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Standpunkt 444, 5.5.2017

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Standpunkt der Wirtschaft – Offizielles Informationsorgan der Wirtschaftskammer Baselland

Standpunkt 444,

SCHWEIZERISCHE 5. MAI 2017 DIE ZEITUNG FÜR KMU Regionalbund AZA 4410 Liestal Standpunkt-Ausgabe Nr. 444 – 20. Jahrgang DIE MEINUNG DENKMALSCHUTZ – Aus Respekt vor den Behördenauflagen und den damit anfallenden Kosten streichen Bauherren geplante Investitionen – notwendige Sanierungen werden nicht durchgeführt. Knatsch mit Denkmalpflege Von Christoph Buser, Landrat, Direktor Wirtschaftskammer Baselland. Nun sind Praktiker an Bord zu holen Das Foto unseres Interviewpartners im vorliegenden Standpunkt (Seite 3) ist bezeichnend: An der elektrischen Säge arbeitet Schreinermeister Stephan Häfelfinger in seiner Werkstatt in Sissach an einem Produkt für einen Kunden. Es muss schnell gehen. Es soll kostengünstig produziert werden. Gefragt ist höchste Präzision. Wie immer. So wie Stephan Häfelfinger geht es den meisten Unternehmerinnen und Unternehmern. Sie sind konstant beschäftigt. Neben der Arbeit bleibt wenig Raum für anderes. Sie haben schon gar keine überflüssige Zeit für administrative Leerläufe. Und sie denken stets im Sinne der Kundinnen und Kunden – in Häfelfingers Fall sind dies auch Bauherren, die ein Objekt energetisch sanieren und deswegen investieren wollen. Nicht immer kommt es dazu. Insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden lassen die Probleme nicht lange auf sich warten. Die Vorschriften seien zu eng gefasst, würden zu strikt ausgelegt, heisst es. Dahinter steckt gewiss kein böser Wille. Es ist Ausdruck davon, dass in der Denkmalpflege die Sicht der Praktiker und der investitionswilligen Bauherren weniger stark einfliesst als die mannigfaltigen Ansprüche in Bezug auf den Ortsbildschutz. Diese einseitige Sicht nützt unter dem Strich niemandem, sondern richtet ganz im Gegenteil grossen Schaden an: Bauherren scheuen sich vor notwendigen Investitionen. KMU können wichtige Aufträge nicht durchführen. Die Dorfkerne im Baselbiet werden nicht mit neuem Leben gefüllt. Sie sterben einen langsamen Tod – seit Jahren. Für die Denkmalpflege ist es an der Zeit, den Leuten aus dem Gewerbe mit ihrem Fachwissen vermehrt zuzuhören. Diese sind auch über die sich stetig ändernden technischen Details im Bild. Stephan Häfelfinger liegt richtig: Nun sind Praktiker an Bord zu holen. HEUTE IM STANDPUNKT Aufgrund der Anforderungen der Denkmalpflege werden im Baselbiet viele Sanierungen zu aufwendig. Im Bild: Ein Blick über die Dächerlandschaft der Gemeinde Wenslingen. FOTO ZVG Wer sich darüber wundert, dass im Baselbiet in einzelnen Dorfzentren die Häuserzeilen zu verfallen scheinen, hatte es möglicherweise bisher noch nicht mit der Denkmalpflege zu tun. Deren Auflagen sind teilweise derart hoch, dass sanierungswillige Bauherren aus Respekt vor den massiven Mehrkosten ihre Gebäude lieber gar nicht erst anfassen. Die Folge: fehlende Investitionen, unattraktive Dorfzentren, ausbleibende Kunden, wegfallende Jobs und Lehrstellen. Was in der Konferenz der Gewerbeund Industrievereine (KGIV) schon seit Längerem für Unmut sorgt und darum 2016 als Schwerpunkt gesetzt wurde, bestätigt der Sissacher Schreinermeister Stephan Häfelfinger: «Die Vorschriften und Auflagen vonseiten Denkmalpflege sind oftmals einfach zu eng gefasst. Hier fehlt schlichtweg die Sichtweise der Bauherren.» Immerhin räumt der Chef