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Standpunkt 476, 25.1.2019

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

Standpunkt 476,

SCHWEIZERISCHE 25. Januar 2019 Die Zeitung für KMU | Regionalbund | Standpunkt-Ausgabe Nr. 476 – 22. Jahrgang AZA 4410 Liestal DIE MEINUNG Duale Bildung ist dringend zu stärken NEUJAHRSAPÉRO – Erstmals trafen sich die mehr als 400 Gäste der Wirtschaftskammer nicht in Muttenz, sondern in Pratteln. Der Anlass fand im Classic Center der Kestenholz Automobile AG statt. Gesetz für Berufsbildung lanciert Von Christoph Buser, Landrat, Direktor Wirtschaftskammer Baselland. Der erste Tag der Lernenden findet heute im Hotel «Engel» in Liestal statt. Es handelt sich um eine schweizweite Premiere. Organisiert wird der Anlass von Lernenden selber. Unterstützt werden sie von der Wirtschaftskammer. Ziel ist es, die duale Bildung zu stärken. Wo drückt den Lernenden der Schuh? Was kann oder muss aus ihrer Sicht verbessert werden? Wo brauchen sie Unterstützung? Um solche Fragen geht es an der Veranstaltung, an der Lernende nicht nur auf dem Podium diskutieren, sondern die Gäste via Smartphone Fragen stellen und Anregungen einbringen können. Danach wird das Plenum eine Resolution zuhanden der Baselbieter Regierung formulieren. Die Veranstaltung ist ein Mosaikstein der Berufsbildungsoffensive der Wirtschaftskammer – ich habe dieses Projekt bereits an unserem Neujahrsapéro am 10. Januar angesprochen (siehe Artikel rechts). Eine solche Offensive ist dringend nötig, denn die aufziehenden Wolken werden zu wenig beachtet. Anstatt die Anstrengungen hochzufahren, wurden sie gedrosselt. Es ist paradox: Delegationen aus der ganzen Welt reisen in die Schweiz, um sich über unser erfolgreiches Bildungssystem ins Bild zu setzen und von uns zu lernen. Obwohl der Aufwand am Anfang enorm ist, das Zusammenspiel zwischen Lehrbetrieben, Schulen, Berufsschulen und der öffentlichen Hand zu koordinieren, sind diese Staaten bereit, erhebliche Ressourcen aufzuwenden, weil sie von den Vorzügen unserer dualen Bildung überzeugt sind und gewaltige Chancen sehen. Bei uns hingegen ist die gleiche Begeisterung mitnichten spürbar. Wir riskieren gar, das System zu verspielen, weil wir ihm zu wenig Sorge tragen. Der Direktor der Wirtschaftskammer, Christoph Buser, betonte am Neujahrsapéro die zentrale Bedeutung der dualen Bildung und kündigte den Start einer Berufsbildungs-Offensive an. Die Signale aus der Politik für die Ausbildungsbetriebe und Berufsverbände seien nicht immer motivierend, sagte er am vergangenen 10. Januar im Classic Center der Kestenholz Automobile AG in Pratteln. Als Problemfelder nannte Buser die Finanzierung von Zentren für überbetriebliche Kurse: «Aus Sicht der Berufsverbände gleicht der Weg dorthin einem Spiessrutenlauf – Planungssicherheit sieht anders aus», sagte Buser. Auch dass die bescheidenen Prüfungsexperten-Entschädigungen Gegenstand langwieriger Kürzungsdiskussionen seien, lenke vom Wesentlichen ab, und die Streichung der Spesenbeiträge an Lernende, die ausserkantonale Kurszentren besuchten, sei «definitiv keine Förderung der dualen Bildung». Betriebe sind systemrelevant Die Ausbildungsbetriebe und die Berufsverbände seien systemrelevant. «Unsere Unternehmen sind bereit, die Fachkräfte von Morgen selber auszubilden. Aber es gilt, die Stellschrauben bei den Schnittstellen so zu drehen, dass dies besser gelingt als heute», so Buser. «Deshalb wollen wir mit Ihnen eine Initiative für ein eigenständiges Berufsbildungsgesetz lancieren. Dieses soll die Berufsbildung stärken und das Zusammenspiel zwischen Amt, Berufsverbänden und Ausbildungsbetrieben verlässlicher gestalten.» Die Positionierung der Berufs bildung in den Schulen gehöre verbessert, und auch die grandiosen Möglichkeiten der Fachhochschule seien noch besser zu nutzen. Daniel Schindler Seiten 2 – 4 Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, gibt am Neujahrsapéro den Anstoss für ein Berufsbildungsgesetz. Neben ihm steht Michèl Abt, Präsident Kaminfegermeisterverband Baselland. Bild: Kamber Um hier Gegensteuer zu geben, lanciert die Wirtschaftskammer die angesprochene Berufsbildungsoffensive. So soll unter anderem die Berufsbildung aus dem Bildungsgesetz genommen werden und ein eigenes Gesetz erhalten, um die Berufsbildung zu stärken. Eine entsprechende Initiative ist bereits aufgegleist worden. Bei der Berufsbildung ist mit der Wirtschaftskammer auch 2019 zu rechnen. ABSTIMMUNG VOM 10. FEBRUAR 2019 – Der Landratskompromiss zur Mehrwertabgabe ist fair, effektiv und pragmatisch – Wirtschaftsrat sagt JA. Der Wirtschaftsrat fasst die Parolen ANZEIGE HEUTE IM STANDPUNKT 5 | TAG DER LERNENDEN In Liestal findet der schweizweit erste Tag der Lernenden statt. 5 | ARZO Lernende bereiten sich im Tessin auf Prüfungen vor. 9 | FHNW Direktionspräsident Bergamaschi zum Neubau. «Ja zum Gesetz über die Abgeltung von Planungsmehrwerten». Diese Parole hatte der Baselbieter Wirtschaftsrat bereits an seiner Sitzung vom 25. Oktober 2018 einstimmig bei zwei Enthaltungen gefasst (vgl. Standpunkt der Wirtschaft vom 9. November 2018). Damit setzte der Wirtschaftsrat schon früh ein klares Zeichen gegen weitere Angriffe auf die Eigentumsrechte im Kanton Basel-Landschaft, unter denen nicht zuletzt die Baselbieter KMU zu leiden haben. Zur Abstimmung gelangt das vom Landrat mit 53 zu 32 Stimmen verabschiedete Gesetz am kommenden 10. Februar 2019. In seiner jüngsten Sitzung vom vergangenen 10. Januar fasste der Wirtschaftsrat nun die Parolen für die weiteren Vorlagen, über welche am 10. Februar abgestimmt wird. 1 x Nein, 3 x keine Parole Zur Zersiedelungsinitiative sagt der Wirtschaftsrat klar Nein. Keine Parole fasste er zur Ausgleichsinitiative und zu den Staatsverträgen zwischen Basel -Landschaft und Basel-Stadt betreffend Planung, Regulation und Aufsicht in der Gesundheitsversorgung sowie über die Universitätsspital Nordwest AG.Daniel Schindler Seite 7 JA-Plakat an der Rheinstrasse. Bild: dan

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