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Standpunkt 446, 2.6. 2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

BL 10 TRADITIONSFIRMEN

BL 10 TRADITIONSFIRMEN 2. Juni 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie FURRER METALLBAU AG – Aus der Lausner Dorfschmiede, die Jakob Furrer im Jahr 1863 übernommen hatte, ist zunächst eine Schlosserei und schliesslich ein Metallbau-Fachbetrieb, die Metallbau Furrer AG, geworden. Mittlerweile ist die sechste Generation im Geschäft aktiv. Seit 154 Jahren Passion in Metall Vor vier Jahren feierte die Furrer Metall bau AG ihr 150-jähriges Bestehen. Die zu diesem Jubiläum publizierte, vom langjährigen Firmenchef Heinz Furrer verfasste Chronik vermittelt die Geschichte des Lausner Traditionsbetriebs. Der 1832 im zürcherischen Gossau geborene Firmengründer Jakob Furrer zog 1860 ins Baselbiet. Ein Jahr später heiratete er die aus Lausen stammende Anna Maria Grau wiler. Seinen beruflichen Werdegang begann Furrer als Eisenarbeiter bei der Firma Stehelin im damaligen Industriegebiet Schönthal in Füllinsdorf. Das Unternehmen betrieb eine Hammerschmiede und stellte Stahlbrücken sowie Teile von Dampfloks her. Schmied und Kleinbauer 1863 erwarb der gelernte Schmied die Schmiedewerkstatt an der Furlenstrasse 1 in Lausen. Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass selbständige Handwerker auch Selbstversorger waren. So betätigte sich Jakob Furrer- Grauwiler nebenbei auch als Kleinbauer. DIE ÄLTESTEN BASELBIETER BETRIEBE Die Söhne Albert und Emil Furrer erlernten im väterlichen Betrieb den Schmiedeberuf. 1899 übernahm Albert Furrer-Weibel die Dorfschmiede von seinem Vater. Der noch jungen Familientradition folgend, erlernte auch dessen ältester Sohn Oskar, der Grossvater des heutigen Firmenchefs Beat Furrer, den Beruf des Schmieds. In der Armee liess er sich zudem zum Hufschmied ausbilden. Erster elektrischer Schweissapparat Oskar Furrer erwies sich als innovativer Berufsmann. 1923 nahm er den ersten elektrischen Schweissapparat der Region in Betrieb. Fünf Jahre später beschäftigte er zwei Gesellen und einen Lehrling. Seine Tätigkeit als Armee-Hufschmied inspirierte ihn, spezielle Steckstollen für Pferdehufeisen zu entwickeln. Diese wurden bis in die Sechzigerjahre mit grossem Erfolg in der ganzen Schweiz verkauft. Oskar Furrer ent wickelte ausserdem Wasserstandsanzeiger für Das obige Gruppenbild entstand am Tag der offenen Tür anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums im Jahr 2013. die gemeindeeigenen Reservoirs. Umfüllsilos für Kieswerke, Wagen- und Anhängerbau sowie die Kunstschmiedearbeiten gehörten ebenfalls zum Programm. Von der Schmiede zur Schlosserei Der Betrieb entwickelte sich von der klassischen Schmiede zur Schlosserei und schliesslich zum Metallbau-Fachbetrieb. Mitten im Aktivdienst, im Januar 1943, erlag Oskar Furrer einer schweren Lungenentzündung. Seine 35-jährige Witwe Rosa Furrer-Sutter führte die aufstrebende Firma mit ihren sechs Mitarbeitenden weiter. 1952 übernahmen die Söhne Heinz und Hugo den elterlichen Betrieb. Neun Jahre später gründeten sie die H.+H. Furrer AG. Mit der zunehmenden Motorisierung in der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Rückgang des Steckstollen-Verbrauchs konzentrierte sich der Betrieb immer mehr auf die Bereiche Schlosserei und Stahlbau. 1967 konnten eine moderne Werkhalle samt Büros und Wohnung am heutigen Firmendomizil bezogen werden. 1978 trat der diplomierte Metallbaumeister und ausgebildete Metallbautechniker Beat Furrer, der Sohn von Heinz Furrer, in den Betrieb ein. Als Vertreter der fünften Generation übernahm Beat Furrer die Firmenleitung. Seit 2006 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Furrer Metallbau AG. Marcel W. Buess Patrick (l.) und Beat Furrer vor einem rahmen losen Parallelausstellfenster. Es wurde an der Swissbau 2016 ausgezeichnet. FOTOS ZVG Die an der Furlenstrasse 1 gelegene Dorfschmiede Lausen, die Jakob Furrer 1863 erworben hatte. Er legte so den Grundstein für die Furrer Metallbau AG. Oskar Furrer, der Grossvater des heutigen Firmenchefs Beat Furrer. Oskar Furrer war