. Das war zu erwarten, da Gross projekte eine längere Vorlaufzeit haben. «Die Energieanalyse ist ein sehr guter erster Schritt.» greift, respektive wenn dies absehbar ist, werden sich meine Mitarbeitenden über die Prioritäten der Fördergegenstände beim Energiepaket mit einer Abgabe auf nichterneuerbare Energien Gedanken machen. Das Energiepaket soll künftig dreimal so viel Fördergelder ausschütten. Wie finanzieren Sie das? • Vorgeschlagen ist eine moderate Abgabe auf nichterneuerbare Energien. Diese Abgabe beträgt gemäss der heutigen Landratsvorlage zum Beispiel auf Heizöl 0,45 Rappen pro Kilowattstunde. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus beträgt die jährliche Abgabe zirka 115 Franken. Dieses Geld steht dann bereit für Isolationsmassnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energien auch bei diesen Einfamilienhäusern. Wie geht es weiter mit dem Energiegesetz; kommt es auf jeden Fall zu einer Volksabstimmung? • Ja. Wegen der Abgabe auf nichterneuerbare Energien muss die Verfassung geändert werden. Der Landrat wird bei der Behandlung des Energiegesetzes entscheiden, ob auch das Energiegesetz Wie kommen KMU oder Haushalte an die Unterstützung, wenn sie vom Energie paket profitieren wollen? • Auf der Website energiepaket-bl.ch sind alle notwendigen Dokumente wie Gesuchseingabe und Wegleitungen aufgeschaltet. Zudem haben wir für Fragen auch eine Hotline mit der Nummer 061 552 55 55 eingerichtet. Dieses Jahr hat das Baselbieter Energiepaket die Aktion «500 x 500» lanciert. Worum geht es? • Die Aktion «500 x 500» soll den Anreiz erhöhen, eine Energieanalyse für das Einfamilienhaus durchzuführen. Wir haben in einer Umfrage festgestellt, dass ein Grossteil jener Personen, welche eine Analyse gemacht haben, danach auch konkrete Massnahmen umgesetzt haben. Die Energieanalyse ist ein sehr guter erster Schritt zur Erkennung möglicher energetischer Schwachstellen. Sie zeigt auch auf, wie hoch bei den einzelnen Massnahmen der Nutzen bei Energie und Kosten ist und wieviel investiert werden muss. Wer für sein Einfamilienhaus noch keine Analyse gemacht hat, sollte die Chance jetzt packen. So günstig waren die Bedingungen noch nie, für nur 500 Franken eine Analyse für das Einfamilienhaus zu erhalten.

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