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Energiepaket 2015

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Baselbieter Energiepaket, Zeitungsbeilage 2015 im handlichen Tabloidformat

6 Herbst

6 Herbst 2015 WIE WIRKT DIE ENERGIEPOLITIK IM KANTON BASEL-LANDSCHAFT? Eine Studie zum Energiepaket Der Kanton Basel-Landschaft will die Energieeffizienz und erneuerbare Energien fördern. Wie ihm das gelingt, zeigt eine aktuelle Studie auf. Dabei spielen das Baselbieter Energiepaket an sich und die von seinen Partnern angebotenen Beratungsleistungen eine zentrale Rolle. Um die Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern, hat der Kanton Basel-Landschaft das «Baselbieter Energiepaket» geschnürt. Darin sind finanzielle Förderungen gebündelt, wie beispielsweise Beiträge für die energetische Gebäudesanierung oder für die Installation thermischer Solaranlagen. Wie bekannt ist das Energiepaket? Aber kennen die Baselbieterinnen und Baselbieter diese energiepolitischen Massnahmen überhaupt? Und bewirken diese Massnahmen tatsächlich, dass energieeffizientere Lösungen gewählt werden? Diesen Fragen ging eine Studie im Rahmen der nationalen Kompetenzzentren für die Energiewende nach. Das Baselbieter Energiepaket besteht seit 2010 und ist, wie die Umfrage ergeben hat, bereits bei 45,5 Prozent der Baselbieter Wohneigentümerinnen und Wohneigentümern bekannt. Grundvoraussetzung ist geschaffen Somit ist die Grundvoraussetzung dafür geschaffen, dass die Bevölkerung von den energiepolitischen Massnahmen profitieren kann. Die finanzielle Förderung thermischer Solaranlagen ist in der Bevölkerung am bekanntesten, gefolgt von der Förderung von Gebäudesanierungen. Am wenigsten bekannt sind die Beratungsleistungen der «Öffentlichen Baselbieter Energieberatung» (siehe Tabelle auf Seite 7), welche die beiden Energiedienstleisterinnen EBM und EBL anbieten. Obwohl diese Angebote bereits seit 1996 bestehen, scheint das Potenzial der Beratungsleistungen noch nicht ausgeschöpft zu sein. Das Energiepaket hat bei den Baselbieterinnen und Baselbietern ein positives Image. Es gilt als sinnvoll, seine Mitarbeitenden werden als freundlich und verlässlich wahrgenommen (siehe Grafik auf Seite 7). Auch das Image der «Öffentlichen Baselbieter Energieberatung» stufen die Befragten positiv ein. Gemäss der Umfrage hält die Bevölkerung die fünf untersuchten Massnahmen grundsätzlich für geeignet, um die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien zu fördern: Während zwei Drittel der Befragten die finanzielle Förderung von Holzfeuerungen sinnvoll findet, unterstützen sogar über 90 Prozent die finanzielle Förderung von Gebäudesanierungen (siehe Tabelle auf Seite 7). Die Massnahmen sind wirksam Da die Akzeptanz der Massnahmen bereits sehr hoch ist, gilt es nun die Nutzung derselben zu erhöhen: Mehr