Hufschmied-Korporal in der Armee. IN KÜRZE Furrer Metallbau AG Kanalstrasse 1 4415 Lausen Gegründet: 1863 Anzahl Mitarbeitende: 20 Anzahl Lernende: • 3 Metallbauer EFZ • 2 Metallbaukonstrukteure EFZ Mitglied von Gewerbeverein Lausen Der Standpunkt stellt in einer Serie die ältesten Mitgliedsbetriebe der Baselbieter Gewerbeund Industrievereine vor. Als Nächstes erscheint: Mineralquelle Eptingen, gegründet 1899, Mitglied von Gewerbeverein KMU Homburger-/Diegtertal und Umgebung. LINKS www.furrer-metallbau.ch INTERVIEW – Neben der Passion für den Werkstoff Metall begründet Beat Furrer, Geschäftsführer der Furrer Metallbau AG, den jahrzehntelangen Erfolg des Betriebs damit, dass sich jede Generation zu mehr als 100 Prozent engagiert, reelle Leistung erbracht und grössten Wert auf Qualität gelegt habe. «Die Leidenschaft für Metall liegt unserer Familie im Blut» Beat Furrer, der aktuelle Firmenchef und Inhaber der Furrer Metallbau AG, repräsentiert die fünfte Generation dieses traditionsreichen Familienunternehmens. Mit seinem Sohn Patrick, der vor sechs Jahren in den Betrieb eingestiegen ist, steht bereits die sechste Generation in den Startlöchern. Dass das Unternehmen nicht nur von seiner Geschichte lebt, sondern in jeder Generation zukunftsweisende Wegmarken setzen musste, zeigt das Gespräch mit Beat Furrer. Standpunkt: Herr Furrer, welches Erfolgsrezept steht hinter der mehr als 150 Jahre alten Familientradition Ihres Unternehmens? • Beat Furrer: Unser Credo lautet nicht zufällig «Passion in Metall». Der Beat Furrer, Geschäftsführer Furrer Metallbau AG. Werkstoff Stahl – früher sprach man eigentlich nur von Eisen – hat unser Unternehmen von den bescheidenen Anfängen in der Lausner Dorfschmiede bis zum heutigen vielfältigen Fachbetrieb begleitet. Diese Metall-Leidenschaft ging allen Generationen in Fleisch und Blut über. Der Erfolg unseres Betriebs liegt aber auch darin, dass wir uns während unserer langen Geschichte immer zu mehr als 100 Prozent engagiert haben, dass wir reelle Leistungen erbracht und dabei stets grössten Wert auf Qualität gelegt haben. Dazu gehört sicher auch ein jahrzehntelanges Engagement in der Berufsbildung. • Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Bereits mein Grossvater Oskar Furrer beschäftigte vor gut 90 Jahren einen Lehrling. Bislang hat unser Betrieb mehr als 80 junge Metallbauer und Metallbaukonstrukteure ausgebildet und beim Einstieg in das Berufsleben aktiv begleitet. Ich selber war während vieler Jahre Prüfungsexperte und habe mich auch auf Verbands ebene – unter anderem als Präsident der Metall-Union Baselland – für die Berufsbildung engagiert. Mein Sohn Patrick setzt die Tradition als Prüfungs experte fort, was mich ausser ordentlich freut. Vor einem Jahr wurde Ihre Firma an der Swissbau als «vorbildliches Unternehmen» ausgezeichnet. Wie kam es dazu? • Wir wurden für die Entwicklung eines rahmenlosen Parallelausstellfensters ausgezeichnet. Mein Sohn Patrick hatte die Idee mit einem Kollegen entwickelt und zur Marktreife geführt. Ein solches Spezialfenster findet eine vielseitige Anwendung in Glas- und Metallfassaden von Hochhäusern, als Lochfenster bei Ein familienhäusern oder im Dachbereich. Um als Unternehmen mehr als 150 Jahre bestehen zu können, braucht es demnach auch immer Innovationen? • Unbedingt. Das hatte schon mein Grossvater Oskar Furrer mit der Erfindung der Steckstollen für Pferdehufeisen oder mit dem Einsatz des ersten elektrischen Schweissgeräts in unserer Region bewiesen. Mit dem Bau einer eigenen Solaranlage und der Entwicklung des erwähnten Parallel ausstellfensters stehen wir just in dieser Innovationstradition. Wer als Unternehmen langfristig Erfolg haben möchte, muss nicht nur mit der Zeit gehen, sondern der Zeit manchmal sogar noch einen Schritt voraus sein. Interview: Marcel W. Buess

