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Standpunkt 498, 06.03.2020

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Eine Publikation der Wirtschaftskammer Baselland

Standpunkt 498,

SCHWEIZERISCHE 6. März 2020 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 498 – 23. Jahrgang AZA 4410 Liestal DIE MEINUNG Lokal könnte an Bedeutung gewinnen VERZÖGERUNG – Die SBB verschieben den Doppelspurausbau zwischen Duggingen und Grellingen um zwei Jahre. Die Laufentaler KMU wollen das nicht hinnehmen – sowenig wie die fünfmonatige Totalsperrung. SBB verärgern Laufentaler KMU Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland. Jede Aussage zum Coronavirus ist innert kürzester Zeit überholt. Derart rasch und unvorhersehbar ist die Entwicklung in diesen Tagen. Ich möchte deshalb einen Gedanken aufnehmen, der uns noch länger beschäftigen dürfte, aber im Lärm der sich überschlagenden Meldungen ein wenig untergegangen ist. Gegenüber der «Deutschen Welle» sagte Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft: «Die Unternehmen lernen jetzt, wie zerbrechlich das globale Produktionssystem wirklich ist.» Er erinnert an den Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank im Jahr 2008, in dessen Folge Unternehmen ihre Finanzstrukturen geändert haben. «Ähnliches könnte sich aus dem Coronavirus herauskristallisieren», sagt Felbermayr und meint, dass die Wertschöpfungsketten verkürzt und robuster werden müssten. Das heisst, dass Produktionen wieder nach Europa zurückverlagert werden sollen. Ein Gedanke mit viel Potenzial für kontroverse Diskussionen. Ab dem Bahnhof Aesch (im Bild unten) verläuft die Bahnlinie Basel–Biel durchs Laufental einspurig. Der Ausbau auf Doppelspur lässt weiter auf sich warten. Bild: Kevin Wandji Mit seiner Aussage ist Felbermayr nicht alleine. Diverse Ökonomen weisen darauf hin, dass Unternehmen als Lehre aus der Corona-Epidemie künftig wieder vermehrt lokal produzieren könnten. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Lemaire spricht gar von einem «Game Changer». Ob das, was derzeit gerade passiert, tatsächlich einen Paradigmenwechsel nach sich zieht, das muss man offenlassen. Dies wird sich auch nicht so rasch feststellen oder messen lassen. Aber die Diskussion über die Lehren aus den aktuellen Ereignissen, wird uns im Grossen wie im Kleinen noch eine Weile beschäftigen. Die KMU im Laufental sind gar nicht erfreut, dass die SBB den Doppelspurausbau zwischen Duggingen un und Grellingen auf der Strecke Basel–Biel um zwei Jahre hinausgeschoben haben. Erst Ende 2025 soll die Doppelspur fertiggestellt sein. «Die jüngste Mitteilung der SBB ist eine grosse Enttäuschung», sagt Landrat Marc Scherrer, Präsident des Gewerbevereins KMU Laufental im Interview mit dem Standpunkt. Noch weniger Freude herrscht im Laufental darüber, dass die SBB angekündigt haben, während der insgesamt zweijährigen Bauzeit die Strecke fünf Monate lang total zu sperren. «Wir empfinden die Totalsperrung der Strecke als rücksichtslos. Wir sind nicht gewillt, diese hinzunehmen», sagt Scherrer. Die in den vergangenen Jahren positiv verlaufene wirtschaftliche Entwicklung des Laufentals sei nun massiv gefährdet, sagt Scherrer. Denn nicht nur die Kapazitäten auf der Schiene, sondern auch jene auf der Strasse stossen heute an ihre Grenzen. Staus und Verspätungen Die kleinsten Unregelmässigkeiten führen zu Staus auf der Strasse und zu Verspätungen bei der Bahn. Mit einem offenen Brief aus der Region an die zuständigen Stellen wehrt sich das Laufental gegen die unerfreuliche Entwicklung. Ausserdem wurden