Herbst 2015 7 So beurteilt die Bevölkerung das Image der Umsetzungsorganisationen nicht sinnvoll unfreundlich nicht verlässlich nicht vertrauenswürdig nicht umsetzungsorientiert intransparent nicht engagiert nicht kooperativ nicht helfend ineffizient nicht kundenorientiert nicht begeistert wirtschaftsabhängig politikabhängig -2.0 -1.5 -1.0 -0.5 0.0 0.5 1.0 1.5 2.0 Image der Umsetzung durch das Energiepakets in in der der Bevölkerung Image der «Öffentlichen Beratung durch Baselbieter die Elektrizitätswerke Energieberatung» in der in der Bevölkerung Die Studie wurde von der Universität Luzern in Kooperation mit dem Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft durchgeführt. Die Studie ist Teil eines Projekts des Schweizer Kompetenzzentrums für die Energiewende (Center for Research in Energy, Society and Transition CREST). Dieses Kompetenz zentrum wurde von der Kommission für Innovation und sinnvoll freundlich verlässlich vertrauenswürdig umsetzungsorientiert transparent engagiert kooperativ helfend effizient kundenorientiert begeistert wirtschaftsunabhängig politikunabhängig In einer telefonischen Umfrage wurden 501 Haushalte zum Image des Baselbieter Energiepakets befragt. Die Befragten mussten auf einer Skala von -2 bis +2 bewerten, wie stark die oben aufgeführten Begriffe auf das Energiepaket zutreffen. Die Skala reichte von -2 = gar nicht sinnvoll, -1 = eher nicht sinnvoll, 1 = eher sinnvoll, bis 2 = sehr sinnvoll. So nimmt die Bevölkerung die energiepolitischen Massnahmen im Kanton BL wahr Bevölkerungsanteil, der die Massnahme ... ... kennt. ... für geeignet hält. Finanzielle Förderung «Öffentliche Baselbieter Energieberatung» Gebäudesanierung 70,3 Prozent 92,8 Prozent Thermische Solaranlagen 82,4 Prozent 89,5 Prozent Holzfeuerungen 36,5 Prozent 68,8 Prozent Telefonische Erstberatung Beratung in den Beratungsstellen 22,8 Prozent 80,1 Prozent 28,7 Prozent 88,0 Prozent Energieforschung für die Energiewende Technologie (KTI) im Auftrag des Bundesrats und des Parlaments ins Leben gerufen. Die empirischen Arbeiten des Projekts werden von der Universität Luzern und Inter face Politikstudien Forschung Beratung in Luzern ausgeführt. Kontakt: Dr. Sibylle Studer, sibylle.studer@unilu.ch Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer sollen angeleitet werden, energetische Erneuerungen vorzunehmen. Die untersuchten Massnahmen sind auch wirksam: Rund 60 Prozent der Baselbieterinnen und Baselbieter geben an, dass sie sich aufgrund der finanziellen Förderung für eine energieeffizientere Lösung entschieden haben. Auch die Beratungsleistungen lösten bei rund 60 Prozent ein energiesparendes Verhalten aus. Jedoch nahmen auch knapp 40 Prozent eine Leistung in Anspruch, ohne ihr Verhalten zu ändern. Diesen Mitnahmeeffekt zu reduzieren, bleibt eine Herausforderung. Wirksamkeit erhöhen durch Beratung Die Studie zeigt auf, dass die Förderung noch effektiver gestaltet werden kann. Personen sanieren nämlich häufiger energieeffizient, wenn die finanzielle Förderung mit Beratungsleistungen kombiniert wird. Beratung verstärkt demnach die Wirksamkeit der finanziellen Förderung. Daher ist es besonders wichtig, die noch eher unbekannten Beratungsleistungen in der Bevölkerung bekannter zu machen (siehe Tabelle links). Der Kanton Basel-Landschaft hat ein regelrechtes Netzwerk aufgebaut, um das Energiepaket umzusetzen. Beteiligt an der Umsetzung sind die Wirtschaftskammer Baselland, die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB), der Hauseigentümerverband Baselland (HEV) und die Energieversorgerinnen EBL (Elektra Baselland) und EBM (Elektra Birseck Münchenstein). Kooperation von Behörden und Privaten Durch diese Kooperation zwischen Behörden und Privaten lassen sich die Zielgruppen besser erreichen. Andernorts, wie im Kanton St.Gallen oder im österreichischen Bundesland Vorarlberg, wurde für die Umsetzung der Energiepolitik eine eigene Agentur gegründet. Die Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken macht sich im Kanton Basel-Landschaft besonders im Bereich der erneuerbaren Energien bezahlt: Personen, die beraten wurden, nehmen die finan zielle Förderung von thermischen Solaranlagen häufiger in Anspruch als Personen, die keine Beratungsleistung genutzt hatten. Der Vergleich mit Befragungen im Kanton St.Gallen und im Bundesland Vorarlberg legt nahe, dass mit der Lebensdauer der Umsetzungs organisationen deren Wirksamkeit steigt. Es ist demnach empfehlenswert, das Baselbieter Energiepaket möglichst dauer haft zu etablieren, seine Angebote zu bewerben und ständig weiterzuent wickeln.

Standpunkt der Wirtschaft