RATGEBER Haus der Wirtschaft -– Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie 2. Juni 2017 – Schweizerische Gewerbezeitung BL 11 RATGEBER INKASSO RATGEBER RECHT – Den Mindestlohn für Hausangestellte regelt der Normalarbeitsvertrag (NAV) Hauswirtschaft des Bundes, für die übrigen Bedingungen gilt der kantonale NAV für Hauspersonal. Mindestlohn für Hausangestellte minim erhöht Marco Zuberbühler, Geschäftsleitung Creditreform Egeli Basel AG. Schweizer Kundschaft will im Internet auf Rechnung kaufen Frage: Wussten Sie, dass über 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer im Internet auf Rechnung kaufen wollen? Was heisst das für Sie als Anbieter? Antwort: Der Rechnungskauf ist im Onlinehandel ein bedeutender Umsatztreiber. Die administrativen Aufwände sind aber nicht zu unterschätzen. Es braucht Bonitätsprüfungen, Rechnungserstellung und -versand, Mahnwesen, Zahlungsüberwachung und im Härtefall sogar Inkasso. Wäre es nicht einfacher, wenn das alles automatisch abläuft? Partner aus den Bereichen Inkasso und Bonitätsinformationen bieten alle Dienstleistungen aus einer Hand an. Für jede gängige Shop-Software stehen fixfertige Plug-ins zur Verfügung, die den Rechnungskauf steuern. Entscheiden Sie selbst, welche Dienstleistungen Sie benötigen. Zu Ihrer Liquiditätssicherung ist auch der Forderungskauf möglich. Fazit: Auf den Verkauf konzentrieren und alles andere einem spezialisierten Partner überlassen. Seit 2010 gelten für Hausangestellte aufgrund des Normalarbeitsvertrags Hauswirtschaft (NAV Hauswirtschaft) des Bundesrats Mindestlöhne. Der NAV Hauswirtschaft wurde seinerzeit erlassen, um Arbeitskräfte aus Tieflohnländern vor der Gefahr von missbräuchlichen Löhnen zu schützen. Aus denselben Überlegungen wurde der NAV Hauswirtschaft nun erneut um drei Jahre bis Ende 2019 verlängert. Die in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführten Kontrollen hatten nämlich gezeigt, dass die NAV-Mindestlöhne in 13 Prozent der kontrollierten Haushalte nicht eingehalten wurden – das Schutzbedürfnis der Arbeitnehmenden ist damit nach wie vor aktuell. Vier Kategorien Nebst der Verlängerung wurde auch eine minimale Erhöhung der Mindestlöhne beschlossen. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die hauswirtschaftliche Tätigkeiten in einem Privathaushalt verrichten, erhöht Barbara Gfeller, Fürsprecherin, Legal-Team Wirtschaftskammer. sich der Mindeststundenlohn um zwischen 35 und 45 Rappen. Zur Anwendung gelangen folgende Kategorien: ungelernt, ungelernt mit vier Jahren Berufserfahrung sowie gelernt mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA). Minimum fünf Stunden pro Woche Ein ungelernter, unerfahrener Hausangestellter hat neu Anspruch auf einen Mindestlohn von brutto 18.90 Franken pro Stunde, zuzüglich Zuschläge für Ferien und bezahlte Feiertage. Der NAV Hauswirtschaft und damit der Mindestlohn gelten jedoch nur bei einem Mindestbeschäftigungsgrad von durchschnittlich fünf Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber. Hinsichtlich der weiteren Rahmenbedingungen für die Anstellung von Hauspersonal ist festzuhalten, dass der Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes nur Mindestlohnvorgaben kennt. Kantonaler Normalarbeitsvertrag Die übrigen Arbeitsbedingungen wie Ferienanspruch und Feiertagsentschädigung, Lohnfortzahlungspflicht im Krankheitsfall, Kündigungsmodalitäten sowie die Arbeits- und Ruhezeiten sind demgegenüber im kantonalen Normalarbeitsvertrag für Hauspersonal verankert. Damit kommen beide Normalarbeitsverträge ergänzend zur Anwendung. Arbeitgebende von Reinigungs- oder Pflegepersonal haben daher zu beachten, dass primär die Bestimmungen des NAV für Hauspersonal gelten, es sei denn, die Parteien treffen schriftlich anderslautende Vereinbarungen. Ohne eine solche Regelung müssen beispielsweise bei einem Arbeitspensum von mindestens 70 Prozent Arzt- oder Zahnarztbesuche als Arbeitszeit angerechnet werden. Die Anzahl Arztbesuche ist aber auf zwei pro Woche beschränkt. Darüber hinausgehende Konsultationen können mit Freizeit verrechnet werden. LEGAL-TEAM Fürsprecherin Barbara Gfeller ist Leiterin des Legal-Teams der Wirtschaftskammer Baselland. Das Legal-Team steht den Mitgliedern der Wirtschaftskammer für Auskünfte zur Verfügung. Barbara Gfeller ist erreichbar unter Telefonnummer 061 927 66 70 oder via E-Mail: b.gfeller@kmu.org. ANZEIGE

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