Vorstösse im Landrat angekündigt. Zudem spricht National rätin Daniela Schneeberger in einer Interpellation im Nationalrat von einem «Hohn» gegenüber dem Laufental. «Wir vertrauen darauf, dass der Baselbieter Regierungsrat uns unterstützt und bei den Behörden und den SBB vorstellig wird», sagt Marc Scherrer. Reto Anklin Seite 7 Eine sicherere Versorgung und eine robustere Liefer kette haben zweifellos einen Preis. Unternehmen werden darüber nachdenken wollen und müssen, gewisse Dinge (wieder) hier zu machen oder hier zu belassen. Das dürfen sie mit gutem Gewissen. Unsere Wirtschaft und unser Kanton bieten die besten Voraussetzungen dafür. Und unsere KMU haben in den letzten Jahren immer wieder sehr flexibel, innovativ und dynamisch auf einschneidende Veränderungen reagiert. Dass das so bleibt, dafür müssen und wollen wir einstehen. HEUTE IM STANDPUNKT 3 | SV17 Regierungsrat Lauber nennt im Interview erste positive Folgen der Steuervorlage 17. 9 | GENERALVERSAMMLUNGEN Bald beginnt die GV-Saison. 10 | AESCH Vollanschluss ist ein zentraler Infrastrukturbaustein. EPIDEMIE – Die Ausbreitung des Coronavirus hat beträchtliche Auswirkungen auf die Unternehmen und die Wirtschaft. Der Standpunkt hat Informationen für KMU und hilfreiche Tipps zusammengestellt. Besonnen auf das Coronavirus reagieren Die Ausbreitung von Covid-19 hat ernsthafte wirtschaftliche Auswirkungen, die derzeit noch gar nicht abgeschätzt, geschweige denn beziffert werden können. Ursachen dafür sind das von Bund und Kantonen ausgesprochene Veranstaltungsverbot sowie Lieferengpässe oder unterbrochene Lieferketten. Allein die Wertschöpfung der abgesagten Basler Fasnacht wird auf 50 bis 70 Millionen Franken geschätzt. Ein kurzer Blick ins Ausland: Italien will für seine Wirtschaft bis zu 3,6 Milliarden Euro bereitstellen. In Deutschland ist man bereit, ein Konjunkturprogramm aufzulegen, wenn die Lage es erfordert. In der Schweiz steht erstmal ein Wirtschaftsgipfel an. Am Runden Tisch von Bundesrat Guy Parmelin sollen diese Woche Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Kantone zusammensitzen. Das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics hat in einer Mitteilung vom vergangenen Mittwoch die wirtschaftlichen Folgen eingeordnet. Diese werden sich aufgrund der weiteren Verbreitung des Coronavirus nicht, wie anfangs erhofft, auf wenige kleine Effekte beschränken. Neben Unterbrechungen der globalen Produktionsketten und entsprechenden Produktions- ausfällen ist auch mit negativen Nachfrageeffekten zu rechnen, teilt das Institut mit. In der Schweiz sei vor allem ein Dämpfer bei den Dienstleistungsexporten zu erwarten, da der Einbruch der Tourismusnachfrage sowie die Absagen von zahlreichen Grossevents Spuren hinterlasse, so BAK Economics. Die steigende Unsicherheit wird auch die Güterexporte und die Investitionsbereitschaft vorübergehend belasten. BAK Economics hat daher die Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 auf 1,3 Prozent gesenkt (bisher: +1,5%). Im Jahr 2021 sind ge- mäss dem unabhängigen Institut gewisse Aufholeffekte und ein Wachstum von 1,4 Prozent wahrscheinlich (bisher: +1,3%). Voraussetzung hierfür sei, dass das Virus in den nächsten Monaten erfolgreich eingedämmt wird. Falls es dagegen ungebremst zu einer globalen Pandemie kommt, ist mit massiven Produktionsausfällen auch in Europa und den USA zu rechnen. Vor diesem Hintergrund gilt es, besonnen zu agieren und mit den geeigneten Massnahmen den Schaden so gering wie möglich zu halten. Patrick Herr Seite 3

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