von sechs Mitarbeitenden und zwei Lernenden im Standpunkt-Interview ein, dass die zuständigen Stellen beim Kanton seit einiger Zeit besser erreichbar seien als in der Vergangenheit. Dass die verantwortlichen Stellen seit Oktober 2016 eine Telefonsprechstunde eingeführt haben und jeweils am Montagnachmittag von 14 bis 16 Uhr eine Sprechstunde anbieten, ist eines der Resultate zweier Gespräche mit Regierungsrätin Sabine Pegoraro im April und August vergangenen Jahres. Damals stellten die Vertreterinnen und Vertreter der KGIV der Bau- und Umweltschutzdirektorin die Ergebnisse einer Umfrage vor, welche die Fachgruppe unter ihren Mitgliedern zwischen Februar und März 2016 durchgeführt hatte. Titel: «Herausforderung Denkmalschutz – Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege». Willkür und fehlende Planbarkeit Wie die Antworten der Gewerbler klar zeigten, war das Frustpotenzial gross. So gab nicht weniger als ein Fünftel der Teilnehmenden an, schon Probleme mit dem Denkmalschutz gehabt zu haben. Moniert wurde insbesondere, dass bei Entscheidungen eine gewisse Willkür wahrgenommen werde. Auch die fehlende Planbarkeit und Rechtssicherheit gab zu Kritik Anlass. Zudem verteure das Ausführen der Arbeiten nach strikten Vorlagen das Bauen erheblich. Gravierende Folgen Laut Schreinermeister Stephan Häfelfinger sind die Folgen nach wie vor gravierend: «Im extremen Fall verzichten die Bauherren auf eine Sanierung.» Wichtige Investitionen etwa im Einbruchschutz oder bei der FIRMENWEGWEISER – Der Landrat hat ein Postulat von Hansruedi Wirz überwiesen. Es soll Fälle wie jenen der Grovana Uhrenfabrik AG verhindern. Vorstoss Wegweiser überwiesen energetischen Sanierung würden deswegen nicht vorgenommen. Mehr auf die Fachleute hören Einen möglichen Lösungsansatz sieht Häfelfinger darin, die Branchenfachleute, die mit den technischen Details am besten vertraut sind, beim Denkmalschutz stärker miteinzubeziehen. «So wären tragbare Kompromisse möglich», sagt der Sissacher Fensterbauspezialist. Daniel Schindler SEITE 3 ANZEIGE POLIT-APERO2 Die Spitzen von FDP, SVP und CVP diskutieren im Haus der Wirtschaft. ENERGIEEVENT 5 Die Energiestrategie 2050 ist ein ausbalancierter Kompromiss. FACHKRÄFTEBEDARF 6 Wirtschaftskammer arbeitet in Kooperationsgruppe mit. Der Fall der Grovana Uhrenfabrik AG, die ihren Firmenwegweiser nach gut 45 Jahren hätte entfernen sollen, hat viel Aufsehen erregt. Nach einem Bericht im Standpunkt der Wirtschaft (siehe Ausgabe 441) gingen auch andere regionale Medien der Frage nach, wieso der Kanton dieses und weitere Schilder abhängen lassen wollte. Im Fall der Grovana Uhrenfabrik AG in Tenniken zeigte der Kanton ein Einsehen. Das Unternehmen darf sein Schild, das den Kundinnen, Kunden und Lieferbetrieben den Weg zum Firmensitz weist, stehen lassen. Damit sich dieser und ähnliche Fälle nicht wiederholen, hat Landrat Hansruedi Wirz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Baselland, ein Postulat eingereicht. Dieses wurde vom Landrat am vergangenen 6. April überwiesen. Für Landrat Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, steht fest, dass die Behörden im Fall der Firmenwegweiser kulanter als bisher sein sollten. Deshalb unterstützt er den Vorstoss von Hansruedi Wirz. Reto Anklin SEITE 5 Standpunkt der Wirtschaft: Offizielles Informationsorgan der Redaktion: Telefon 061 927 64 64 – Fax 061 927 65 50 – Internet: www.kmu.org – e-mail: standpunkt@kmu.org

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